RÉVHELYI ELEMÉR: A TATAI MAJOLIKA TÖRTÉNETE / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 8. (Budapest, 1941)
Tartalomjegyzék - INHALTSVERZEICHNIS - VI. Die Gründung der Steingutfabrik Fischers (1824)
-124nützte er anstatt der bisherigen Markierung T, TF, T0T1S, TATA einen eingerahmten und zweizeiligen Stempel I M. A. FISCHER UND SOHN zur Markierung seiner Erzeugnisse. Karl Fischer nahm später selbst den Betrieb seines Vaters in die Hand und hielt diesen eine Zeitlang allein aufrecht. Das Einströmen der billigen böhmischen Porzellan-Massenartikel brachte den Betrieb jedoch so stark ins Wanken, dass er einen Kompagnon aufnahm und von da an arbeitete die Fabrik weiter unter der Firma Fischer und Nobel. 1 8 Doch den Verfall konnte auch dies nicht aufhalten, denn neben den ausländischen Waren wurden auch die heimischen Porzellanfabriken Konkurrenten. 1874 zog sich auch Maurus Fischer, der Eigentümer der Herender Fabrik, wegen der Forderungen seiner Söhne nach Tata zurück und Hess die Verzierung der in Herend verfertigten Porzellangegenstände hier in Tata besorgen in einer Malerund Brennerwerkstatt, die er in seinem eigenen Hause eingerichtet hatte. 1 4 Die Fischer-Nobel Fabrik wurde in den 70-er Jahren durch die Wiener Firma Hardtmuth käuflich erworben. 1 5 Die neue Leitung schloss die Geschirrfabrik und richtete sich dafür auf Ofenfabrikation ein, mit der schon Karl Fischer sich versucht hatte. Im Jahre 1910 hörte auch dieser Betrieb auf und im Jahr 1913 wurden seine Mauern teilweise niedergerissen, teilweise zu Wohnungen umgestaltet. Im grossen Werkstättesaal richtete der neue Eigentümer des Gebäudes, Michael Dosztál, eine Tischlerwerkstatt ein. Die vornehme, führende Rolle, die Tata einst in der Geschichte der ungarischen Keramik zugefallen war, hat damit endgültig aufgehört und heute verkünden nur seine Erzeugnisse seine alte Grösse. Ein grosser Teil der Denkmäler befindet sich heute als ängstlich behütete Stücke im Besitz von Privatsammlern, aber an verschiedenen Orten zerstreut, und so bieten sie vom Gesichtspunkt der Entwicklung kein einheitliches Bild. Grössere und der Öffentlichkeit zugängliche Sammlungen finden wir nur im Kunstgewerbemuseum und im Tataer 1 3 Rédey M.: A tatai majolikagyár. Tata-Tóvárosi Hiradó. 1913. Nr. 38. — Rédey M.: A tatai majolika (A magyar keramika történele, 1917. S. 56. 1 4 Ruzicska I.: a. a. 0. S. 24. 1 5 Wartha V.: Az agyagipar. (1992.) S. 133. — Komárom vármegye. (Magyarország vármegyéi és városai. 1907.) S. 228. Piaristenmuseum. Beide Sammlungen bieten sowohl zahlenmässig als durch das Vorzeigen hervorragender Stücke zwar kein lückenloses, aber doch ein für einzelne Epochen der Entwicklung genügend anschauliches Material. Aus ihrer Gesamtheit können wir uns einen Begriff machen von den kunstgewerblichen Leistungen der alten Majolikafabrik. Die Erhaltung und Sammlung der Tataer Gefässe ist für uns heute wichtiger und vertritt in unseren Augen einen höheren Wert als die Erzeugnisse von Holies und seines kleineren Rivalen Stomfa. Auf dem Gebiet Rumpfungarns bedeutet und vertritt heute ausser der kurzlebigen und minderbedeutenden Budaer und Kisbérer Fabrik Tata das Niveau der Fayenceerzeugung im Ungarn des XVIII. Jahrhunderts. Holies war eine im Dienst fremder Interessen stehende kaiserliche Gründung, die durch die Hand und die materielle Unterstützung des Wiener Hofs aufrechterhalten wurde. Geographisch lag es weitab, an der mährischen Grenze, fern von jeder ungarischen Beziehung. Damals waren die Leiter und Werkmeister der Fayencefabriken im allgemeinen Fremde, doch die Tataer Meister lebten in ungarischer Umgebung, in ungarischer Luft und gingen infolge ihrer Ansiedelung im Ungartum auf. Aber Ungarn waren auch ihre Hilfsarbeiter, ihre Besteller und Käufer. Als man sie in Gang setzte, gab die Blüte des einheimischen Töpfergewerbes die Idee, die Fabrik zu gründen und dank den Erfahrungen und praktischen Kenntnissen der Meister war die Fabrik imstande, auch ihre eigene Zukunft zu sichern. Der Tataer Keramik gibt ihre Bedeutung vor allem ihre künstlerische Kontinuität, was sie gerade ihrer Lage zu verdanken hatte. In dieser Beziehung befand sie sich in einer vorteilhafteren Situation als alle anderen Fabriksgründungen. Sie konnte ihre Tätigkeit in einem derartigen künstlerischen Zentrum entfalten, dessen austrahlende Kraft auch die Kunst der Keramik in ihren befruchtenden Wirkungskreis einbezog. Die Geister der Tataer Baukunst und Bildhauerei hinterliessen auch an den Majolikagegenständen starke Spuren. Deshalb konnte sie die zu Beginn übernommenen Formen weiterentwickeln und deshalb war sie imstande, auf originellen und neuen Wegen fortzuschreiten. Der Erfolg und die Kunst der Tataer Majoliken wirkten auch auf die später entstandenen Gründungen und in dieser Vermittler-Rolle