Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Hupfauer, Max: Geschicht e der Elektrifizierung der deutschen Landwirtschaft
gung ein. wodurch die Landwirtschaft durch die Verstärkung und Ausweitung der Stromnetze verbesserte Elektrifizierungsgrundlagen erhielt. Nach Erhebung des statistischen Reichsamtes im Jahre 1925 arbeiteten rund 750 000 Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 2,5 Millionen Kilowatt in landwirtschaftlichen Betrieben. Diese Leistung machte 83,2 v. EL der gesamten in landwirtschaftlichen Kraftmaschinen installierten Energie aus. Die Elektrizität deckte damit zu jener Zeit den größten Teil des mechanisierten Kraftbedarfs der Landwirtschaft. Von der gesamten Energieerzeugung der Stromlieferwerke nahm die Landwirtschaft allerdings nur etwa 4 v. H. ab. Man suchte deshalb nach den verschiedensten Möglichkeiten zu einer wirtschaftlichen Steigerung des Stromverbrauches in der Landwirtschaft. Eine solche glaubte man in der Futterkonservierung durch elektrischen Strom gefunden zu haben. Eines dieser Verfahren, nämlich das von Dipl.-Landwirt THEODOR SCHWEIZER, wurde von der von den Siemens-Schuckert-Werken gegründeten Elektro-Futter-Gesellschaft in Dresden erworben und patentamtlich geschützt. Es beruhte auf der Wirkung des sich in den Futtermassen in Wärme umsetzenden Stromes. Wie sehr die Stromlieferwerke an dieser Erfindung interessiert waren, zeigt die Erklärung des Direktors eines bedeutenden Stromlieferwerkes auf einer Vortragstagung beim Club Bayerischer Landwirte in München 1924: „Hervorgehoben seien hier die Fortschritte, die in letzter Zeit dank der Erfindung des Dipl.-Landwirtes SCHWEIZER auf dem Gebiet der elektrischen Futterkonservierung gemacht wurden, die insbesondere auch geeignet ist, die derzeitigen ungünstigen Belastungsverhältnisse und Benützungsdauern der ländliche Gebiete versorgenden Überlandwerke dadurch zu verbessern, daß der elektrische Strom auch bei Nacht durch die Landwirtschaft nutzbringend verwendet werden kann; dadurch ließe sich die Stromversorgung landwirtschaftlicher Gebiete wirtschaftlicher gestalten." Durch neue, auf einer natürlichen Erwärmung durch Zusammenpressen des Futters beruhende Silierverfahren kam die Elektrofutterbewegung jedoch bald zum Stillstand. Auch ein kurzer Versuch, die Stromabnahme durch die Landwirtschaft mit Hilfe elektrisch angetriebener Fräsen zu steigern, scheiterte, weil der Betrieb der Elektrofräse ebenso wie der des Elektropfluges durch die Schwierigkeiten der Stromversorgung auf dem Felde sich nicht durchzusetzen vermochte. Langsam erkannte man mehr und mehr, daß brauchbare Möglichkeiten zur Stromabsatzsteigerung und zum Netzbelastungsausgleich in einer Ausweitung der Anwendung elektrischer Energie in der Hof- und Hauswirtschaft liegen. Ein wesentlicher und brauchbarer Schritt war hierbei die Einführung der elektrischen Futterdämpfer, die im Schnitt einen Jahresstromverbrauch von etwa 2000 kWh in einer für die Kraftwerke günstigen Benutzungszeit aufwiesen. Ein weiteres, sehr umfangreiches Gebiet für die Anwendung elektrischer Energie auf dem Hof boten die zahlreichen Förderarbeiten. Eine weitere, verhältnismäßig gleichmäßige Stromabnahme ergab die Einführung der Melkmaschinen, die das ganze Jahr hindurch, täglich mindestens 2mal in Betrieb waren und keine stoßartigen Belastungen, wie etwa das Dreschen, verursachten. Man stellte fest, daß bis zum Ende des Jahres 1929 bereits mehr als 10 000 Melkanlagen in Benutzung waren, was einer jährlichen Stromabnahme von fast 10 Millionen kWh entsprach.