Markója Csilla szerk.: Mednyánszky (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2003/2)

Das Leben und die Kunst von László Mednyánszky, mit besonderer Rücksicht auf die Periode vor - Alexandra Homolová: Sammlung und Restaurierung der Kunstwerke von László Mednyánszky in der Slowakischen Nationalgalerie

Firnis bestrichen. Während der nun laufenden Arbeiten entfernte der Restaurator die Spuren von allen schlech­ten Maßnahmen, die Oberfläche des Gemäldes wurde von der Firnisschicht, von den Retuschen und Kittungen befreit. Auch wurde die alte Doublierung entfernt und die originale Leinwand von Klebestoff und Verschmutzung befreit. Danach wurde das Bild auf eine neue Leinwand aufgebracht, die größeren beschädigten Flächen wurden ergänzt und auf einem neuen Keilrahmen von angemessener Qualität aufgespannt. Nach großzügig durchgeführten Kittungen wurden Malgrundierung und Retuschen behutsam aufgetragen - in Fällen von Beschädigungen von größerem Umfang griff man auf das Mittel der Vereinfachung zurück - um das Ergebnis sowohl hinsichtlich der Farben, als auch des Charakters dem Originale anzunähern (Abb. 2/a-e). Als Ausnahme ist es zu bezeichnen, dass sich auch der zeichnerische Entwurf zu den genannten beiden Bildern in der Sammlung der Slowakischen Nationalgalerie befindet. Die Zeichnung zum Bild Unglück wurde 1967 vom Museum angekauft und war lange Zeit unter dem Titel Studie eines monumentalen Werkes III. registriert. 28 Auch diese Werke wurden im Laufe der Jahre 2001/2002 restauriert, weil eine Präsentation wegen des schlechten Zustandes nicht möglich wäre. Eine Fachanalyse der Werke hatte vor der Restaurierung bestätigt, dass der Zustand der beiden Blätter sehr schlecht ist, was auf die vorhergehenden Restaurierungsmaßnahmen (Festbügeln des Papieres auf die Leinwand mit stärkehaltigem Klebstoff), bzw. auf die ungeignete Lagerung (Zusammenrollen) zurückzuführen ist. Demzufolge entstanden Risse, teilweise verminderte sich der Papiergehalt, das Material vergilbte und die Oberfläche war mit Staub bedeckt. Nach der komplizierten Entfernung der oberflächlichen Verschmutzung und der sekundären Umklebung, sowie nach Reinigung, Sanierung und Ausspannung des Grundes, fingen die Restauratoren an, den fehlenden Papierstoff zu ergänzen, die Kittung und die neu gefärbten Details dem Originalen anzupassen. Auf ähnliche Weise verlor das Gemälde Berglandschaft in Italien 29 von Mednyánszky seine Pracht, als es Ende der 1970er Jahre auf eine dicke Leinwand mit stärkehaltigem Klebstoff unangemessen aufgepresst, bzw. auf einen ungeeigneten Keilrahmen aufgespannt wurde. Das großformatige Landschaftsbild gehört mit seinem mehrschichti­gen, pastosen Farbenauftrag zu den Raritäten in der slowakischen Malerei. Die Beschädigung der Farbschichten vor der jüngsten Restaurierung des Werkes 30 weist daraufhin, dass es eine selbständige untere Schicht gibt, was auch von der nachfolgenden Röntgenanalyse bestätigt wurde. Der Restaurator konzentrierte sich auf die Befestigung der Farbschichten, und verwendete aufgrund ihrer Abblätterung, bzw. ihrer schlechten Bindungsfähigkeit Leim. Die Slowakische Nationalgalerie erwarb 1971 das Werk Zsigmond Justh im Park (Kat. 40) von Mednyánszky. 31 Das Bild war vor dem Zweiten Weltkrieg im Besitz der Familie und es darf angenommen werden, dass es der Künstler in seinem Atelier in Strázky gemalt hatte. In Anbetracht der Laufbahn des Künstlers gilt dieses Werk als ein seltenes schöpferisches Experiment. Auf dem Bild ist ein lebensgroßer, auf einer Bank sitzender, stilisiert modellierter Mann zu sehen. Der untere, mit Spachtel pastos aufgetragene Teil der Komposition, bzw. die Birken im Hintergrund scheinen mit einem Schwung auf die Leinwand gebracht worden zu sein, und wurden später vom Maler nicht mehr übermalt. Die Gestalt des Mannes im dunklen Anzug wurde dagegen mehrmals „umgemalt". Die Figur zeigt mehrere Versionen der Körperposition, besonders der Hände und Beine auf der linken Seite, außerdem scheinen manche Malschichten aufgetragen und später wieder abgeschabt worden zu sein. Trotzdem scheint der Maler zu keinem akzeptablen Ergebnis gekommen zu sein, denn das Bild blieb unvollendet. Bis 1971 war das Gemälde aufgerollt, demzufolge ist es geknittert, an einigen Stellen, wo die Malschichten dicker waren, sogar zerbröckelt. Zur Zeit ist die Restaurierung des Bildes (Miroslav Bezák, 2003) in ihrer letzten Phase, nach Grundierung und Kittung der verletzten Bildteile wird der restauratorische Eingriff durch angepasste Retuschen und Ergänzung der Färbung vollendet. In der letzten Zeit sind die Werke von Mednyánszky in der Slowakischen Nationalgalerie in den Brennpunkt des Interesses geraten. So kam es durch die im Jahr 2000 durchgeführte, außerordentliche Anschaffung zu einer erheb­lichen Erweiterung der Sammlung der Galerie. Im Einklang mit den großangelegten Ausstellungsprogrammen des Museums wird auf die Bewahrung bzw. Wiederherstellung des Zustandes der Werke ein besonderer Akzent gelegt. 32 Natürlich gibt es viele Werke des Künstlers, die sich in slowakischem Privatbesitz befinden. Manche die­ser Arbeiten wurden zum Kauf angeboten, doch nur wenige sind von solcher Qualität, dass ihre Anschaffung eine Ergänzung der Mednyánszky-Sammlung in der Galerie sein könnte. Die Slowakische Nationalgalerie verfügt bei Kunstwerken über kein Vorverkaufsrecht, außerdem ist sie aufgrund des freien Marktes nicht imstande, mit der größeren privaten Kaufkraft Schritt zu halten. Für die slowakische Forschung wäre es besonders interessant, die Mednyánszky-Werke aufzuspüren, die sich außerhalb der Slowakei, in Ungarn oder in Österreich in Privatbesitz befinden, auch wenn sie für unsere Sammlung nur eine partielle, ergänzende Note hätten. Die wissenschaftlichen Vorarbeiten zur Ausstellung, zu denen auch unser Katalog gehört, haben unter anderem darauf hingewiesen, dass die museale Sammlung von Mednyánszky­Werken in der Slowakei wie auch in Ungarn von unleugbarer Bedeutung und Qualität ist, und dass die Kunst von Mednyánszky ein Schatz ist, der das kulturelle Erbe beider Länder bereichert.

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