Takács Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1975-1977 (Budapest, 1978)

Pintér János: A kecskeméti „Miklós" szőlőtelep létrejötte és első évtizede

der Errichtung der Anlage eine bedeutende Rolle gespielt hat, den Namen „Staatliche Weinanlage MIKLÓS" erhielt. Die Anlage hatte zwei Hauptaufgaben: einerseits die Aufrechterhaltung und Vermehrung der durch die Phylloxera verwüsteten Reben der ungarischen und bei uns angebauten edlen europäischen Sorten und andererseits die Modernisierung und Propagierung der Weinkultur auf Sandböden, d.h. die Errichtung einer Modellanlage. Dementsprechend hat sich im Laufe der Jahre die stufenweise erfolgte Einteilung der Anlage ausgeformt: etwa Zweidrittel dieser Fläche wurde zur Demonstrierung der Weinkultur auf Sandböden bzw. zur Züchtung der auf Sandböden gepflanzten Sorten benützt. Weinproduktion, Kellerei wurde in der Anlage nicht betrieben. Die Reben wurden regelmässig in viereckigen, je 60 m breiten und langen Fluren von je 1000 Quadratklaftern angepflanzt. Der Abstand sowohl der Reihen als auch der Weinstöcke betrug je 130 cm. Auf ein Flurstück wurden 2500 Weinstöcke (50 Reihen, 50 Stöcke pro Reihe) angepflanzt und auf einem Katastraljoch konnten insgesamt 4000 Weinstöcke gepflanzt werden. Im Laufe der verschiedenen Etappen des Weinbaus wurden auf der Anlage „Miklós", — oft sogar auch die undankbare Rolle der Pionierarbeit auf sich nehmend -, zahlreiche neue Verfahren erprobt bzw. eingebürgert. Bei dieser Arbeit hatte besonders der Direktor der Anlage, János Koritsánszky eine hervorragende Rolle gespielt, der mit seinen eigens konstruierten Weinbaugeräten, mit seinen in den zeitgenössischen Fachzeitschriften veröffentlichten Berichten sehr viel zu der Modernisierung des Weinbaus auf Sandböden beigetragen hat. In den Jahren nach der Errichtung wurden auch amerikanische Weinrebesorten angepflanzt. Am Anfang der 1890-er Jahre betrug die Fläche der amerikanischen und europäischen Rebeschule 20 Katastraljoch, die der amerikanischen Stammpflanzung 17 Katastraljoch, die der europäischen Stammpflanzung 70 Katastraljoch (hier wurden 10 Tafeltrauben- und 35 Weintraubensorten, insg. 45 Sorten im Grossen gezüchtet), und auf 4 Katastraljoch wurde eine Sortensammlung von 440 Sorten angelegt. Auf der Anlage „Miklós" wurden die wichtigsten Weinbauarbeiten den genau bestimmten Vorschriften gemäss, von Gesindearbeitern durchgeführt; zur Erledigung kleinerer Arbeiten wurden auch Taglöhner aufgenommen. Durch die Verbreitung der widerstandfähigen Pfröpflinge hat die Phylloxerabekämpfung inzwischen bedeutende Fortschritte erreicht. Immer grössere Sandflächen wurden mit Weinreben bepflanzt, ein Aussterben der alten, edlen Sorten war nicht mehr zu befürchten, so wurde die Anlage aus der Interessensphäre immer mehr in den Hintergrund gestellt. In den Jahren von 1884 bis 1898 hat die Anlage fast 6 Millionen Weinreben für die ungarische Weinkultur zur Verfügung gestellt und die hier produzierten Tafeltrauben wurden in zahlreiche Länder Europas exportiert. Die Anlage „Miklós" hat durch ihren zahlreichen praktischen Demontrationen, Ratschlägen und Hilfeleistungen zum neuerlichen Aufschwung der Weinkultur und Weinkunde in Ungarn äusserst viel zugetragen. Eine besonders wichtige Rolle hatte sie mit der Schaffung der blühenden Weinkultur der engeren Umgebung im Raum zwischen der Donau und Theiss, mit der Anregung zur Übersiedlung des János Mathiász nach Kecskemét, mit der Schaffung der Grossgütern Helvécia, Szikra usw. und beim Start von mehreren Tausenden, auf Kleinparzellen wirtschaftenden Weinbauern gespielt. ABBILDUNGEN 1. János Koritsánszky (1854-1923) 2. Gyula Miklós (1832-1894) 3. Karte der Weinanlage „Miklós" zu Kecskemét (1890)

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