Nagy Ildikó szerk.: ARANYÉRMEK, EZÜSTKOSZORÚK, Művészkultusz és műpártolás magyarországon a 19. században (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 1995/1)

TANULMÁNYOK / BEITRÄGE - TÓTH Ferenc: A külföldi művészet jelenléte és pártolása az Országos Magyar Képzőművészeti Társulat kiállításain

erwähnten, im Jahre 1901 stattgefundenen, internationalen Ausstellung des Nationalen Salons hat der Staat, die Bitte der Gesellschaft außer Acht lassend, zugleich acht Werke angekauft. Oft geschah der Ankauf unmittelbar von den ausländischen Künstlern oder von Ausstellungen. Als die Eröffnung des Museums der Bildenden Künste (1906) sich annäherte, haben sich diese Initiativen besonders vermehrt, und darin spielte der Sektionschef der bildenden Künste des Ministeriums für Religion und Unterrichtswesen, Elek Koronghi Lippich, sowie der Sekretär dieser Sektion, Pál Majovszky, der ausgezeichnete Kunstsammler, eine hervorragende Rolle. Es ist kein Zufall, daß Gábor Térey, Károly Lyka und auch andere jenes urgierten, daß der Staat zum Ankauf von Kunstgegen­ständen die außerhalb unserer Grenzen befindlichen unmittelbaren Quellen erkunden möge. Die Ausstellungen der Ungari­schen Gesellschaft für Bildende Kunst hielten verhältnismäßig wenig Interessantes bereit, und auch bei der Zuerkennung der Preise ist in erster Reihe der akademische Konservativismus zur Geltung gelangt. Aus den wenigen sich doch ergebenden Möglichkeiten kamen dennoch drei Liebermann-Graphiken (1898), eine Kreidezeichnung von Segantini (1901), sowie je ein Gemälde von Lenbach (1901), Khnopff (1902) und Gallen-Kallela (1906) zum Ankauf. Es gab jedoch auch ein oder zwei solche Gelegenheiten bei den heimischen Ausstellungen, deren Versäumen heute schon einen unersetzbaren Verlust bedeutet. Eine solche Gelegenheit bildete die Präsentierung der Zeichnungen und Aquarelle von Alfons Mucha (1898), und die Vorstellung von mehreren weltberühmten englischen preraffaelitischen Kunstmalern im Jahre 1 901, (z. B. der Preis eines der Bilder von Burne-Jones für 4960 Kronen zählte als völlig durchschnittlich). Das empfindlichste Versäumnis geschah jedoch bei der Kunstausstellung des Frühlings des Jahres 1903. Es war eine exzeptionelle Gelegenheit gewesen, daß die Werke von zahlreichen berühmten und in den späteren Jahren schon unbezahlbaren, hauptsächlich französischen, Künstler zur Ausstellung gelangten. Bei dieser mit den Namen von Pissarro, Manet, Renoir, Monet, Sisley, Puvis de Chavannes, Moll, Kandinskij und Whistler gekennzeichneten Kunstausstellung waren mehrere Werke zu verkaufen. Keines von diesen wurde angekauft, anstatt dessen hat die Kommission elf solche Werke ausgewählt, von deren Schöpfern für heute nur der Name von Carl Marr und René Ménard nicht in Vergessenheit geraten ist. Bei der Jahrhundertwende und in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts waren die Vorbereitungen der Errichtung eines solchen neuen Museums im Gange, dessen Sammlungen schon seit langem in den Lagern der Landesgemäldegalerie und des Ungarischen Nationalmuseums sich aneinanderreihten. In den Gemäldegalerien dieser Institutionen waren die Andenken der geschichtlichen Zeitalter verhältnismäßig gut vertreten. Die unschätzbaren individuellen Initiativen von Károly Pulszky, des Direktors der Landesgemäldegalerie, abgerechnet, schien in den Jahren der Jahrhundertwende die Entwicklung der Sammlung der früheren Zeitalter eigentlich als wenig brennend. Die Regierung und die bei der Schaffung des Museums der Bildenden Künste mitwirkenden Beamten hielten, begreiflicherweise, die geschichtliche Kontinuität in der Sammlung vor ihren Augen. Dies war die Epoche der in riesigem Tempo stattfindenden Veränderung der Kunst; und auch eben deswegen war die verhältnismäßige Befolgung der Veränderungen notwendig gewesen. Der auf dem Gebiet des Ankaufes von ausländischen Werken sich manifestierende Schwung hielt mehr oder minder bis zur im Jahre 1906 stattgefundenen Einweihung des Museums der Bildenden Künste an. Sein Abbruch verursachte schwer ersetzliche Mängel bei der musealen Sammlung der folgenden Epoche.

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