Nagy Ildikó szerk.: ARANYÉRMEK, EZÜSTKOSZORÚK, Művészkultusz és műpártolás magyarországon a 19. században (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 1995/1)

TANULMÁNYOK / BEITRÄGE - HESSKY Orsolya: Nemzetközi-e a nemzetközi zsűri?

wäre, da sie immer nur den Entwicklungsstand eines einzelnen Landes schildern mußten, und die in separaten Räumen vorgestellten Werke der Länder war es viel einfacher mit dem benachbarten Raum zu vergleichen, als eine aufgrund komplexerer Gesichtspunkte, möglicherweise nicht nach Ländern verteilte Ausstellung zu analysieren. In dieser Methode können wireigenlich nichts Überraschendes finden, es klingt nur anfangs etwas seltsam, da nicht jener Aspekt der Internatio­nalität hervorgehoben wird, woran der Mensch zunächst denken würde. Aber kehren wir zu den Münchner internationalen Ausstellungen zurück: in dem mit mehr als 4000 Werken dichtgefüllten Glaspalast fielen die Zuschauer bereits im dritten Raum vor Müdigkeit zusammen: ohne sich anzustrengen, konnten sie die in 3-4-5 Reihen ausgehängten Gemälde kaum alle zu sehen bekommen. Die Internationalität wurde in einer Hinsicht vollkommen verwirklicht: in jeder Ausstellung durften alle Länder Bilder in fast unbegrenzter Zahl ausstellen, da die Künstlergenossenschaft glaubte, die Internationalität auf diese Weise zu verwirklichen und den Rang ihrer Ausstellung zu erheben. Und die Vorbereitungen setzten sich fort 6 : nachdem die Auswahl in Ungarn abgeschlossen war, begleitete der ernannte Kommissar (Telepy) die Werke nach München, wo sie von der sog. Aufnahmejury besichtigt wurden. Deren Mitglieder bestanden aus Vertretern von 19 deutschen Städten, und in 1 2 Tagen schauten sie sich die Werke an. Karl von Telepy sowie die anderen Kommissare spielten dabei keine Rolle mehr, sie mußten jedoch die Bilder in weiteren zehn-zwölf Tagen in den zur Verfügung gestellten Räumen zur Ausstellung vorbereiten. Die ungarischen Künstler 7 nahmen an dieser Schau mit 46 Bildern teil, die alle im gleichen Saal (Nr. 52) hingen. Ohne das Statut sind auch die konkreten Methoden der Auszeichnung unbekannt; von den ungarischen Künstlern gewann allein Géza Mészöly 8 einen zweiten Preis. Nach 1 879 folgten also die Münchner internationalen Ausstellungen in vierjährigen Abständen. 1897 wurde Karl von Telepy von Miklós Szmrecsányi abgelöst; das andere Mitglied des vorbereitenden Komitees war Franz Eisenhut, der bekannte ungarische Maler in München - er war für die Veranstaltung der Ausstellung verantwortlich. Die Methode hat sich also bis Ende des Jahrhunderts nicht verändert. Für die Stadt München bedeutete die größte heimische Konkurrenz die andere Großstadt, Berlin, deren Kunst - als die der Hauptstadt - in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts in den Vordergrund rückte. Die Führer des politischen Lebens betrachteten die Entwicklung der Kunst parallel mit dem Zuwachs der Macht als besonders wichtig, und mit der Organisation internationaler Ausstellungen glaubten sie gerade diesen Einfluß zu verstärken. Die große Ausstellung des Jahres 1891 wurde vom Verein Berliner Künstler anläßlich des 50jährigen Bestehens der Gesellschaft veranstaltet; über die Kulissenge­heimnisse der Ausstellung berichtete Gusztáv Keleti in einem offiziellen Aufsatz für die Zeitschrift Műcsarnok. 9 Aus seiner Schrift ging hervor, daß sich die Auswahlmethoden der Berliner Veranstaltung in vielen Gesichtspunkten nicht von den früher kennengelernten unterschieden. Daneben waren auch die Methoden der Verleihung von Auszeichnungen aufschlußreich. Darüber mögen die Quellen berichten: Keleti berichtete ausführlich über die „Tätigkeit der internationalen Jury, die zwecks Verleihung von Medaillen und Auszeichnungen zustande gebracht wurde". 10 Interessanterweise klagt er selbst über die „conservative Einstellung" der Schau, obwohl das Ausstellungskomitee und später die Jury selbst nach der freien Wahl von Künstlerkomitees und Körperschaften zusammengestellt wurde. Es wird zunehmend deutlich, daß dies eine allgemein angenommene Methode war. Im Falle der Berliner Ausstellung war die Lage besonders „pikant" - es ging dort um 4580 ausgehängte Werke. Die Mitglieder der Jury wurden aufgrund eines komplizierten Verhältnissystems zwischen ausstellenden Ländern und ihren Werken in die Aufnahmejury delegiert; aus anderen Staaten stellten jedoch so viele Künstler aus, daß gerade aus Ungarn nur ein einziges Mitglied in die Jury kam; sonst hätte sich die Jury zu einem „mehrköpfigen internationa­len Parlament" entwickelt. So konnte es vorkommen, daß nach 62 ungarischen ausstellenden Künstlern nicht zwei oder drei, sondern nur ein Gesandter in die aus 32 Mitgliedern bestehende Jury delegiert wurde. 11 Dies war also die Lage: für die Auswahl der Bilder war(en) ein - oder mehr - Delegierte aus dem betreffenden Land, er (sie) bestimmte(n) also, welche Werke in die veranstaltende Stadt reisen durften. Hier kamen die Werke vor eine internationale Jury - die sich eigentlich aus denselben Mitgliedern zusammensetzte. Dieser Ausschuß beurteilte die Bilder, ob sie tatsäch­lich ausstellbar waren und dieser war es auch, der die Auszeichnungen verlieh. Gusztáv Keleti konnte jedoch nur eine ungarische Schau zusammenstellen, die seinem Geschmack und Gefühlsleben folgte und schließlich ein einheitliches Bild der ungarischen künstlerischen Tätigkeit vermittelte. Man kann also feststellen, daß die sog. internationale Jury, die ihre Zusammensetzung betrachtet tatsächlich international war - da die Mitglieder aus den einzelnen teilnehmenden Ländern delegiert wurden - in der Wirklichkeit doch nicht international war, da an der Beurteilung der Werke keine ausländische Person teilnahm. Was die Auszeichnungen anbelangt: Aufgrund der vorhandenen Quelle ist genau bekannt, wie viele Auszeichnungen unter den tatsächlich unglaublich vielen Werken verteilt wurden. Von ernsthaften Gesichtspunkten, wahrem Werturteil kann hier keine Rede sein, im Falle dieser Ausstellung ging es viel mehr um die proportionale Verteilung der Auszeichnungen. „Seine kaiserliche Hoheit genehmigte 20 große und 50 kleinere goldene Medaillen, also auf jeden hundertsten Ausstellenden würde eine große und auf jeden vierzigsten eine kleine goldene Medaille entfallen." 12 Außer den Medaillen wurden auch Ehrendiplome verteilt, eigentlich wertvoller, als die goldenen Medaillen, und man darf die hundert mention honorables ebenfalls nicht außer Acht lassen. Wenn man die Unmenge der ausgestellten Werke betrachtet, ist es leichter einzusehen, daß die Künstler so viele Auszeich­nungen benötigten, da diese das sicherste Zeichen des Erfolges waren, ganz zu schweigen davon, daß es aus kommerziellem Grund besonders wichtig war, auch nur ein kleines mention honorable zu ergattern. Nichtsdestoweniger hätte es viel glücklicher ausfallen können, wenn aus der riesigen Menge der Gemälde aufgrund ernsthafterer Gesichtspunkte weniger Werke ausgewählt worden waren. Aus Keletis Bericht stellte sich nämlich heraus, daß die ursprünglich bestimmte Zahl der Auszeichnungen ungenügend war. Das Präsidium bat den Kaiser, die Zahl der goldenen Medaillen zu erhöhen. Die Bitte

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