Takács Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1978-1980 (Budapest, 1981)

Urbán László: A paraszti állattartás rendszerének felbomlása az első négy termelőszövetkezeti városban

ZERFALL DES BÄUERLICHEN VIEHHALTUNGSSYSTEMS IN DEN ERSTEN VIER PRODUKTIONSGENOSSENSCHAFTLICHEN STÄDTEN von LÁSZLÓ URBAN In der Abhandlung wird der Zerfall des bäuerlichen Viehhaltungssystems in den Städten Karcag, Kisújszállás, Mezőtúr und Túrkeve untersucht. Diese vier Siedlungen, die in der ersten Phase der soziaüstischen Umorganisierung der ungarischen Landwirtschaft als Schwerpunktgebiete betrachtet wurden, hegen auf einem Gebiet von mehr als 100 000 Hektar im östlichen, bzw. südöstlichen Teil des Komitats Szolnok. Es wird festgestellt, dass fünf Hauptkriterien der bäuerlichen Viehhaltung in diesen vier Städten hervorgehoben werden können, u. zw. die grosse Bedeutung des Weideganges; die, den sparsamen Futterverbrauch bezweckende Selbstversorgung mit Futtermitteln; die mit viel Lebendarbeit verrich­tete sorgfältige Viehpflege; die wichtige Rolle der Gehöfte in der Viehhaltung sowie die gut abges­timmte Arbeit von Pflanzenbau und Viehhaltung. Als Träger dieser Traditionen sollen die klein-und mittelbäuerlichen Betriebe erwähnt werden, deren Besitzer binnen ganz kurzen Zeit den Produktions­genossenschaften beigetreten sind und 1951 schon zum Grossteil Mitglieder von Produktionsgenossen­schaften waren. Die im forcierten Tempo durchgeführte Kollektivisierung brachte tiefgreifende Veränderungen mit sich, die in vieler Hinsicht zu widerspruchsvollen Ergebnissen führten. Einzelne Elemente der traditionellen Wirtschaft verschwanden bald, andere wieder lebten noch einige Zeit weiter. Das bäuer­liche Produktionssystem als Ganzes zerfiel sodann mit der Ausgestaltung der Grossbetriebe. In diesen ersten vier produktionsgenossenschaftlichen Städten erfolgte diese Umwandlung ohne entsprechende Sicherung der persönlichen und objektiven Voraussetzungen der grossbetrieblichen Wirtschaft. Demzu­folge traten bei den Produktionsfaktoren mehr oder weniger Störungen im Gleichgewicht ein, die sich schwer auf die Entwicklung der Viehhaltung auswirkten. In der Abhandlung werden zunächst diese Erscheinungen untersucht. Bei der Besprechung der Kollektivisierung wird die Tatsache betont, dass in den vier erwähnten Städten fast alle Bauern, die Land hatten, aber nicht als Kulake betrachtet wurden, innerhalb eines nicht ganzen Jahres - die meisten sogar innerhalb einiger Wochen - den Genossenschaften beigetreten sind. Im Zusammenhang damit wird der Entwicklungsprozess des genossenschaftlichen Viehbestandes dargestellt, unter Berücksichtigung dessen Quellen und die Ungleichmässigkeiten im Wachstum. Nach den ersten zwei - eigentlich schon die Voraussetzungen schüdernden - Teilen wird - die Auflösung bzw. Änderung der traditionellen bäuerlichen Viehhaltung in fünf konstruktive Einheiten dargestellt. Es wird darauf hingewiesen, dass die forcierte Kollektivisierung in der Arbeitskräftenver­sorgung, der plötzliche Zuwachs des Viehbestandes in der Unterbringung und Fütterung die Tierhaltung mit grossen Schwierigkeiten belastete und den Kräfte- und Gesundheitzustand der Tiere ungünstig beeinflusste. Es wird gezeigt,dass der Weidegang am Anfang der 50er Jahre in grossem Ausmass zurück­gedrängt wurde, dann aber wieder an Bedeutung zugenommen hat. Es wird festgestellt, dass die Arbeit des Pflanzenbaues in den Produktionsgenossenschaften schon in der allerersten Zeit von der der Viehhaltung getrennt war, was auch in der strukturellen Trennung zum Ausdruck kam. Aus der Abhandlung geht hervor, dass es in den ersten Jahren nur teilweise gelang, die schon kaum angewendeten alten Elemente in der Viehhaltung mit neuen, die Entwicklung bedeutenden Elementen zu ersetzen. Demzufolge konnte sich der Erfolg, in dessen Interesse die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft letzten Endes erfolgte, erst in einer späteren historischen Phase realisieren.

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