KOZÁKY ISTVÁN: A HALÁLTÁNCOK TÖRTÉNETE II. / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 5. (Budapest, 1944)

Anhang

-XXI ­tretende Todesgestalt entspricht vollkommen dem Every­mans-Tod, der ja auch im Texte durchwegs allein zu den einzelnen Ständen spricht. Die 24 Paare tanzen auf einer grünen Wiese, indem sich immer ein Lebender und die Todesgestalt abwechseln. Im Hintergrunde gibt uns der Maler die Landschaft der Travemünde und das Panorama der Stadt Lübeck. In der Mitte des Wiesengrundes auf Fig. 2 hat der Maler eine selbstän iige Szene in den To­des-Tanz einaeflochten : zwei Damen werden von dem Tode davongeführt. Ob sie nicht als ein letzter Rest der Gesamtlegende jenen zwei Tänzerinnen am Anfange des spanischen Todes-Tanzes entsprechen ? In der Standes­reihe des Lübecker Todeslanzes, welchen ich nach der Ausgabe von Bernhard Nöhring (Lübeck) wiedergebe, tre­ten folgende Gestalten auf: Papst, Kaiser, Kaiserin, Kar­dinal, König, Bischof, Herzog, Abt, Ritter, Karthäuser, Bür­germeister, Domherr, Edelmann, Arzt, Wucherer, Kapellan, Amtmann, Küster, Kaufmann, Klausner, Bauer, Jüngling, Jungfrau und Kind. — Das Werk wurde 1942 durch eine englische Fliegerbombe zerstört. Fig. 4. — Der Totentanz zu Metnitz. — Am Ende des XV. Jahrhunderts (ca 1490—1500) wurde am achtecki­gen Karner im Friedhofe der Pfarrkirche zu Metnilz bei Friesach in Kärnten ein Todtentanzfresko gemalt und mit dem vierzeiligen oberdeutschen Todtentanztexte versehen. Auch hier geht den 25 Personen ein Prediger voran, in dessen Nähe sich am Bilde der Höllenrachen auftut. Auch am Schlüsse gewahren wir einen Prediger, vor dem Frauen sitzen. Hinter ihnen erscheint der Tod. Auf unserem Bilde sehen wir nur drei Standesvertreier, den Reisigen, die Edelfrau und den Kaufmann. An den sehr beschädigten Bildern ist soviel wenigstens mit voller Sicherheit festzu­stellen, dass, sowie ein Totentanz durch den vierzeiligen oberdeutschen Todtentanztext oder durch andere Merkmale zu einem Todtentanz wird, der Maler den vollkommen durchgeführten Kettenreigen auch sogleich aufgeben zu wollen scheint. Durch diese Bestrebung der Todtentanz­Darstellungen ist dann auch der Keltenreigen des Todes­Tanzes mit der Zeit aufgegeben worden. — Phot, nach F. Lippmann : Mitteilungen der k. u. k. Central-Commision etc. N. F. Jg. 1 (1875); N. F. LXIII, S. 11. vgl. auch bei Künstle. Fig. 5. — Ungarische 7odes-Szene. — Schon aus dem XVIII . Jahrhundert stammt dieses Fresko der griechi­schen Holzkirche in Mérgeska (Ungarn). Während die Leib­eignen des ungarischen Guisherrn aus der Zeil des Freiheits­kampfes von Franz Rákóczi II. ihm ein Haus bauen, wer­den er und seine Frau vom Tod. der mit einer Sense naht, überfallen. Ich verdanke den Hinweis auf diese Darstel­lung, sowie den Besitz der vom Ungarischen Nationalmu­seum in Budapest verfertigten Photographie dem hoch­gelehrten und durch seine folkloristischen Forschungen weitbekannten ungarischen Gelehrten, Herrn Dir. und Prof. Dr. Joseph Ernyey, dem ich für seine Liebenswürdigkeit bei dieser Gelegenheit meinen innigsten Dank ausspreche. Das Bild reicht schon dem Inhalte, sowie der Entstehungs­zeit nach in das Material des dritten Bandes dieses Wer­kes hinüber. Ich teile es hier nur mit, um durch diesen Typus zu zeigen, dass sich schliesslich Todes-Tanz, To­ten-Tanz und Todtentanz nach gleichen Prinzipen ent­wickelten und die Reihe der Stände, ja sogar den Todes­Tanz-Reigen in einzelne Toten- und Todes-Szenen zerlegt haben. Somit war der Weg zu den „Bildern des Todes" von Hans Holbein d. Jüngeren und mit der Vermittlung seines weltberühmten Werkes zu den modernen Toten­tanzgattungen frei.

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