Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Für, Lajos: Bedeutundere Agrarkulturdistrikte um die Jahrhundertwende in Ungarn
Nebst den geographischen Voraussetzungen haben — wie bereits darauf hingewiesen — auch die beschleunigteren oder langsameren Wandlungen der ökonomischen Verhältnisse die Physiognomie der wichtigsten Distrikte in der untersuchten Periode erheblich beeinflußt. Zur Jahrhundertwende war in erster Linie der Ausbau des Verkehrsnetzes und in Zusammenhang damit die Entfernung oder Nähe der Absatzmärkte Hinsichtlich des Wandels der Pflanzenzucht und der regionalen Umorganisierungen von ausschlaggebender Bedeutung. Der damaligen Entwicklung der Pflanzenzucht verlieh auch zu diesem Zeitpunkt das Übergewicht der Getreidearten ein besonderes Gepräge: auf über 50 v. H. der Ackerfelder wurde Getreide angebaut. Es ist jedoch auffallend, daß sein Anteil an der pflanzlichen Gesamtanbaufläche nicht — wie man dächte — auf der Großen Tiefebene (55 v. H.), sondern in Transdanubien (57 v. H.) am höchsten lag. 7 Ähnlicherweise eigenartig entwickelte sich auch die regionale Rate der Hackfrüchte: auf der Großen Tiefebene und in Siebenbürgen (zufolge der gewaltigen Maiszucht) belief sie sich auf über 28 bzw. 29 v. H., während ihr Anteil in Transdanubien nur 19 v. H. betrug. Die Rate der Halmfuittarprodukte belief sich jedoch in Transdanubien auf fast 12 v. H. — in den übrigen Gebieten variierte sie bloß zwischen 5—8 v. H. Auch dies weist auf die in diesem Zeitabschnitt zum Ausdruck kommenden Niveaudifferenzen hinsichlich der Viehzucht hin. Über ein Drittel der gesamten Halmfutter-Anbaufläche entfiel auf Transdanubien. 8 Interessant entwickelte sich der Ernteertrag der Getreidearten. Auch in dieser Beziehung gelten drei Agrarkulturdistrikte: 1. das Gebiet dar Theiß- und Maros-Gegend (zum Großteil die Gebiete Bácska und Bánság) und Transdanubien, wo die Erträge überdurchschnittlich hoch lagen ; 2. das linke Ufer der Donau (der nördliche Raum der Kleinen Tiefebene und der westliche von Oberungarn) sowie das Donau-Theiß-Gebiet, wo die Erträge mehr oder weniger dem Landesdurchschnitt gleichkamen; 3. die Gebiete jenseits und diesseits der Theiß bzw. die Siebenbürger Regionen, wo die Erträge bloß auf einem unterdurchschnittlichen Niveau lagen. Noch größere Unterschiede konnten hinsichtlich der Hackfrüchte und Futtersorten in den einzelnen Distrikten verzeichnet werden. Die Durchschnittsernte von Mais betrug z. B. in den Komitaten der südlichen Tiefebene das Zwei-dreifache (10—14 q/Katastraljoch) der nordöstlichen Karpaten. Ähnliche Differenzen zeigten sich bezüglich Kartoffeln und Zuckerrüben (bei Kartoffeln wurden in der Umgebung von Pozsony und Nyitra VII. Gesetzartikels vom J. 1875 über die Regelung der Bodensteuer). Budapest 1875. — BÁLÁS, ÁRPÁD — HENSCH, ÁRPÁD. Földművelésünk az 1896. évben (Ungarns Landwirtschaft im J. 1896). Budapest 1897. ''Magyarország közgazdasági és közművelődési állapota (Volkswirtschaftliche und kulturelle Lage Ungarns), red. S. Matlekovics. Budapest 1897. I 240. — Magyar Statisztikai Közlemények, új sorozat Bd. 66. 44—46. 8 A magyar korona országainak mezőgazdasági statisztikája (Landwirtschaftliche Statistik der Länder der Stephanskrone). Budapest 1897. III. 8—13. — HENSCH, Á. A hazánkban divó vetésforgókról, loc. cit.