Fehér György szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1995-1997 (Budapest, 1998)
ZSIGMOND CSOMA-GYÖRGYI GYÖRKÉ: Die bäuerliche und bauer-bürgerliche Lebensform und Trianon - Tatsachen und Illusionen im Leben der Minderheiten Mitteleuropas (Historisch-ethnographische Ausstellung zum Anlaß des 75. Jahrestages der Unterschreibung des Friedensvertrages von Trianon)
sen wäre, nicht an den alten Gebietsverhältnissen zu rühren. Die bestehende Ordnung der Dinge, auch wenn sie tausendjährig ist, hat keine Berechtigung für die Zukunft, wenn sie als ungerecht befunden wurde." Den von Albert Apponyi - dem Leiter der ungarischen Delegation-vertretenen Standpunkt - akzeptierte die Friedenskonferenz nicht. Es entstand das Dokument, das wir unter dem Namen Trianoner Friedensvertarg kennen. Er ist am 4, Juni 1920 in Versailles im Schloß Groß-Trianon unterschrieben worden. Damit verschwand die Österreich-Ungarische Monarchie von der Karte, zusammen mit dem deutschen Kaiserreich und dem Türkischen Reich. Die Nationalversammlung akzeptierte am 15. November 1920 auch in der dritten Lesung den Friedensvertrag von Trianon. Die Gesetzesvorlage wurde - der Veröffentlichung halber dem Ministerpräsidenten weitergegeben. Die Nationalversammlung inartikulierte den Vertrag am 26. Juh 1921 (1921: Ges.-Art. XXX III), wodurch Trianon zum ungarischen Gesetz wurde. Die Politik und die Methoden der Entente verdarben aber die politische Atmosphäre des Donau-Beckens und des Balkans und schufen feindliche Beziehungen zwischen mehreren Ländern. Die Diskussion der Sitzung der Konferenz am 3. März wurde Lloyd George, dem englischen Hauptdelegaten mit der Bekanntmachung der wichtigen ethnischen Angaben der von Apponyi überreichten Dokumente und Karten eingeführt. Er reihte die den einzelnen Ländern zuzuordnenden ungarische ethnische Gruppen auf, mitteilend, daß dies insgesammt 2.750.000 Seelen betreffe,"also ein Drittel der gesamten ungarischen Bevölkerung", und dann erklärte er: „Es ist nicht leicht, den Vorschlag zu verteidigen, " Das Gebiet des geschichtlichen Ungarns (ohne Kroatien) schrumpfte von 282 000 auf 93000 Quadratkilometer und die Zahl der Bevölkerung von 18 Millionen auf 7,6 Millionen zusammen. Auf den abgetrennten Gebieten machte die Zahl der Bevölkerung ungarischer Nationalität 3424000 Personen aus. (Davon kamen 1084000 in die Tschechoslowakei, 1705000 nach Rumänien, 564000 nach Jugoslawien und 65000 nach Österreich.) Somit geriet ein Drittel, 33.6% der ungarischen Nation unter fremde Herrschaft: jeder dritte Ungar. Etwa die Hälfte der abgetrennten ungarischen Minderheiten hing eng mit der ungarischen Nation zusammen. Wenn also der Frieden von Paris - aufgrund der vom amerikanischen Präsidenten Wilson verkündeten Prinzipien - wirklich bestrebt gewesen wäre, annährend einen Nationalstaat ins Leben zu rufen, dann hätte man mindestens anderthalb Millionen ungarische Einwohner Ungarn überlassen sollen. Demgegenüber fielen auf die 42 Millionen Einwohner der Nachfolgestaaten ca. 16 Millionen Bewohner anderer Nationalität, und dies „hatte zur Folge", daß die Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien zu Staaten mit vielen Nationalitäten wurden, genauso wie die Österreich-Ungarische Monarchie es war. (Der Frieden von Trianon bedeutete auch wirtschaftlich einen großen Schlag für Ungarn. Das Land wurde 62,2% seines Bahnnetzes, 73,8% seiner Straßen, 64% seiner Schiffahrt, 88% seiner Wälder, 83% seines Eisenerzbaus und all seine Salzbergwerke beraubt.) Die Mächte der Entente haben auf der Pariser Friedenskonferenz - um der Gier ihrer mitteleuropäischen Verbündeten Genüge zu tun - nach der Absteckung der Grenzen Straßen, Kanäle, Eisenbahnlinien abgeschnitten, Städte und Dörfer auseinandergerissen, Bergwerke ihrer Eingänge und Friedhöfe der Angehörigen beraubt. Es kam nur zu einer Grenzänderung: