Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Kovách, Géza: Die Lage der Fronbauern auf den Kameralgütern im Komitat Arad nach der Urbarialregelung

bis 45 Joch groß war und auf diese Weise zahlreiche Bauern, als Besitzer von 100—150 Joch Boden, große Schweine- und Schafherden gehalten haben, was von der mit der Kammer abgeschlossenen Pußta- und Waldpacht besonders erleichtert worden ist. Hierzu kamen noch die Wein- und Obstgärten. Die Fronbauern von Magyarpécska haben auf Sandboden Weingärten von 742 Tagwerk (Hauerwerk) bebaut, von welchen 37 Landwirte pro Kopf mehr als 10 Tagwerk innehatten, was jährlich je 4000 1 Wein bedeutete. 24 Der wirtschaftliche Aufschwung der Kameraluntertanen im Komitat Arad läßt sich auch im Zusammenhang mit dem Viehbestand beobachten. Die Zahl der über 6—8 Ochsen, 80—100 Schafe verfügenden Fronbauern steht mit dem Bodenbestand im allgemeinen in Proportion. In Pécska, Szemlak, Németszent­márton, Kurtics, Mácsa (Macea), Zerind, Vadász (Vädas), Simánd, Fazekasvar­sánd, Komlós (Komläus), Szentanna, Székudvar, Siló, Otlaka und noch an­deren größeren Gemeinden des Alföld hat sich auf den ungeteilten Weiden eine umfangreiche Rinderhaltung und Schafzucht entfaltet. Diese Entwicklung hält sich, zumindest in ihren Anfängen, nicht an den preußischen Weg. Die rasche Entwicklung wird jedoch bald von der Entwicklung der Gutswirtschaft gebremst. Nach den napoleonischen Kriegen wurde nämlich die Versteigerung der Kameralgüter des Komitats Arad in Gang gesetzt und die neuen Besitzer haben überall unbarmherzig die Flurregelung vollzogen und dämmten die ungebundene Expansion der Fronbauern ein. 25 In den Weingärten von Arad-Hegyalja hat sich eine andere charakteri­stische Art der bäuerlichen Warenproduktion ausgebildet. Die Konskriptionen von 1771 und der diesen folgenden Jahre haben beträchtliche Weingärten im Besitz von Hübnern oder Kleinhäuslern nachgewiesen. In Világos hielten die Bauern Weingärten von 1128 Tagwerk, in Apatelek von 3098, in Ménes von 3434 Tagwerk in der Hand. 26 In Ménes erhielten sich gegenüber 16 Hübnerfami­lien 135 Kleinhäuslerfamilien aus Weinbau. Neben ihnen wirtschaften 304 aus verschiedenen nahen Ortschaften stammende Wirte, von denen einzelne sogar über Weingärten von 20—40 Tagwerk verfügen. Ähnlich war die Lage in Kovászi (Coväsintl), wo sich Weingärten von 344 Tagwerk im Besitze der Hüb­ner und Kleinhäusler der umliegenden Dörfer befanden. In Kuvin gehörten Weingärten von 955 Tagwerk den Fronbauern an. 27 In Apatelek (Mocrea) war die Zahl der Weingartenbesitzer aus anderen Dörfern, die der sog. „extranei" gleichfalls hoch und einzelne von ihnen hatten sogar Weingärten von 25—30 Tagwerk inne.­8 LÁSZLÓ NAGY VON PERECSÉNY berichtet, daß bei der Weinlese in Arad-Hegyalja auch Fässer von 200—300 Eimer hergestellt wor­den sind und der eine oder der andere Fronbauer sogar mehrere hundert Eimer Wein eingebracht hat. 29 Der Weinbau wurde auch dadurch erleichtert, daß ^»Tagwerk (Hauerwerk) = eine Weingartenfläche, die an einem Tag gehaut werden konnte (ca. 0,02—0,09 ha). 25 Hofkammerarchiv Wien. 1821, passim. 26 Staatsarchiv Arad. Urbarialia. 27 Ibidem, Kuvin. 28ibidem, Apatelek. 2 9SCHRAM, FERENC. Peretsényi László leírása az Arad megyei szőlőművelésről 'Beschreibung des Weinbaus im Komitat Arad von L. Peretsényi) (1805). Agrár­történeti Szemle 5: 1963. 153—176.

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