Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Wellmann, Imre: Die neuzeitliche „landwirtschaftliche Revolution" und ihre Anfänge in Ungarn
erschienenen Buch 16 noch ausführlicher dargelegt. Er hielt sie jedoch, als unenschütterlicher Anhänger und Förderer der Aufklärung, nicht nur als bekämpfbar, sondern ging selber mit seiner mächtigen Energie daran, sie zu beseitigen. Außer seiner Schultätigkeit und beispielhaften modernen Wirtschaftsführung schrak er auch davor nicht zurück, anregend und aneifernd solchen grundlegenden Komponenten des traditionellen Systems entgegenzutreten, deren Liquidierung, die Kompetenz eines Dorfpfarrers weit übersteigend, in den Wirkungskreis der Regierung bzw. der herrschenden Klasse gehörte. Er erwartete von Joseph II die Abschaffung der österreichischen Zollschranken, die die Ausfuhr der landwirtschaftlichen Überschüsse behinderten. Um dem chronischen Geldmangel im Lande abzuhelfen, wollte er die ungarischen Großgrundbesitzer dazu bewegen, ihr Einkommen, anstatt in Wien, in eigenem Lande auszugeben. Auch regte er die Entfaltung der heimischen Industrie an, um die Aufnahmefähigkeit des Binnenmarktes der Agrarprodukte zu erweitern. Er zeigte zur Lösung der aus dem „open field"-System folgenden Gebundenheiten der Wirtschaft den Weg, indem er zur Regelung vorhandener Siedlungen und für neue Dörfer bezüglich der Flurbereinigung durch Vereinigung des Bodenbesitzes von je einem Landwirten in einem Stück ausführliche Vorschläge machte. Und als er für einen jeden Bauern auf ein quasi-Eigentum und auf die Befreiung des mit eigenem Fleiß fruchtbar gemachten Bodens von den grundherrlichen Lasten drängte, hat er eigentlich bereits an dem ganzen Feudalsystem, das die Bauernwirtschaft in seinen Fesseln hielt, gerüttelt. Dieses große Hindernis wird aber erst im Jahre 1848 durch die Bauernbefreiung aus dem Wege der landwirtschaftlichen Revolution Ungarns geräumt. 1G THESCHEDIK, SAMUEL. Der Landmann in Ungarn, was er ist und was er seyn könnte. (Pest) 1784.