Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Tloczek, Ignacy F.: Traditionelle Formen der ländlichen Bauten in Ostpolen
namen verlassen und nur ihre Beinamen als Familiennamen benutzt: Wypychowski, Wükowski usw. Die Landschaft war für Kolonisationszwecke sehr günstig. Das mannigfaltig gegliederte Bodenrelief des Endmoränengebietes und die hydrogeologischen Verhältnisse sowie die mit Grünland und Wäldern reich bedeckte Oberfläche haben den neuen Siedlungen ihr charakteristisches Gepräge aufgedrückt. Das dichte Netz der kleinen Flüsse und Bäche bildete die Grundlage für das künftige Siedlungsnetz. Aufgrund der ältesten Landkarten kann man feststellen, daß der Wasserlauf zumeist die Achse der Dorfanlage bildete. Die Dörfer mit den zugehörigen Feldern, Wiesen und Weiden bildeten Enklaven inmitten der Urwälder. Die Größe der einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe schwankte zwischen 7 und 10 ha Ackerland. Zehn bis zwanzig Güter (Betriebe) bildeten eine Unterabteilung vom Dorf (polnisch zascianek) und fünf bis acht solche ein zusammengesetztes Dorf (polnisch okolica). Im Laufe der Zeit wurden die neuen Siedlungen durch Rodung meistens längs der Hauptstraße, später auch seitwärts ausgedehnt. Es ist charakteristisch, daß in diesem Siedlungssystem der Begriff des Hauptortes unbekannt war. Die Siedlung des Stammvaters war denjenigen der Stammesmitglieder gleich. Der hier beschriebene Zustand der Lage und Gestaltung der Dörfer dauerte bis zum Anfang des laufenden Jahrhunderts. Die ältesten Siedlungsformen vom 16. Jahrhundert sind heute nur aufgrund der alten Landkarten festzustellen. Die Bauernhof anläge. Anhand der zugänglichen Urkunden und Uberlieferungen läßt sich schwer feststellen, welche Form des Bauerngehöftes die älteste ist: die offene oder die geschlossene? Die am meisten verbreitete und in größeren landwirtschaftlichen Betrieben wegen ihrer Vorteile bis heute noch kontinuierte offene Bauweise wurde nach folgenden Prinzipien geplant. Der vordere Teil war für Wohnzwecke bestimmt. Hier, gewöhnlich am Rande eines kleinen Obst- und Gemüsegartens stand das Wohnhaus. Seine Lage ermöglichte eine ständige optische Verbindung mit dem hinteren Teil des Gehöftes. Der hintere Teil, der eigentliche Wirtschaftshof, wurde für Betriebszwecke bestimmt und je der Betriebsgröße und Produktionsrichtung entsprechend gestaltet. An einer Seite des inneren Hofraumes stand ein Kuh- und Pferdestall, der Schweinestall war gegenüber gelegen, die dritte Seite von einer langen Scheune eingenommen und von der vierten Seite schloß der Wagen- und Geräteschuppen den inneren Hof ein. Die abgesonderte Lage der Scheune hatte gewisse Vorteile wegen der Feuergefahr. Der kleine Kornspeicher hatte seinen Platz unweit des Wohnhauses. Die Hauptachse des Verkehrs lief vom Einfahrtstor längs des Wohnhauses und der wichtigen wirtschaftlichen Gebäude direkt zur Scheune. Mit der Scheune wurde ein Kegelrad im Arbeitssystem gekoppelt. Das traditionelle große hölzerne Kegelrad, auf einer stehenden Spindel befestigt und mit einer Pferdegespann-Deichsel versehen, wurde mit einem rundformigen Schuppen bedeckt. Dieses interessante Gebäude mit seinem archaischen Mechanismus in der Mitte, außerhalb des Hofraumes gelegen, bildete samt der benachbarten Scheune eine charakteristische Dominante im Baukomplex des Bauernhofes.