Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Markus, Michal: Gemeinsame Forschungsprobleme der Entwicklung von Landwirtschaft und Ernährung
auch der Rohstoff der Speisen sich geändert hat, blieben sehr oft der Name und die Technik der Herstellung doch dieselben. Es wäre sehr wünschenswert, die verschiedenen Küchen und deren ethnische Eigenarten aufgrund der SpeisenTypologie und der Küchentechnik miteinander zu vergleichen. Ähnliche gemeinsame Arbeiten warten auf uns auf dem Gebiet der Tierzucht. So interessieren z. B. die angewandten Verfahren bei der Zucht der älteren ost- und mitteleuropäischen Schafrassen, die damit verbundenen extensiven Hütungsarten, Milch-, Butter- und Käse-Produktion, die Arten der Fleischkonsumierung und die daran knüpfenden Überlieferungen unsere Forscher gleicherweise. 7 Auf diesem Gebiet erreichten die Forscher der walachischen Kolonisation schon schöne Resultate. 8 Nicht weniger wichtig ist das Erschließen der Entwicklung der Zucht der übrigen Haustiere, so z. B. des ungarischen Bakonyer Schweines, der polnischen Bergschweinesorten, ihrer traditionellen Mästung und Konsumierung. 9 Sie lehrreich wäre es, über die Tiermärkte zu hören, die Rolle der daran beteiligten Viehhändler und Vermittler, den Import und Export der verschiedenen Tierarten zu untersuchen. In diesem Zusammenhang müssen wir den Import und Export auch der verschiedenen Lebensmittel und Rohstoffe ervähnen. Die Transportverfahren zur Zeit, als es noch keine Einsenbahn gab, die Traditionen der Lebensmittelbeförderung, der Transitverkehr der Marktstädte verdienen alle Beachtung. Es gab Gegenden, wo wegen des kühlen Klimas Getriedemangel herrschte und deren Bewohner den Lebensmittelmangel mittels Tausch behoben. Als frappantes Beispiel dafür kann man die Töpfer der Komitate (Bezirke) Gömör (Gemer) und Nógrád (Novohrad) des ehemaligen Ungarn erwähnen, die in den vergangenen Jahrhunderten viele hundert Wagen selbstverfertigter irdener (Töpfer-) Ware nach der ungarischen Tiefebene führten. 10 Als Hausierer boten sie ihre Ware überall an und bis der ganze Vorrat verkauft war, füllte sich der Wagen langsam mit Lebensmitteln: Getreide, Mehl, Bohnen, Speck, usw.; so kehrten sie, reich beladen, in ihre ärmliche Heimat zurück. Als Ethnographen würdigen wir diesen wandernden und hausierender Handel als wichtiges int er ethnische s Moment aus der Vergangenheit. Die Ware der slowakischen Töpfer fand ihren Platz in der ungarischen Bauernküche und wurde fleißig so lange benutzt, bis sie dann das neuere Eisen- und Emailgeschirr verdrängt hat. 11 — VAVILOV, N. Studies on the Origin of Cultivated Plants. Bull. Appl. Bot. et Plant-Breeding (Leningrad) 1926. — BERTSCH, K.— BERTSCH, F. Geschichte unserer Kulturpflanzen. Stuttgart 1949. — LA BAUME, W. Frühgeschichte der europäischen Kulturpflanzen. Giessen 1961. — Von den ungarischen Forschern ist besonders die Tätigkeit von R. RAPAICS, B. GUNDA und I. BALASSA hervorzuheben. ?Es ist sehr erfreulich, daß an unserem III. Internationalen Kongreß der Landwirtschaftlichen Museen eine besondere Sektion (Domestication and History of Domestic Animals) sich mit diesen Fragen beschäftigte. 8Viehwirtschaft und Hirtenkultur. Ethnographische Studien, red. L. Földes. Budapest 1969. 9MARKUS, M. Skvarkári v Kosickej Novej Vsi. Vlastivedny Zbornik (KoSice) I: 1955. 172—203. 10 Die von den slowakischen Töpfern durchzogenen Gebiete habe ich in einer besonderen Studie bearbeitet: Odbyt a spôsoby prédája gemerskych hrnciarskych vyrobkov na prelome 19. a 20. storocia (im Druck). iiIGAZ, M.—KRESZ, M. A népi cserépedények szakterminológiája (Fachausdrücke der Volkskeramik). Néprajzi Értesítő 1955. 87—132.