Nagy Ildikó szerk.: ARANYÉRMEK, EZÜSTKOSZORÚK, Művészkultusz és műpártolás magyarországon a 19. században (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 1995/1)
SINKÓ Katalin: - A kiállítás célja és feladata
is fel kívánjuk hívni a figyelmet azzal, hogy - a szokásokkal ellentétesen - kiállításunk részének tekintjük a Nemzeti Múzeum egyik utódintézményének, a Nemzeti Galériának állandó kiállításán szereplő művek egy részét is, szerepeltetve azokat a katalógusban. A 19. század során széles publicitást kapott, műlapban is sokszorosított magyar történeti festmények, szobrok, mai nemzettudatunk építőkövei. Ám nemcsak a maguk fizikai valóságában, egyediségében, hanem a hozzájuk tapadó hagyomány révén váltak azzá. Madarász Viktor Hunyadi László siratása vagy Benczúr Gyula Vajk megkeresztelése című műve azok számára is ismerős, akik sohasem látogattak el a múzeumba: az iskolai tankönyvek, történelemkönyvek illusztrációiról széles tömegekhez szóltak ezek a művek, melyek a múltról való tudásunk kollektív kép-készletébe tartoznak. így joggal vélhetjük, hogy nemcsak a művek, az értékükről vallott - átörökített - tudásunk is a hagyomány részét alkotja. KATALIN SINKÓ Das Ziel und die Aufgabe der Ausstellung Die im Jahre 1995 stattfindende periodische Ausstellung der Ungarischen Nationalgalerie trägt den Titel: Goldmedaillen, Silberkränze - Künstlerkult und Mäzenatur im 19. Jahrhundert in Ungarn, und weist auf die verschiedenen Formen des Gesellschaftlichen zur Geltung Kommens der Künstler hin. Das Erlangen der Medaillen, der Preise bedeutete die Anerkennung des Publikums oder der Künstlergesellschaft. Der Herrscher würdigte mit Auszeichnungen oder mit der Verleihung eines Adelstitels die hervorragenden künstlerischen Leistungen; Kunstliebhaber und Vereine gründeten Preise und Medaillen, und auch die staatlichen Organe, die kulturelle Regierungsführung oder die gesetzlichen Behörden der Städte, der Komitate honorierten die Werke der Künstler mit Goldmedaillen. Neben der Erlangung der Preise konnten die Künsler auch mit der Huldigung des Publikums rechnen, im vorigen Jahrhundert war es nämlich üblich gewesen auch die Dichter, Schriftsteller, Musikanten und Kunstmaler bei der Gelegenheit ihrer künstlerischen Jubiläen mit einem aus Lorbeer oder Silber verfertigten Kranz zu beglückwünschen. Die bei Preisausschreibungen erlangbaren, oder auf Grund von hervorragenden Schöpfungen erhaltenen Preise brachten die Achtung der Gesellschaft zum Ausdruck, und zugleich bildeten sie Mittel der das Zustandekommen der Kunstwerke begünstigenden Unterstützung und auch der gesellschaftlichen Akzeptierung der künstlerischen Werte. In der Prämie, im Preis bestand jenes Mittel, mit welchem die führenden Schichten der Gesellschaft das Entstehen der künstlerischen Schöpfungen anregen konnten, die mit der Entlohnung einhergehende weitreichende Publizität konnte aber begünstigen, daß der Künstler, sowie seine Tätigkeit allgemein bekannt werde, daß der Künstler auf eine hohe Stufe der gesellschaftlichen Geschätztheit gelangen möge. Über die Geschichte der ungarischen Kunst können wir nicht nur mittels der Schilderung des Wettstreites der Stile oder ihrer Selbstbewegung sprechen, sondern auch durch die Darstellung der Geburt der Werte und der Umstände ihrer Annahme. Über den herkömmlichen Geschichten der künstlerischen Tendenzen und Traditionen, Wirkungen und Erneuerungen hinaus, können wir das künstlerische Leben je einer Periode auch derart gut charakterisieren, wenn wir es untersuchen, welche Leute haben und weshalb haben sie Goldemedaillen, Silberkränze, Auszeichnungen, Preise erhalten, und welche Leute haben und weshalb haben sie diese den Künstlern verliehen. Die Beantwortung dieser Frage ist nur derart möglich, wenn wir die Schaffung der Werke und ihrer Werte, den Vorgang ihres zum Werte werdens nicht als Produkt irgendeines esoterischen, über dem wahren Leben schwebenden künstlerischen Lebens betrachten, sondern ihn im Vorgang der gesellschaftlichen Diskussion unterbringen. In der großen Mehrheit der Fälle schafft der Künstler seine Werke nicht, oder nicht nur für die Nachwelt, sondern in sein eigenes Lebensmedium eingebettet, mit dem Verständnis, mit der Anerkennung seiner engeren Gesellschaft und seiner breiteren gesellschaftlichen Umgebung rechnend. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts waren jene Fäden, die je einen Künstler zum Auftraggeber oder zum Mäzen banden, zum größten Teil schon zerrissen, die Künstler konnten im Medium der Öffentlichkeit, bei den Ausstellungen, durch das Erscheinen im Museum auf Anerkennung rechnen. Außer den periodischen Ausstellungen, außer den Schauen des Kunstvereins dann der Kunsthalle hat die Historische Bildergalerie des Ungarischen Nationalmuseums die Werte der ungarischen Kunst mit einem ständigen Charakter dem Publikum erschlossen. Das in die Bildergalerie Gelangen je eines Werkes konnte für den Künstler und für das Publikum die im breitesten Sinne genommene Akzeptiertheit, das zu einem echten Wert Werden bedeuten. Der juristische Status des Nationalmuseums hatte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts mehrmals geändert. Während im Laufe der ersten Hälfte des Jahrhunderts das Museum größtenteils aus von den Angeboten der Komitate ins Leben gerufenen Geldbasen funktionierte, hat es sich nach dem Ausgleich in die Reihe der von dem Staate unterhaltenen nationalen Institutionen eingegliedert. Es geriet unter die Aufsicht des Ministeriums, und wurde zu einem hervorgehobenen Schauplatz der Art der Kulturpolitik von Eötvös und von Trefort. Wenn wir die Publizität, die Bekanntheit der Werke als Basis der gesellschaftlichen Annahme der künstlerischen Werte betrachten, dann müssen wir auch die Geschichte der vervielfältigten Werke in Betracht nehmen. Die im Museum in einem Einzelexemplar bewahrten Gemälde, Statuen sind nicht nur durch die Öffentlichkeit des Museums, sondern vor allem durch das Reproduzieren allgemein bekannt geworden. Der zwischen 1840-1867 tätig gewesene Pester Kunstverein wählte als jährliches Prämienblatt solche Bilder, die nach der Reproduktion in die Sammlung der Nationalen Bildergalerie gerieten. Die