KOZÁKY ISTVÁN: A HALÁLTÁNCOK TÖRTÉNETE II. / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 5. (Budapest, 1944)
Anhang
-Vll ein Philosoph, Theolog und in der Mitte ein Arzt mit Büchersack oder Uringlas ?), der Kriegsmacht (unten links : Forlitudo ; der Faustkampi eines Ritters im Panzerkleide und eines vornehmen Adeligen) und des Kaufmannsgükkes (unten rechts : Mercimönia ; ein Handelsschiff am felsigen Ufer zur Abfahrt bereit'. — Originalaufnahme der Bayer. Staatsbibl. Tafel IX. — Everyman-Dialog und Totenlegende am Schluss der Augsburg-Münchener Legendenform : München Cod. Germ. 3974. Everyman-Geschichte in Augsburg. Fig. 4. — Everyman-Dialog. — Nach den bisher beschriebenen Bildern der Handschrift Cod. Germ. 3974 folgt in demselben Kodex der bekannte lateinische Text vom unvorbereitet sternbenden Menschen mit dem Anf. : „0 mors quam amara est memoria tua .. ." (fol. 57v), worauf sich die lateinische Version des Everyman-Dialogs mit dem Anfang „Quis est tu quem video . . . ?" an diese vorausgeschickte Todesvision anschliesst. Da auch die Illustration dieses Textes auf Fol. 58r den Menschen dem mit einer Sense bewaffneten Tod gegenüberstellt, so ist festzustellen, dass nach den Gisanl-Typ-Szenen der Tolenlegendenform unter Fig. 7—9 nun auf den Seiten 57v, 58r —59r wieder eine mehrfache Todesvision erscheint. Dieses Streitgedicht zwischen dem Menschen und dem Tod, welches in dieser Version erst im XV. Jh. entstand, ist scheinbar eine Zugabe des Kopisten, den eine leise Ahnung von dem ursprünglichen Aufbau der Gesamtlegende und von den zwei, bzw. drei bösen Gesellen des bekehrten Everyman zu dieser eigenartigen Erweiterung des Gesamtlegendeninhalts geführt hat. da doch auf den Bildern Fig. 1—3 nur das Los eines einzigen bösen Gesellen in der Vision Everymans erzählt wurde. Mit dem Texte „0 mors quam amara est memoria tua . . ." und mit dem lat. Gedichte „Quis es tu quem video?" wolle der Kompilator dieser Augsburg-Münchener Legendenform auch das Schicksal des zweiten und dritten bösen Gesellen nach der Art der Everymanlegenden-Varianten in erweiterter Form darbieten. — Originalaufnahme der Bayer. Staatsbibl. — Vgl. Tabelle A V+Ill 7 Fig. 5. — Die Szene der Legende von den drei Lebenden und drei Toten im Rahmen der AugsburgMünchener Legendenform. — Auf fol. 59v wiederholt der Kompilalor dieser Legendenform die Legende von den drei Lebenden und drei Toten, welche in Metz, Subiaco und Pisa vor der Bekehrung Everymans steht und die Rolle einer einleitenden Geschichte spielt. Nach der Urfassung der Gesamllegende ist einer der drei Lebenden Everyman selbst, der sich infolge der Betrachtung der drei Totenleichname bekehrt, während seine beiden Freunde sündhaftes Leben fortsetzend von Toten oder vom Tod bestraft werden. Auf Spruchbändern befindet sich auf diesem Bilde der deutsche Text, den die drei toten und lebenden Könige zueinander sprechen. — Phot, nach Karl Künstle: Die Legende der drei Lebenden und der drei Toten und der Totentanz. Fieiburg i. Br. 1908. 1. III. b. S. 45-47. Tabelle A I' 4. Fig. 6. — Augsburger Holztafelbilder der Legendenszenen in München. — In der Handschrift 4° Cod. Halder. 27 (fol. 1 lb —12a ; 12b—13a) der Augsburger Staat»-, Kreis- und Stadtbibliothek illustrieren den Text „Von erst so spricht der ewig Gott . .." nachträglich eingeklebte Holzlafelbilder. Die ungemein wichtigen Angaben über diese Augsburger Handschrift, welche mich seinerzeit zur Erkenntnis des Vorhandenseins einer Augsburg-Münchener Legendenform geleitet haben, verdanke ich dem aussergewöhnlich wohlwollenden Entgegenkommen des hochgelehrten Direktors der Augsburger Bibliothek, Herrn Dr. Richard Schmidbauer. Die ungemein sympalische und väterlich-gütige Art seiner Persönlichkeit, mit welcher er mich noch als einen Universilätshörer in die Probleme der mit dem Augsburuer Texte verbundenen Totentanzfrage eingeführt hat, werde ich immer dankbarsten Herzens in freundschaftlicher Erinnerung bewahren. — Phot, nach Dr, Richard Schidbauer : Einzel Formschnitte des fünfzehnten Jahrhunderts. Strassburg 1909. Tafel X. — Die Trier-Homburger Gesamtlegende in St Gallen. Fig. 1. — Everyman und der Mönch. — Einer der vier Gesellen der Trier-Homburger Legendenform wird von einen Mönche belehrt. Dieses und die folgenden Bilder entnahm ich der angeblich ältesten, aber sicherlich wertvollsten Handschrift der Trier-Homburger Legendenform in der Stiftsbibliothek zu St. Gallen, Cod. 985 (507 BID folio. Mitte des XV. Jahrhunderls (Fol. 85 sieht die Jahreszahl 1467). Die Originalfassung dieser Legendenform aber stammt noch aus dem XlV. Jahrhundert, da der Text im Jahre 1400 (Lübeck, Stadlbibl. Ms. theol. germ. 1) schon als allgemein bekannt teilweise zitiert wird. Dass ich die Bilder der Legende nach der St. Galler Handschrift diesmal fast vollständig veröffentlichen kann, das verdanke ich dem Herrn Stiftsbibhothekar Dr. Joseph Müller, dem ich bei dieser Gelegenheit für seine werlvolle Hilfeleislung meine innigste Danksagung zum Ausdruck bringe. Das hier mitgeteilte Bild Everymans. den ein Mönch zu bekehren sucht, steht auf S. 381 der St. Galler Hschr. — Originalaufnahme der Bibliothek zu St. Gallen. — Tabelle A 1II 9. Fig. 2. — Everyman bekehrt sich. — S. 393: Der Bekehrte kniet vor Christus, während sich seine drei bösen Gesellen entfernen, ihn verlassen und sich gegen ihn verschwören. — Originalphot. d. Bibl. Fig. 3 — Everyman wird von seinen Gesellen verspottet. — S. 395: Everyman trat in einen Mönchsorden und als ihn seine untreuen Gesellen nach einer Weile wiedersehen, verspotten und misshandeln sie ihn. — Originalphot. d. Bibl. Fig. 4. — Die Gnade der Vision. — S. 397: Der Bekehrte, den der Zeichner jetzt fälschlich änderst gezeichnet hat, als auf dem vorhergehenden Bilde, kniet jetzt vor Christus und fragt, warum es den Guten und Bekehrten in dieser Welt schlecht geht und warum die Sünder meist sorgenlos leben. Der Herr verspricht ihm, in Vision sehen zu dürfen, wie es den Sündern im Jenseils ergeht. Nun folgen die Visionen des Bekehrten nach den bekannten „arabischen Nichtigkeiten" gruppiert. — Originalphot. d. Bibl. Fig. 5. — Die Vergänglichkeit der irdischen Schönheit. — S. 399—400: Auf zwei Seiten verteilt folgt die erste Vision des Bekehrten über die Nichtigkeit der irdischen Schönheit, welche ein schönes Mädchen personifiziert, das in der Linken einen Blumenkranz hält und sich durch den Spiegel des Teufels verführen lässt, währenddessen links oben Gott erscheint, aber die Seele der „irdischen Schönheit" durch die göttlichen Ermahnungen nicht von der Versuchung des Teufels abwenden kann. — Originalphot. d. Bibl. Fig. 6. — Die Ermahnung des Predigers. — S. 401 : Der Prediger macht von der Kanzel herunter den Versuch, die Seele der „irdischen Schönheit" zu bekehren, aber auch erfolglos. — Originalphot. d. Bibl. Fig. 7. — Weib und Tod. — S. 403 : Plötzlich erscheint dem schönen Weibe der Tod und die erste untreue Freundin des bekehrten Menschen muss sterben. — Originalphot. d. Bibl. Fig. 8. — Die Gisant-Typ-Leichnam der „Schönheit" im Grabe. — S. 405 : Die „irdische Schönheit", das unkeusche und eitle Weib. Everymans erste Freundin ist gestorben. Nun steht sie als ein von Würmern zernagter und verwester Leichnam im Grabe und es folgt der übliche „Jammerruf des im Grabe liegenden Toten". — Originalphot. d. Bibl. Fig. 9. — Toten-Triumph im Beinhause. — S. 407: Wie sich die Geschichte des ersten bösen Freundes in der Augsburg-Münchener Leeendenform und besonders in der Hschr. Cod. Germ. 3974 zu München zu einem mehrmaligen Triumph des Gisant-Typ-Toten erweiterte, so erscheint auch hier das Bild des Beinhauses, welches den Text „Merckend und gedenckend alle menschen gemein . ..", den Siegesschrei der Toten und der Verwesung illustriert. Diese Szene schliesst sozusagen die „Geschichte des schönen Körpers" ab und entspricht dem altfranzösischen Text „Cy commence du despit du corps" (Paris. Bibl. Nat. ms. fr. 957, saec. XIV. und vgl. auch damit den lat. Text des Dialogs zwischen dem reichen