RÉVHELYI ELEMÉR: A TATAI MAJOLIKA TÖRTÉNETE / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 8. (Budapest, 1941)

Tartalomjegyzék - INHALTSVERZEICHNIS - VII. Die Markierung der Tataer Majolikagegen-stände und ihre mit Aufschriften versehenen Denkmäler

-127­und seine Arbeiter entliess. Deshalb verursachte es Mayer kein geringes Kopfzerbrechen, woher denn Tata sein für die Herstellung der Glasur notwendiges Zinn und Blei nehme ? (... ebenso habe ich die Fabrique in Dottis gesehen, wo sie meistens ein schönes ordinari weisses Ge­schirr wie wier machen, das mir sehr gefahlt ; alle diese Fabriquen (Tata, Kassa, Buda, Eger) entspringen von uns und unseren Leuthen, ich habe viele angetroffen, die in Holitsch gelehr­net haben. Da in Dottis und Ofen ein so schö­nes weisses Geschirr gemacht und die Meister sich darin geäussert, dass sie immer ohne Un­terschied Zinn und Bley brauchen, so weiss ich nicht, warum wir nicht mit anderen Gattungen Zinn als das sog. Rössel Zinn unsere Manipu­lation forttreiben könnten ... 9. October, 1809), (Ich bin von Ofen nach Dottis, wo das Haupt­quartier Sr. Majestät ist, berufen worden ... In Dottis ist eine ordinari Majolica Fabrique, sie machen alle Gattungen wie wir, ich habe selbst darauf bey hof gegessen, ich möchte doch wis­sen, woher sie dass Zinn und Bley nehmen, das Geschirr ist schön. Von Wien können sie diese Gattungen nicht beziehen ... 29. October, 1809). Die Tataer Fabrik konnte also mit Recht stolz sein auf ihre Majolikawaren, die nunmehr schon durch keinerlei Konkurrenz von den Märkten verdrängt werden konnten Man ach­tete aber auch auf die Güte, Qualität und künst­lerische Ausführung der Erzeugnisse, und um die Waren kenntlich zu machen und ihre Echt­heit zu versichern, malte man auf sie die Schutz­marke der Fabrik. Die aus der Fabrik kommenden Stücke wurden mit dem Buchstaben T gezeichnet, der mit dem Pinsel auf die untere Fläche der Ge­fässe oder auf die Rückseite der Gegenstände gemalt wurde. Die Farbe wurde auf den Zinn­schmelz oder auf die Oberfläche des unglasier­ten, gebrannten Tons aufgetragen. Der Buch­stabe wurde häufig mit dicken Farben aufgetra­gen und die stark hervortretende Marke wurde im Gebrauch abgewetzt. Nach dem Abspringen blieben nurmehr die grau-gelblichen, undeutlich erkennbaren Spuren übrig. Ohne Signierung aber verliess kein einziges Stück die Fabrik, in­sofern es sich nicht etwa um eine individuelle Arbeit des Bildhauers handelte Natürlich beglaubigt die Marke T allein noch nicht die Tataer Herkunft der Gegenstände, denn eine ganze Reihe ausländischer Fayence­und Porcellanfabriken benutzte dasselbe Zei­chen. Übrigens können wir uns, wenn wir über die Frage der Echtheit entscheiden wollen, nicht mit dem Erkennen des Buchstabens T begnü­gen, denn heute, wo die berühmte heimische Fabrik zu bestehen aufgehört hat und ihre Fab­riksmarke nicht mehr schützen kann, werden ihre Erzeugnisse von sehr vielen nachgeahmt. (Neuestens wird die ganz unverständliche Art der Fälschung gewählt, dass auf weissglasierte Gefässe echter Marke nachträglich eine Verzie­rung mit Motiven und in einer Anordnung auf­gemalt werden, wie sie in Tata niemals verfer­tigt wurde.) Bei unseren Untersuchungen ent­scheidet also nicht die Verwendung des Buch­slabens T, sondern dessen Gestalt, Farbe und die Art der Auftragung die Zugehörigkeit. Wenn die Gegenstände im übrigen in der Form, dem Motiv, in der Maltechnik und den Farben auf­fallende Ähnlichkeit mit beglaubigten Tataer, oder selbst Holicser Stücken aufweisen, so ver­einfacht sich schon auf Grund der stilarischen Abweichung die Arbeit des Unterscheidens je­der ausländischen Fabrik gegenüber. Ohne Be­achtung der Marke zeigen ausschliesslich Holi­cser Erzeugnisse eine Identität, die zur Ver­wechslung mit Tataer Gefässen Anlass geben kann. Doch kann ein geübtes Auge schon nach den Motiven der das Stück zierenden Malerei und nach den Nuancen der Farben die Erzeug­nisse der beiden Fabriken von einander unter­scheiden, und die Markierung kann nur die Richtigkeit der Bestimmung bestätigen. Wie Ho­lies — dem Brauch mehrerer ausländischer Fabriken folgend — den Anfangsbuchstaben seines Ortsnamens — H — zur Markierung sei­ner Gefässe benützte, zu dem in den meisten Fällen auch noch ein anderer Buchstabe trat, so benützte auch Tata auf seinen Erzeugnissen den Anfangsbuchstaben seines Ortsnamens — T — als Fabriksmarke. Die Markierung geschah jedoch immer allein, ohne Dazumalen eines anderen Buchstabens Eine andere Markierung hatte die Tataer Majolikafabrik auch nicht und deshalb müssen wir mit aller Bestimmtheit Stel­lung nehmen gegen jede Annahme, die ausser dem T sei es durch loses Anhägen, sei es im Monogramm verschlungen, den Gebrauch noch eines anderen Buchstabens voraussetzt. Ein noch grösserer Fehler ist es, statt des Traditionellen T den Anfangsbuchstaben D, nach der verdeutschten und nur von den deut­schen Ansiedlern in ihrer Mundart gebrauchten, weicher klingenden Benennung Dotis (Totis) als

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