Szücs György szerk.: München - magyarul, Magyar művészek Münchenben (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2009/6)

TANULMÁNYOK - Sármány-Parsons Ilona | München modernsége. Az 1880-as évek második fele és a Secession megszületése

ILONA SÁRMÁNY-PARSONS | MÜNCHENS MODERNITÄT Dieser Beitrag setzt sich zum Ziel, gegenüber einer früher üblichen ganz auf die Form zentrierten und dadurch oftmals auch reduzierten Betrachtung der Modernität eine authentischere und historisch besser untermauerte Auffassung zu rehabilitieren, die durch die mitteleuropäische (deutsche, österreichische, ungarische) Kunstkritik im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts vertreten worden war. Der erste Teil stellt die Münchner Kunstszene und deren nach 1886 einsetzenden Prozess der Modernisierung mit ihren einzelnen Stationen in aller Kürze dar. Dem folgt eine Analyse der Wirkung der im Glaspalast im Jahr 1888 veranstalteten internationalen Ausstellung, wobei die Kritikertätigkeit von Richard Muther in das Zentrum des Wandels in der Kunstbetrachtung gestellt wird. Danach folgt eine Analyse der Wirkung und des kritischen Widerhalls der wichtigsten Bilder der jährlichen Münchner internationalen Ausstellungen („Der Münchner Salon" 1889,1890,1891,1892). Dabei wird neben der Rekonstruierung der traditionellen stilhistorischen Einflüsse in erster Linie die thematische Erneuerung der Malerei unterstrichen. Neben den deutschen Quellen werden als bislang unerschlossene Quellengruppe die in ungarischer Sprache veröffentlichten Ausstellungskritiken von Károly Lyka herangezogen. Betont wird Muthers Schlüsselrolle hinsichtlich der neuen Auffassung der Modernität sowie seiner ersten, durch Toleranz und pluralistische Betrachtungsweise geprägten Synthese der modernen Malerei. Dadurch war nämlich etwa über ein Jahrzehnt hinweg die Förderung neuer künstlerischer Experimente in Mittel-Europa gewährleistet, ohne dabei einer einzigen Stilrichtung ausschließliche Priorität einzuräumen. Der letzte Teil des Beitrags behandelt die Rolle der Münchner Secession. In Verbindung damit wird neben ihrer Wirkung auf die Wiener Sezession kurz auch darauf eingegangen, worin sich die beiden Vereine unterscheiden. In Wien wurden die noch amorphen und recht pluralistischen ästhetischen Prinzipien lediglich weiterentwickelt und in eine theoretisch ausgereiftere, abgeklärte Form gefasst. Die Wiener Sezession übernahm jene Organisierungsfunktion, die in München die jährlichen internationalen Ausstellungen erfüllt hatten, indem sie in Wien jährlich drei Ausstellungen veranstaltete, dazu jeweils die zeitgenössischen modernen ausländischen experimentierenden Künstler einlud, der damaligen modernen Kunst aus der ganzen mitteleuropäischen Region eine Ausstellungsmöglichkeit bot und sich unter Beibehaltung der Zeitgemäfsheit sowie Aktualität für die totale künstlerische Freiheit einsetzte.

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