Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Lühning, Arnold: Über eine besondere Methode des Pflügens mit sechs Pferden in den holsteinischen Elbmarschen
Pflügen von vorn kommenden Druck festgekeilt. Die Schar wühlt sich also wie ein Wildschweinkopf durch den Erdboden, dieser Vergleich hat dem Pflug die volkstümliche Bezeichnung „Swinskopp-Ploog", d.h. Schweinekopf-Pflug, gegeben. Der Pflug wird von einem zweirädrigen Karren an zwei Ketten gezogen, der Pflugbaum liegt dabei auf einem in der Höhe verstellbaren Sattelholz zwischen einem galgenartigen Aufbau. Vorn an der breiten hölzernen Zunge befindet sich ein nach rechts und links verstellbarer Zughaken für die Anspannung. Der Karren ist in dieser Form jünger als der dazugehörige Pflug. Wir wissen, daß die ursprünglich vorhandenen Holzräder in der Zeit um 1870 durch gußeiserne Räder ersetzt worden sind und daß damals auch der Galgen mit dem Sattelholz aufgesetzt worden ist. Ursprünglich waren Karren und Pflugbaum mit Hilfe eines mehrgliedrigen eisernen Bügels miteinander verbunden, wie an dem Beispiel eines anderen Marschenpfluges zu erkennen ist. Als Pflugzubehör sind außer dem Pflughammer, mit dem die Keile des Langeisens eingeschlagen wurden, zu nennen 1. der „Pflugstöker", ein kräftiger Holzknüppel mit quergestellter Eisenschneide, der zum Reinigen von Langeisen und Schar diente, wenn sich Unkraut, Mist oder dergleichen davorgesetzt hatten und der auch zum Anheben des Pfluges in den Wenden gebracht wurde, und 2. ein zweirädriger flacher Pflugwagen, auf den der Pflug gesetzt wurde, wenn er zum Feld transportiert werden sollte. Zur Anspannung dieses Pfluges gehörten sechs Pferde mit einfachen Sielengeschirren an vier etwa acht Meter langen Zugsträngen, die von den beiden Schwengeln an dem ,,Emer" des Pflugkarrens bis zu den beiden vordersten Pferden reichten. Die einzelnen Gespanne wurden sorgfältig zusammengestellt: Vorn zwei Mutterstuten, in der Mitte links ein Wallach, rechts ein jüngeres Pferd zum Anlernen und hinten links ein Wallach, rechts eine Stute. Auf dem mittleren Wallach ritt ein Pflugjunge. Er hatte eine lange Pflugpeitsche und eine kurze Kreuzleine für die beiden vordersten Pferde. Dieser Pflugjunge mußte also nicht nur vier Pferde lenken, sondern außerdem auch singen —laut singen —, weil die Pferde dann besser gingen. Das rechte mittlere Pferd war durch eine kurze Halfterleine mit dem Unken Pferd verbunden, die beiden hintersten Pferde wurden vom Pflüger mit einer langen Kreuzleine gelenkt (Abb. 2 und 4). Die wichtigsten Teile der Anspannung waren also: 1. der Emer mit den beiden Schwengeln und den vier langen Zugsträngen, 2. die ledernen Sielengeschirre mit Halftern und einem Pflugsattel für das linke mittlere Pferd, 3. zwei Kreuzleinen, eine kurze und eine lange, in deren vordere Enden jeweils ein Strang aus Pferdehaar eingearbeitet war, damit die Pferde nicht auf den Leinen kauten, was manche Pferde sonst gern tun. und 4. die elastische Pflugpeitsche aus Eschenholz gedreht, mit einer Lederschnur und einer eingeknoteten Spitze aus Hanf zum Knallen. Die besondere Schwierigkeit des Pflügens mit einem Gespann, das mit Pflug etwa fünfzehn Meter lang war, bestand darin, alle Pferde gleichmäßig im Zug zu halten und an den engen Wenden der Ackerstücke so zu lenken, daß die Pferde nicht über die Zugtaue traten. Jedes Ackerstück wurde mehmals durchgepflügt, bevor die neue Saat in den Boden kam. Man pflügte dabei abwechselnd einmal „auseinander" und einmal „zusammen". Damit ist folgendes gemeint: Beim Auseinanderpflügen begann man am äußeren rechten Rand, also dicht an der Grabenkante, und pflügte gegen den Uhrzeigersinn links herum, bis auf