Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Simonffy, Emil: Einige Fragen der Bauernwirtschaft von Göcsej, einer in der Entwicklung zurückgebliebenen Landschaft im Zeitalter des Kapitalismus

EINIGE FRAGEN DER BAUERNWIRTSCHAFT VON GÖCSEJ EINER IN DER ENTWICKLUNG ZURÜCKGEBLIEBENEN LANDSCHAFT IM ZEITALTER DES KAPITALISMUS EMIL SIMONFFY (Zalaegerszeg, Hungary) In Westungarn, im Westen des Komitats (Bezirks) Zala, in einem Vier­eck, begrenzt durch die Flüsse Zala, Válicka und Kerka, liegt eine hügelige Landschaft, die den Namen Göcsej trägt. Sie repräsentiert eine eigenartige ethnographische Einheit des Ungartums, ohne sich von ihrer Umgebung stark abzuheben. 1 Im Laufe der kapitalistischen Entwicklung war der Westen des Komitats Zala in eine periphere Lage geraten. Einige Gründe hierfür liegen auf der Hand, sie lassen sich leicht feststellen. Bis zu den am Ende des kapitali­stischen Zeitalters, in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre begonnenen Erdöl­Erschließungen hatte diese Landschaft über keine nutzbaren Mineralschätze verfügt, es konnte also hier auch kein Bergbau, und keine auf den Mineral­schätzen basierende Industrie entstehen. Auch die Naturgegebenheiten ihrer landwirtschaftlich nutzbaren Fläche waren nicht besonders gut, so konnten ihre Einwohner auch keine konkurrenzfähige Massenproduktion von Getreide (Weizen) betreiben. Die ungünstigen Terrainverhältnisse, die schlechten Transportmöglichkeiten setzten auch der kapitalistischen Verwertung ihrer Wälder Schranken, insbesondere in der dem ersten Weltkrieg vorausgegan­genen Periode. Auch die Hauptverkehrslinien ließen in diesem Zeitalter den Westteil des Komitats Zala abseits liegen. Diese verkehrsmäßige Absperrung hatte die Marktverbindungen der Gegend ungünstig beeinflußt, es konnte auch kein nennenswertes Handelsnetz entstehen. Der am Rande von Göcsej gele­gene Komitatssitz Zalaegerszeg ist im kapitalistischen Zeitalter bis zuletzt eine Kleinstadt geblieben, er war eigentlich nur ein Verwaltungszentrum (und selbst das nicht in ausschließlichem Maße), sein Wirtschaftsdistrikt war ver­hältnismäßig eng. Unsere Geschichtsforschung schuldet uns noch eine komplexe Unter­suchung von Göcsej, wir können also auch annähernd nicht genau feststellen, welche Eigenartigkeiten sich in der Produktion dieser peripheren Land­schaft mit ihren schlechten Marktverhältnissen zeigen, ob am wirtschaftlichen !Die Grenzen von Göcsej werden von den einzelnen Forschern verschiedenartig bestimmt. Wir haben in dieser Etappe unserer Arbeit die Grenzbestimmung von FERENC GÖNCZI angenommen: F. GÖNCZI. Göcsej s kapcsolatosan Hetes vidéké­nek és népének összevontabb ismertetése (Kürzergefaßte Beschreibung der Land­schaft und des Volkes von Göcsej und damit verknüpft der von Hetes). Kaposvár 1914. 18. 27 417

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