Fehér György szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1992-1994 (Budapest, 1994)

Raoul H. Francé-emlékülés - GEORG SIEBENEICHER: Justus Liebig, Raoul Francé, Sir Albert Howard — drei Begründer biologischen Landbaues

logische Art" bestellt. Während dieser Jahre habe ich dieser grossartigen und wichti­gen Methode Anhänger geworben, mit denen ich dann gemeinsame Versuche und Stu­dien unternahm, und ich bin durch die erzielten Erfolge zu der Überzeugung gelangt, dass die Mehrproduktion in der Landwirtschaft leicht und sicher einzig auf Grund der neuen Edaphon-Lehre zu erreichen ist." Er zitiert eine Broschüre, die mit 10 000 Auf­lage vom Königlich Ungarischen Handelsministerium herausgegeben wurde. Francé und Liebig In "Das Leben im Ackerboden" nennt Francé Liebig den "unvergänglichen Wohl­täter der gesamten Menschheit", weil er den Kampf gegen den Raub am Boden und für den Ersatz der Mineralien aufgenommen habe. Es fällt auf, dass Francé hier nur vom Ersatz der Mineralien spricht - nicht vom Humus und vom Stickstoff-Kreislauf. Wir müssen annehmen, dass er Liebigs Arbeiten nach der Periode von etwa 1848 bis 1856, als dieser die öffentliche Diskussion mied und Landwirtschaft studierte, nicht kannte, insbesondere nicht den 2. Teil "Die Naturgeselze des Feldbaues" der 7. Auf­lage der "Agrikulturchemie". Hätte Francé Liebigs vollständig entwickelte Vorstellung von der Rolle des Humus und des Stickstoff-Kreislaufes gekannt, wäre das für ihn vermutlich ein überwältigen­der Eindruck gewesen. Sir Albert Howard — Boden und Gesundheit Sehen wir Liebig als den Pionier, ja als Mitbegründer der modernen Ökologie, Fran­cé als ihren Vollender auf dem Gebiet der Bodenökologie so Sir Albert Howard als den grossen Praktiker der angewandten Agrarökologie. Diese drei haben aber recht unterschiedliehe Wurzeln: Kam Liebig von der Philo­sophie (nämlich als Erlanger Student) und dann entscheidend von der rechnenden, ma­thematisch begründeten Naturwissenschaft, Francé von der beobachtenden und integrierenden Naturwissenschaft, so Howard von der wissenschaftlich begleiteten land­baulichen Praxis. Geboren wurde Howard am 8. Dezember 1873, im Todesjahr Lie­bigs, auf einem Hof in der bäuerlich geprägten westenglischen Grafschaft Shropshire mit gemischter Landwirtschaft (nicht im ostenglischen Suffolk der Grossbetriebe). Im Leben auf dem Hof beobachtete er von Kindheit an, wie Pflanze, Tier und Mensch mi­teinander gedeihen. Der ehrgeizige Schüler war mit zwanzig Student in South Kensington, später im Cambridge. Sein Studium legte er zunächst breit an, mit Physik, Chemie, Geologie, er spezialisierte sich aber bald auf Biologie und erwarb 1898 zwei Diplome als Landwirt. Er wurde Lehrer auf Barbados, später Spezialist für Pilzkrankheiten in Westindien, und mit 29 Jahren erschien seine erste Arbeit "Die Behandlung von Pilzkrankheiten". Angeregt durch seinen Lehrer Marshall von Cambridge weist er schon hier hin auf die natürliche Widerstandsfähigkeit von Pflanzen: "Gesunde Pflanzen besitzen eine bet­rächtliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Parasiten, auch Pilzen".

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