KOZÁKY ISTVÁN: A HALÁLTÁNCOK TÖRTÉNETE II. / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 5. (Budapest, 1944)

Anhang

-XIV­Vom Wagen links, im Hintergrund, liegend die Menschen, die der Tod schon getötet hat : die Leiche eines alten Eremiten und die eines jungen Mönches. Im Vordergrund links kniet eine männliche Gestalt, die um Erbarmung oder um Erlösung fleht. Der Wagen wird von den sym­bolischen Tieren des Grabes, von zwei Büffeln gezogen. Vor den Büffeln liegt Laura in einer Bahre, um die vier betende Nonnen knien. — Originalphotographie der Wie­ner Nat. Bibl. - Vgl. Tabelle A III3+ VI. Fig. 2. — Das Triumphbild des Berliner Kupt'er­stichkabinelts. — In der Handschrift des Berliner Kupfer­stichkabinetts Nr. 78. D. 11. fol. 116a hat ein Illustrator des XV. Jahrhunderts auch den Todes-Triumph Petrarcas mit dem antiken Begriff des Lebensrades, mit den drei Parzen vereinigt. Auf dem von zwei Drachen gezogenen schwarzen Triumphwagen steht die „Mors Dira", welche als eine primitiv gezeichnete Skeletfgestalt mit der Sense soeben einen Papst (mit Tiara) tötet. Im offenen Wagen liegen schon andere Leichen. Rechls, hinter dem Wagen, auf einer Erhöhung, stehen die drei Parzen : „Athropos, Lachesis, Cloto" (von links nach rechts). Wie sich in ei­nem Kreisbilde der Wiener Illustration ein Totenkopf be­fand, so sehen wir hier auf der Reichen Randverzierung ein männliches Bildnis in einem Rundbildlichen und kleine Putten. — Originalaufnahme des Berk Kupferstich­kabinetls. Fig. 3. — Illustration des Todes-Triumphes in ei­nem italienischen Frühdrucke. — Das Bild des Todes­Triumphes nach der Neuausgabe (R. 1891. Genua et Strizzi) des einzigen Exemplars in der Bibl. Nazionale Vittorio Emanuele in Rom. welches 1489 bei Pietro Paci­ni in Firenze erschien. Es ist schon eine sehr wilde Dar­stellung. Die in den Triumphwagen eingespannten vier Büffel sausen mit dem Wagen dahin, indem sie eine grosse Menge von verschiedenen Ständevertretern nieder­i'ahren. Im Hintergrund tragen Engel und Teufel die See­len der Getöteten in den Himmel oder in die Hölle. — Phot, nach der oben genannten Neuausgabe. Fig. 4 — Toten-Triumph der Gesamtlegende und Toten-Tanz in Clusone. — Auf der Aussenwand der Chiesa de' Disciplini (oder della Misericordia). welche ge­genüber der Chiesa maggiore von Clusone (Provinz Ber­gamo) steht, erscheint in der zweiten Hälfte des XV. Jhs. im Rahmen eines mehr florenlinisch als venezianisch oder lombardisch gehaltenen Freskos eine der interessantesten Toten-Tanz-Erweiterungen der mit dem Todes-Triumph vereinigten Totenlegendenform der Gesamtlegende. Diese Erweiterung konnte nur so entstehen, dass der unbekannte Meister, der nach der Art Giottos oder eines Beato Ange­lico da Fiesole, ja sogar sehr ähnlich wie Fra Filippo Lippi oder Benozzo Gozzoli arbeitete, die Todeslegenden­form und den Gedanken der Petrarca-Trionfi auf eine Variante der Trient-Basler Totenlegende übertrug. Die Kir­che gehörte dem Orden der Disciplini, welcher Büsseror­den im Jahre 1436 vom Bischof Cipriano di Bergamo ein­geführt wurde. Als sie gebaut wurde, hat man sie dem hl. Bernhardin von Siena (1380 — 1444) geweiht. Da Bern­hardin (Fest am 20 Mai) erst 1450 heiliggesprochen wurde, so meint man feststellen zu dürfen, dass das Alter der Kirche und der auf ihren Mauern befindlichen Fresken nicht über die Mitte des XV. Jhs. zurückreicht. Aber die Kostüme der Standesvertreter gehören noch der Grenze des XIV —XV. Jhs. an. Überhaupt ist es nicht schwer, auf dem ganzen Fresko solche Züge zu entdecken, welche auf eine handschriftliche Vorlage hinweisen. Erstens sind Schriftbänder und Inskriptionen vorwiegend. Dann aber hat das Fresko selbst, — ausser der nachträglich beige­legten modernen Einrahmung, — rechts und links auf ei­ner Randleiste Verzierungen, welche nach der Art der Handschriften ausgebildet sind. Die Randleiste vom Be­schauer aus rechts ist zerstört worden, da dort in die Mauer eine Tür eingeschnitten wurde, zu welcher eine Stiege hinaufführt. Die in der unteren Leiste befindliche Totentanzreihe ist auch rechts, in der Nähe dieser Tür, fast gänzlich zerstört. Da ich die Illustration nach der bei Vallardi veröffentlichten Skizze vorlege, sind diese Schä­den nicht bemerkbar, weil die Gestalten hier auf der Skizze rekonstruiert wurden. Aber in dem Werke von Pietro Vigo (Le Danze Macabre in Italia. Bergamo 1901®. S. 27—32) befindet sich eine Reproduktion des Bildes in freuer Wiedergabe des Originalzusfandes. Hier, wie auch bei Vallardi, ist die Reproduktion der anderen Randleiste mitgeteilt, welche sich vom Beschauer aus links befindet, und welche ich wegen Raummangel leider nicht mehr bringen konnte. Auf dieser Randverzierung des Bildes ist oben ein Totenschädel gezeichnet mit einem Schriftband und einer Aufschrift : Son Fine. Weiter unten auf sieben kleineren Schriflbäridern folgen die Namen der Sünden oder besser gesagt der „Nichtigkeiten", deren Ende der Totenleichnam ist: Svperbia, Avaritia, Lvssvria e Ira . . . it nos hie . . . s iniusta e . . . Invidia . . . Wenn auch die Inschriften lückenhaft sind, so sieht es doch über allem Zweifel, dass wir es hier mit demselben Fall zu tun haben, wie in der Münchener Hschr. Cod. Germ. 3974. Der Totenleichnam triumphiert hier wie dort über eine Reihe von Nichtigkeiten. Überhaupt ist die Grundlage der ganzen Darstellung der Triumph nach der Art Petrarcas. In dieser Richtung machen die italienischen Todes- und Totentänze einen ganz eigenartigen Weg. Wie aus der Subiaco-Pisaner Todeslegendenform der Gesamtlegende in der zweiten Hälfte des XIV. Jhs. der Todestriumph der spanischen Danga general della Muerte entsteht, so wird dieser Todestriumph auch in Pisogne zü einer reinen Va­domorireihe der vom Tod besiegten Stände. Aber in Ita­lien vereinigt sich die Todeslegendenform mit der Toten­legendenform, wie das schon an der Hand des Trienter Bildes gezeigt wurde. Auf unserem Fresko in Clusone wer­den die Geschehnisse. — wie auf dem Bilde des Jüng­sten Gerichtes in Autun, — in drei übereinander gestellte Streifen gezeichnet. In der obersten Region triumphiert der König Tod mit seinen beiden Gesellen. Es sind aber die drei Toten der Totenlegende, welche hier die Rolle des triumphierenden Todes übernahmen. Der mittlere Tote, welcher mit seiner Knone und in seinem königlichen Mantel „den Tod spielt", hält in seinen nach rechts und links ausgebreiteten Armen je eine Schriftrolle, deren Auf­schriften eigentlich den Gedanken „Ego finis illorum" variieren. Eine solche Schriftrolle befand sich auch im Cod. Germ. 3974 beim in der Mitte triumphierenden Gi­sant-Typ-Toten. Auf der Schriftrolle des Todes in Clusone vom Beschauer aus links steht : „Giunto per nome cha­mata morte ferischo a chi tocharä la sorte / non e homo chosi forte che da nie non po schampare". Auf der an­deren Schriftrolle, welche der Tod in seiner linken Hand hält, welche sich also vom Beschauer rechts befindet, steht folgender Text : „Gionlo la morte piena de equaleza sole voy ve volio e non vostra richeza / e digna sonto da portar corona per che signoresi ogni persona". Ausserdem gibt es noch zwei schriftrollen, rechts und links von de­nen, welche der Tod in der Hand hält. Diese wurden auf der hier nach Vallardi mitgeteilten Skizze nicht ganz ge­nau gezeichnet, wie auch der Text bei Vallardi und in­folgendessen auch auf unserer Reproduktion ganz falsch verteilt ist. Auf der kleineren Schriftrolle vom Beschauer aus zur linken Seite steht die Aufschrift : „Omnia (?) omo more / e questo mondo lassa / chi ofende adio amara mente passa / 1485". Diese Jahreszahl ist aber nicht das Datum der Entstehung des Freskos, sondern eher der Zeitpunkt der ersten Restauration des Werkes. Wenigstens lässt es sich ohne Schwierigkeit wahrnehmen, dass eine unerfahrene Hand am Bilde Korrekturen vornahm. Und wenn diese Jahreszahl auch als der Zeitpunkt der Ent­stehung des Werkes angesehen werden muss, so ändert dieser Umstand an der Bedeutung des Freskos nicht viel. Es ist ja eine Erweiterung jener Gesamtlegendenform, welche in Metz. Subiaco, Pisa, Trient und Basel schon viele Jahrzehnte vor 1400, also vor den ersten Todes- und Toten-Tänzen vorhanden war. Auf dem anderen Schrift­band kleineren Formats, vom Beschauer aus rechts, isl die Aufschrift nicht vollständig lesbar, weil sich das Schriftband gerade vor dem Schluss der Zeilen biegt : „Chi e fundato in la iustitia e . . . / E lo alto dio non ditchä . . . / La morte a lui non ne viene . . Poy che in, vita . . ." Wie gesagt, steht also in der obersten Region des Bildes der tote König als „König Tod", und seinen Triumph vollenden seine zwei toten Gesellen. Der eine Tote steht von ihm rechts und schiesst drei Pfeile ab, der andere steht auf seiner linken Seite und feuert ein arm­brustartiges Feuergewehr, eine Büchse ab. In der zweiten Region des Bildes, also im mittleren Streifen, rechts und links vom offenen Grabmal, auf welchem die drei Toten stehen und in welchem unter viel Ungeziefer die Leichen

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