Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Balogh, István: Viehbaltungstypen des Karpatenbeckens im 19. Jahrhundert
sich in komplexer Weise verbunden haben. Dies ist sowohl für die Ebene und die Hügellandschaft, wie für solche Berggegenden, wo der Ackerbau noch möglich ist, gleichfalls charakteristisch. Bei der traditionellen Wirtschaftsform bildet das Vieh sowohl in der Bauern- wie auch in den Großbetrieben die Zugkraft, es verwertet die Nebenprodukte der Wirtschaft und sichert einen bedeutenden Teil des täglichen und jährlichen Nahrungsbedarfes der selbständigen Haushalte. Ein solcher komplexer Betrieb mit Ackerbau und Viehhaltung setzte auch dem Zuwachs Grenzen, denn dieser bezweckte vor allem den Ersatz des ausgemusterten oder zur Deckung des eigenen häuslichen Bedarfes geschlachteten Bestandes. Der in dem landwirtschaftlichen Betrieb gehaltene, nicht allzu große Viehbestand kann in den Dorfställen oder auf den Streusiedlungen des Berglandes um die Wirtschaft herum angetroffen werden; wird das Vieh zeitweise auch auf die um das Dorf oder das Gut gelegenen Weiden ausgetrieben, so kehrt es unter allen Umständen jeden Abend in den Wirtschaftshof zurück. Nachtsüber verbleibt bloß das auf den Sommerweiden gehaltene Jungvieh längere Zeit hindurch im Freien. Bis sich der künstliche Futterbau nicht in weiterem Kreise verbreitet hat, war auch der um das Haus gehaltene Viehbestand auf die Nebenprodukte des Pflanzenbaues, auf das gemähte Heu der natürlichen Wiesen und eventuell auch auf das im Walde gesammelte Laubfutter angewiesen. Hinsichtlich der Fütterung gab es demnach zwischen den beiden Typen keinen wesentlichen Unterschied, um so wesentlicher war die Abweichung in der Funktion der Haltung. Im ersteren sind die Tierhalter und ihre Hirten mehr oder weniger von dem Ackerbau unabhängig, beim letzteren bildete die Viehhaltung in der Wirtschaft einen organischen ergänzenden Teil des Ackerbaues. Hier bildet die Existenzgundlage des Landwirtes vor allem die Bodenbearbeitung, das Ergebnis der Ackerbauproduktion. Dort lebt das Vieh vor allem auf der Weide, und die Sicherung der Weide erfordert oft eine Ortsveränderung, eine Wanderung von größerem Umfang; hier kann zwar die Weide nicht entbehrt werden, jedoch befindet sich diese jederzeit in der Nähe des Ackerbaubetriebes und man transportiert auch das Futter zu dem Aufenthaltsort des Viehes. 3. Diese Grundlage kann von der Tatsache, daß sich in einzelnen Gebieten des Karpatenbeckens, in der Mittelslowakei und den Nord- und Ostkarpaten die Weiden zwischen den engbegrenzten Dorfgemarkungen von den Dorfgemeinden oft in einer Entfernung von halbem oder einem ganzen Tagesmarsch befinden, nicht verdeckt werden. In solchen Ortschaften werden die neben der Siedlung gelegenen Weiden oder die Brachweiden für das täglich nach Hause getriebene Melk- oder Zugvieh vorbehalten, während das übrige Vieh, wie das Geltvieh, auf den von der Siedlung weitliegenden Wald- oder Bergweiden geweidet wird. In den hohen Zonen der Karpaten kommt es mitunter auch vor, daß das Melkvieh von Zeit zu Zeit auch auf die Alm getrieben wird. Da jedoch der einzelne Landwirt nur in Ausnahmsfällen über so viel Vieh verfügt, daß er für diese einen eigenen Hirten anstellen kann, werden die Hirten der gemeinsamen Herden von dem Dorf oder von der aus den Interessenten gebildeten kleineren Gemeinschaft gedungen. Da in der ackerbaubetreibenden Viehhaltung die Milch einen erstrangigen Wert besitzt, bilden die Viehhalter im Interesse des Milchertrages des auf den entfernten Almen gehaltenen Melkviehes ein oft sehr kompliziertes örtliches System aus. Unter