Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Kramarik, Jaroslav: Die geographische Verbreitung der Arl in Böhmen und Mähren und ihre kulturhistorische Bedeutung

DIE GEOGRAPHISCHE VERBREITUNG DER ARL IN BÖHMEN UND MÄHREN UND IHRE KULTURHISTORISCHE BEDEUTUNG JAROSLAV KRAMARÍK (Praha, Czechoslovakia) Die böhmischen Länder, d.h. Böhmen, Mähren und das tschechische Schlesien wurden einige Male der klassische Boden für Studium des Acker­gerätes genannt. Und zwar nicht nur deshalb, weil wir auf diesem Gebiet ver­schiedene Arltypen antreffen: die Arl ohne Sohle und mit Sohle in zwei Grundformen (die Arl mit Krümmel und die vierkantige Arl) und weil wir hier sehr anschaulich die Entwicklung des Pfluges bis zu der heimatlichen Erfindung des 19. Jahhunderts, dem sogenannten Ruchadlo-Pflug verfolgen können, sondern auch deshalb, da die einzelnen Arlformen fast bis zum heu­tigen Tage in bemerkenswerter Raumgliederung erhalten blieben. Es muß aber hinzugefügt werden, daß das heutige räumliche Bild das Resultat einer kompli­zierten historischen Entwicklung, besonders in den letzten Jahrhunderten, ist. Bei manchen Arien kam es nämlich vom 18. Jahrhundert an zu einem Auf­schwung, vor allem im Zusammenhang mit dem Kartoffelbau; dem haben wir es zu verdanken, daß diese Arlformen fast ohne Änderung überlebten. Und un­geachtet dieser komplizierten Entwicklung der einzelnen Formen, die wir in unserem Referate nur kurz streichen, zeigt uns die Karte der Arl ein verhält­nismäßig einfaches Bild: der Norden der böhmischen Länder ist das Gebiet der sohlenlosen Arl, der Süden der Arl mit Sohle, mit dem südöstlichen Teil, aus dem wir keine Belege älterer Holzarle haben. Der Autor dieser Karte (Abb. 1) ist der bekannte Forscher auf dem Gebiet des Ackergerätes Ing. F. SACH, der an die reiche Tradition des Studiums sowohl heimatlicher, als auch ausländischer Forscher anknüpfte. Schon am Ende des 18. Jahrhunderts beschrieb der tschechische landwirtschaftliche Ökonom J. MEHLER 1 eine Reihe böhmischer Arle und Heß sie verbildlichen. Ihm folgte ein weiterer Landwirtschaftsfachmann E. MICHNA. 2 Auch ist es J. PEISKER 3 zu erwähnen, der zwar in seinen historischen Theorien oft unkritisch war, diese aber anregend wirkten. Sein kritischer Widergänger L. NIEDERLE, der Autor der Slawischen Altertümlichkeiten, stellte in seiner Zeit den Höhepunkt der historischen Forschungsarbeit über böhmische Ackergeräte dar. 4 Von den lErste Sammlung der höhnischen Ackergeräthe. Dresden 1794. — Zweyte Samm­lung der böhmischen Ackergeräthe. Dresden 1794. '^Böhmens Haus- und Landwirthschaftsgeräthe. Bd. I. Prag 1826. :>, Zur Socialgeschichte Böhmens. Zeitschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 5: 1897. 1—92, 329—380. ^Zivot starych Slovanû, III. 1. Praha 1921. — Radio a pluh. Nârodopisny Vëslnik Ceskoslovansky 12: 1917. 1—19, 153—174. 16 241

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