Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Schremmer, Eckart: Die Veränderung der Produktionsstruktur auf dem flachen Land im 17. und 18. Jahrhundert in Südostdeutschland
Tab. 2. Regionale Verteilung der Bevölkerung, Meister und Gesellen im Jahre 1794 Produktionsstandort der formal selbständigen Meister und Gesellen Bevölkerung Meister und Gesellen Auf 100 Produktionsstandort der formal selbständigen Meister und Gesellen absolut in v. H. der Gesamtbevölkerung absolut in v. H. aller Meister und Gesellen Einwohner kommen .. . Meister und Gesellen 1. Städte 107 000 12 17 000 25 16 2. flaches Land davon 319 000 88 49 900 75 6 a) Marktorte 59 000 6 9 500 14 16 b) Dörfer, Weiler, Einödhöfe 760 000 82 40 400 61 5,3 Insgesamt 926 000 100 66 900 100 7,2 erklärt das Fehlen von wirklich großen gewerblichen Produktionszentren in Bayern. Im Siedlungsbild spiegelte sich das wider in dem Entstehen von (Groß-) Dörfern mit Söldnervierteln und in der Verdorfung von Weilern. Nachgeborene Söhne auf dem Land wurden söldenbesitzende Landhandwerker mit Mischeinkommen; sie trafen sich dabei mit Handwerksgesellen, denen in der Stadt keine Möglichkeit gegeben war, eine eigene Meisterstelle zu bekommen. Agrargeschichte und Gewerbegeschichte sind hier untrennbar miteinander verbunden, ohne daß dies in den Statistiken der damaligen Zeit hinreichend berücksichtigt worden wäre. Daraus erklären sich die vielen Schwierigkeiten, die sich Untersuchungen dieser Art entgegenstellen. Den geschilderten Vorgang in seiner Gesamtheit nannte ich an anderer Stelle den Prozeß der Territorialisierung des Gewerbes 21 . Er erfolgte nicht in allen Ländern in gleicher Weise und in gleichem Umfang. Gelingt es, das Söldenwesen, die Agrarverfassung, die Stellung des Landesherrn und der Städte mit ihren Zünften, sowie die Organisation der ökonomischen Nutzung der grund- und gerichtsherrlichen Rechte durch die verschiedenen Herrengruppen mit der jeweils gegebenen Verbreitung des technischen und organisatorischen Wissens (u. a. Verlag, Manufaktur) zu verbinden, dann sind Sozialstruktur und Produktionsstruktur miteinander verwoben; dann könnte man sehen, ob es sinnvoll ist, „die übliche Zweiteilung in Gebiete der vorherrschenden Gutsherrschaft und der Grundherrschaft durch eine Dreiteilung (zu) ersetzen, wobei die Gebiete der Wirtschaftsherrschaft aus dem Bereiche der Grundherrschaft herauszuheben wären". 22 21 Für Bayern s. SCHREMMER, E. Wirtschaft Bayerns; op. cit. über die frühe Phase, 104 ff., über das 17. und 18. Jh. 345 ff. 2 LUTGE, F. Geschichte der deutschen Agrarverfassung, op. cit. 171.