Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Karaman, Igor: Die Hauptmerkmale der landwirtschaftlichen Verhältnisse in Slavonien-Syrmien vom 18. bis 20. Jahrhundert
kirchlichen Zehents, und nur ein Drittel kam von den allodialen Ackerfeldern. Die Naturairente sicherte damals diesem Feudalherrn 22 v. H. der gesamten Menge von Mais, 45 v. H. von Hafer, 56 v. H. von Gerste; und von Weizen — welcher die wichtigste Getreideart war — sogar 96,5 v. H. 7 Die allodiale Ökonomie im engeren Sinne war von der Ausnutzung der unbesoldeten oder sehr billigen Arbeit der Untertanen abhängig. In der Herrschaft von Valpovo finden wir in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts etwa vierzig Dörfer mit 3500 Bauernhöfen, die ungefähr 2000 volle sessionale Einheiten (Hufen) bildeten. Laut der slavonischen Urbarial-Verordnung aus dem Jahre 1756 verfügte der Feudalherr über 48 unentgeltliche Robottage pro Session, 8 so daß der Herrschaft von Valpovo jährlich ungefähr 80—90 000 Robot-Tage — oder im Durchschnitt 300 Arbeiter täglich — gebührten. Man soll aber hinzufügen, daß nach 1800 (bzw. von der Zeit der Verbreitung der allodialen Tätigkeit an) der Herr regelmäßig noch einmal so viel Dienst von seinen Bauern als sog. „Supererogationes" verlangte, die er den Untertanen mit 12 Kreuzer Tageslohn bezahlte. Ein bedeutender Teil dieser Arbeitskraft war auf den allodialen Ackerfeldern verwendet; im Jahre 1810 betrug er z. B. etwa 35 000 Robottage. 9 Es wäre dabei von besonderer Wichtigkeit, festzustellen, ob schon in den spätfeudalen Herrschaften erheblichere Investitionsaufwände realisiert wurden, um eine eigene „agrotechnische Basis" (für die Vorwerke entsprechende Wirtschaftsgebäude, landwirtschaftliche Geräte, Zugvieh usw.) zu verschaffen. Aufgrund der bisherigen Forschungen kann man solchen Erscheinungen bei den adeligen Gütern im slavonisch-syrmischen Gebiet bis zur mitte des 19. Jahrhunderts keine entscheidende Bedeutung beimessen. Deswegen blieb dort die Gutswirtschaft eng an die Vorteile, die dem Grundherrn das feudale System versicherte, gebunden, und es gab keine geeignete Möglichkeit, ihre Wirkung auch im Rahmen der kapitalistischen Verhältnisse ungestört weiterzuführen. ^KARAMAN, I. Valpovacko vlastelinstvo. Ekonomsko-historijska analiza (Die Herrschaft Valpovo. Eine wirfschaftsgeschichtliche Analyse). Zagreb 1962. 55. Die gesamte Menge der wichtigsten Getreidearten, über welche die Valpovoer Verwaltung Rechenschaft abgab, betrug im Dezennium 1801—1810: Valpovo 1801—1810 Weizen Gerste Hafer Mais zusammen Valpovo 1801—1810 in 1000 Preßburger Metzen Allodiale Erzeugung Zehentabgabe 3,4 92,8 11,2 14,4 38,1 31,1 29,1 8,3 81,8 146,6 im Ganzen 96,2 25,6 69,2 37,4 228,4 8 BÖSENDORFER, J. Agrarni odnosi u Slavoniji (Die Agrarverhältnisse in Slavonien). Zagreb 1950. 9 KARAMAN, I. Valpovacko vlastelinstvo, op. cit. 66—68. 15 225