Nagy Ildikó szerk.: A Magyar Nemzeti Galéria Évkönyve 1992-1996 (MNG Budapest, 1998)

BUZÁSI, Enikő: EINIGE KAPITEL AUS DEM LEBENSWERK DES BILDNISMALERS ÁDÁM MÁNYOKI - Arbeiten für den Dessauer Hof sovie für Auftraggeber in Dresden und Leipzig. In Nachstichen überlieferte Werke (1714-1723)

ARBEITEN FUR DEN DESSAUER HOF SOWIE FÜR AUFTRAGGEBER IN DRESDEN UND LEIPZIG. IN NACHSTICHEN ÜBERLIEFERTE WERKE (1714-1723) Mányoki kam zu Beginn des Jahres 1713 über den Krongroßmarschall von Polen, den Grafen Bieliriski, mit seinem späteren Brotherrn August dem Starken in Berührung, der ihn von Danzig nach Warschau berief und ihn gleich mit der Porträtierung einiger polnischer Damen beauftragte. Davon berichtet einige Jahrzehnte später der Maler selbst in einem seiner Gesuche um die Wiedererlangung seines Hofmalerpostens. Er berührt darin auch die weiteren Aufträge des Königs und gibt eine Zusammenfassung der Ereignisse und der Arbeiten der folgenden zwei Jahre. 202 Sein Bericht bekräftigt, was auch aus anderen Quellen bekannt ist, daß nämlich August der Starke den Maler in diesen Jahren nur gelegentlich beschäftigte. Im Gesuch wird zwar ein ihm - vermutlich noch in Warschau - zu­gesprochenes Jahresgehalt erwähnt, aber hinsichtlich seiner festen Anstellung wurden noch jahrelang keine Maßnahmen getroffen. Dazu kam es erst 1717. Der Herrscher ernannte ihn mit einem in Karlsbad am 26. Juni datierten Schreiben zum Hofmaler im Rang des „ersten Porträtmalers", mit einem Jahresgehalt von 1000 Talern. 203 In vorliegendem Aufsatz wollen wir auf die Tätigkeit Mányokis als Hofmaler nicht näher eingehen. Die Auswertung seiner Aufgaben und die katalogmäßige, fallweise archivalisch belegte Be­arbeitung seiner Arbeiten für August den Starken sollen in einer nächsten Veröffentlichung unter­nommen werden. 204 Von den Gemälden, die im Auftrag des Herrschers ausgeführt wurden, wollen wir hier nur diejenige behandeln, die in stilistischer Hinsicht oder über die Person des Dargestellten eine enge Verbindung zu den Arbeiten für die Fürsten von Anhalt-Dessau aufweisen. Ein Teil der Arbeiten für August den Starken aus dem Jahr 1714 sind in einer am 12. Oktober 1714 in Dresden ausgestellten Rechnung angeführt. 205 Es handelt sich um Bildnisse der preußischen Königs­familie und von Angehörigen des Hauses Anhalt­Dessau beziehungsweise einer Dame des Dessauer Hofes, die in Berlin und in Dessau ausgeführt wurden. Der Maler verlangte für die Bildnisse - es waren nach Steinhäusers Dresdener Inventar in 8° „vor 1741" durchwegs Brustbilder - insgesamt 18 Dukaten. Die fünf Bilder, die in Berlin entstanden ­König Friedrich Wilhelm von Preußen, die Mark­grafen Christian Ludwig und Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt, die Gemahlin des letzteren, Markgräfin Maria Dorothea, geborene Prinzessin von Kurland sowie die Prinzessin Johanna Charlotte von Anhalt-Dessau, die Witwe des Markgrafen Philipp Wilhelm von Brandenburg-Schwedt - lassen sich auf das Frühjahr 1714 datieren, als sich Mányoki nach­weislich in Berlin aufhielt, vermutlich eben zum Zweck der Ausführung dieser Bildnisse. 206 (Kat. Nr. 57, 60, 63, 71.) Nach Vollendung der Berliner Arbei­ten fuhr der Maler seinem eigenen Bericht zufolge nach Dessau, wo er „mehr als neun Gemälde" aus­führte, 207 und zwar vier davon im Auftrag Augusts des Starken, die in den letzten Posten der erwähnten Quittung angeführt sind. Diese Bildnisse zeigen den Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau und zwei seiner Schwestern, Prinzessin Marie Eleonore von Anhalt­Dessau, verheiratete Herzogin Radziwill und Prinzessin Henriette Agnes sowie eine Hofdame der letzeren, Maria Henriette von Schilling, in der wir die Gattin des Heinrich Karl Ludwig von Hérault er­kennen dürfen (Kat. Nr. 64, 69, 72, 73). Jedes dieser Bilder läßt sich mit den entsprechenden Posten der beiden Dresdener handschriftlichen Inventare ­Gemäldeinventar von 1722/28 208 sowie Steinhäusers Inventar „vor 1741" 209 - identifizieren, obwohl in den Inventaren der Name des Malers nicht immer angegegeben ist. Sieben der Bilder wurden nämlich im selben Format ausgeführt (1 Elle 10 Zoll in der Höhe, 1 Elle 3 Zoll in der Breite), davon weicht das Bildnis der Prinzessin Marie Eleonore von Anhalt­Dessau nur geringfügig ab, während das Bildnis der Maria Henriette von Schilling nach den Maßen der übrigen, von Mányoki gemalten Stücken der „Schön­heiten-Galerie" ausgeführt ist. Nach den Eintragungen der Inventarbücher wurde unter den Bildern der Quittung von 1714 nur letzteres - in erster Auf­stellung - in die Pillnitzer „Schönheiten-Galerie" eingegliedert, die Bestimmung der übrigen Bilder bleibt entweder ungewiß oder verweist auf eine andere Konzeption. Als den frühesten Standort der Bildnisse der preußischen Herrscherfamilie geben nämlich die Inventarbücher - soweit sich ihre sammlungsgeschichtliche Vergangenheit zurück­verfolgen läßt - das „Grün Gewölbe" genannte Saalensemble an. Darunter sind für jene Zeit die Säle im Obergeschoß des Residenzschlosses zu verstehen, deren Ausstattung in ihrer ersten Form 1724 abgeschlossen wurde. 210 In der ersten Aufstellung nahm das „Grün Gewölbe" im Sinne der Museums­und Sammlungskonzeption Augusts des Starken ­wiewohl noch im traditionellen Sinne der „Kunst­kammern" - die als bedeutender geltenden Gemälde,

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