Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Smelhaus, Vratislav: Die Teiche als Faktor gründlicher Wandlungen in der böhmischen Landwirtschaft
% des 15. Jahrhunderts anzunehmen, wozu die erste Hälfte des 16. nur weniges zugab-. Aus einer Analyse der beiden Wälderbeschreibungen der schon erwähnten Herrschaft Hradistko, die aus den Jahren 1359 und 1379 stammen 3 , geht hervor, daß die Kahlschläge nach den früheren Eichenbeständen, die in der Lage waren, eine große Wassermenge zu absorbieren, schnell durch Samenanflug von passiveren Espenbeständen bedeckt wurden und dadurch die Landschaft nach und nach versumpfte. Eine Urkunde aus dem Jahre 1359, wo der Bau einer neuen Filialkirche im Dorfe Nepolisy begründet wird 4 , und eine Aufzeichnung in der Lehentafel aus dem Jahre 1431, wo das Zubehör des Hofes in Sloupno beschrieben wird 5 , zeigen sehr deutlich, daß es etwa seit dem Ende der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an der Cidlina während der Frühjahr- und Herbstregen zu Überschwemmungen in einem bis dahin nicht gewöhnten Ausmaß kam und daß im Gegensatz dazu der Wasserspiegel in den trockenen Sommermonaten außergewöhnlich sank. Zu diesen starken Schwankungen des Wasserstandes kam es höchstwahrscheinlich infolge des Rückganges der Waldbestände im Iser- und Riesengebirge 6 , wodurch die höher gelegenen Gebiete nicht mehr in der Lage waren, die überschüssigen Niederschläge aufzuhalten. Während der Überschwemmungen war der große Cidlinabogen unterhalb von Chlumec eine besonders kritische Stelle. Die Veränderungen im Wasserregime führten zum aumählichen Veröden des Überschwemmungsgebietes. Es wäre gewiß verwegen, die breite sozioökonomische Problematik der Wüstungsforschung mittels dieser Hypothese generell lösen zu wollen; eine relative, lokal begränzte Gültigkeit hat sie jedoch ohne Zweifel. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts gingen in dem erwähnten, nicht zu großen Gebiet nur nach den bisherigen Forschungsergebnissen 7 mindestens 40 Dörfer zugrunde, was das Brachliegen von etwa 3750 Hektar Ackerboden und eine wesentliche Verminderung der für die Lokallandwirtschaft zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte zur Folge hatte. Dadurch wurde es möglich und ökonomisch sinnvoll, ein ausgedehntes Netz von Teichen anzulegen, die als Produktionsmittel einer extensiven Wirtschaft dienten und gleichzeitig durch die Regulierung des gestörten Wasserhaushaltes zur Bodenverbesserung beitrugen. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts kommt es zu einer durchgreifenden Einschränkung der Teichwirtschaft. Die ökonomischen Gründe dieses Prozesses sind in den zeitgenössischen Instruktionen klar angedeutet: die Grundla2 Ausführlich behandelt diese Problematik meine größere Arbeit: Vyvoj rybnicniho hospodáfství na Bydzovsku. Vëdecké práce CsZM 4: 1964. 95—242. 3TRUHLAR, J. (ed.) Urbar zboáí roèmberského z roku 1379. Pojednání Král. Ceské Spolecnosti Nauk (Praha), VI/10: 1880, 22 nn.: Bona in Zuzelicz spectantia. •'iBOROVY, K. (ed.) Libri erectionum archidioecesis Pragensis saeculo XIV. et XV. I. Praha 1875. 6 n. : villa nostra Lepolis sita in parochia ecclesie in Luha . . et ipsius incole distant citra medium miliare ab e. predicta, et tempore inundationis aquarum neque ipsi incole parochiam pro audiendis divinis, nec plebanus villam Lepolis ad visitandum infirmos et ipsos procurandum sacramentis et ad baptizandum pueros possunt commode accedere, .. ideo .. pater noster .. erexit .. catholicam . . in . . Lepolis ecclesie in Luha jure filiali subjectam. sintabulation DD 15, 41: .. cum pratis sive luhy et flumine si est. ^Besonders durch ein Holzverbrauch der Kuttenberger Bergwerke. 7 ROUBlK, F. Soupis a mapa zaniklfch osad v Cechách. Praha 1959.