Takács Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1975-1977 (Budapest, 1978)
P. Erményi Magdolna: Forrástanulmány a régészeti korokból származó csonthéjas gyümölcsleletekről Közép-Európában
Die Funde stammen zum grössten Teil von angebauten Früchten, und daraus folgert, dass die Steinfrüchte in dieser Zeit zu den geliebtesten Früchten gehörten. Hinsichtlich des Pfirsich- und Aprikosenanbaus vertreten einige Verfasser die Ansicht, dass diese Obstarten in die mitteleuropäische Provinzen des Römerreiches nicht durch Vermittlung der Römer, sondern von der Umgegend des Schwarzen Meeres an der Donau gelangten. Nach ihrer Meinung wurden die Obstfrüchte von den Kelten in diesen Gebieten akklimatisiert, und solcherweise haben die an das Gebiet sich anpassende Arten sich entfaltet. In der bewegten Zeit der Völkerwanderung wurde wahrscheinlich das grössere Teil der Gärten vernichtet. In Ungarn ein Steinkern der Aprikose aus dem IX. Jahrhundert, aus Ostdeutschland ein Bruchstück des Steinkernes einer Kirsche kann den Verwand dieser Früchte bezeugen. Neben dem Sammeln von Waldfrüchten war im Mittelalter der Verwand von Waldobst als Gartenpflanze und die Gestaltung von gepflanzten Obstgärten schon bedeutend. Diese Letzteren haben meistens zu den Herrengütern und Klöstern gehört. In diesem Zeitalter haben die herrschaftlichen, kirchlichen und weltlichen Besitzverhältnisse, der Handel, die aufkommenden Sachkenntnisse gemeinsam die Möglichkeit für die Entwicklung der Obstkultur gegeben. Die Pflaumen- und Zwetschgenfunde stammen meistens aus Ungarn, Tschechoslowakei, Polen und Westdeutschland. Auf Grund ihrer Grössen kann es festgestellt werden, dass sie den gegenwärtig gezüchteten Pflaumen nahe stehen. Die Kirsche und die Sauerkirsche waren in der mittelalterlichen Obstkultur eine sehr geliebte Frucht. Auch der Pfirsich repräsentiert sich in den Funden der obengenannten Ländern verhältnismässig in grosser Zahl. Seine Steinkerne beweisen das hohe Niveau der Gartenkultur. Unter den Steinfrüchten sind die Aprikosenfunde am wenigsten. In Ungarn sind nur einige Fundorte bekannt. Das schliesst aber nicht die Möglichkeit aus, dass man die Aprikosen in anderen mitteleuropäischen Ländern auch gezüchtet hat. ABBILDUNG Karte der Kernfunde von Steinfrüchte nach den Fundorten