Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Gergelyi, Otmar: Entstehung, Organisation und Tätigkeit der landwirtschaftlichen Vereine auf dem Gebiet der Slowakei bis 1914
ENTSTEHUNG, ORGANISATION UND TÄTIGKEIT DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN VEREINE AUF DEM GEBIET DER SLOWAKEI BIS 1914 OTMAR GERGELYI (Nitra, Czechoslovakia) Die ersten Anfänge der kapitalistischen Umwandlung der Landwirtschaft reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Die Elemente der neuen Entwicklung verbreiteten sich aus den Niederlanden nach England, von dort nach Frankreich und nach und nach über die deutschen Staaten nach Ungarn. Im wesentlichen handelte es sich um eine Umformung der allgemein verbreiteten Dreifelderwirtschaft. Durch die Besömmerung der Brache konnten dort nunmehr Hackfrüchte angebaut werden, und damit wurde mit der einseitigen Getreideproduktion Schluß gemacht. Diese epochale Umwandlung brachte die Notwendigkeit der systematischen Düngung mit sich, die wiederum die Stallfütterung des Viehes voraussetzte. Daraus ergab sich die weitere Notwendigkeit des Anbaus von Futterpflanzen. In Ungarn fanden die Grundsätze der rationellen oder verbesserten Landwirtschaft nur sehr langsam und vereinzelt Verbreitung. Da der Wiener Politik daran gelegen war, billige Nahrungsmittel zu erzeugen, machte die Königin Maria Theresia im Jahre 1766 zur Hebung der Landwirtschaft den Vorschlag, ein Netz von landwirtschaftlichen Vereinen aufzubauen. 1 Es scheint, daß die Aufrufe des Statthaltereirates, die auch in den weiteren 12 Jahren wiederholt wurden, in der heutigen Slowakei keinen Widerhall fanden, denn anstatt eines Netzes regionaler landwirtschaftlicher Vereine entstanden hier nur einige Jagdvereine, ein Haustierversicherungs-, der sog. Bären-Verein, und Ende des 18. Jahrhunderts ein Pomolcgischer Verein von größerer Bedeutung in Jolsva (Jelsava). Von vielen Persönlichkeiten, unter ihnen auch von JURAJ FÁNDLY und SAMUEL TESSEDIK wurde die Wichtigkeit der Vereine richtig bewertet und unermüdlich propagiert. FÁNDLY lud zum Eintritt in den Ungarländischen Bienenzüchterverein ein, 2 aufgrund eines Aufrufes des niederösterreichischen Pfarrers JOSEF PAAL aus dem Jahre 1799, nach einer älteren Idee des Proi„Societates quoad promovendam et in meliorem statum reducendam agriculturam erigendae, quarum adminus una in singulo amplioris extensionis Comitatu ex diversis patriae commodi studiosis incolis citra status atque conditionis discrimen constituenda est." Im 8. Punkt eines Rescriptes vom 23. März 1770 heißt es: „Societates ipsae inter se correspondentiam mutuam quoad factas ab ipsis utiles observationes fovebunt, ut hoc facto quae maxime proficuae sunt, in omnibus regni partibus divulgari possint." -Im Nachwort seines Werkes: Slovensky vcelár vynaucujici (Der slowakische unterrichtende Bienenzüchter). Trnava 1802.