Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Hauser, Albert: Bäuerliche Wirtschaft und Ernährung in der Schweiz vom 15. bis 18. Jahrhundert
durch Beigabe von gerötetem Kirschwasser oder Holderbeeren gefärbt werde, „also daß der arme Mann darunter empfindlich leide". 50 Spätere Mandate des 17. und 18. Jahrhunderts verbieten kurzerhand alles Vermengen und Färben. 51 Dem Wein entstand im 17. und hauptsächlich im 18. Jahrhundert im Most ein ernsthafter Konkurrent. Die Mostproduktion — so stellt ein Mandat von 1639 fest — ist sehr groß geworden; ja es wird viel zu viel Obst vermostet, „wodurch sich das Volk eines wichtigen Nahrungsmittels, nämlich der gedörrten Früchte, entblößt". 52 Ein Vergleich der ländlichen mit der städtischen Ernährungsweise zeigt, wenn wir absehen von gewissen zeitlichen Verschiebungen, einzelnen Spezialitäten, regionalen Geschmacksrichtungen und sodann importierten, fremdländischen Nahrungsmitteln, die ausschließlich in der Stadt feilgeboten und konsumiert wurden, eine überraschende Gleichartigkeit. Fast sämtliche Nahrungsmittel und Getränke, die in der Stadt vorkamen, waren auch auf der Landschaft bekannt. Neue Nahrungsmittel und Getränke erschienen fast zur gleichen Zeit auf der Landschaft wie in der Stadt. Freilich sind graduelle Unterschiede, hauptsächlich auch in der Verdrängung altüberlieferter Speisen, festzustellen. Diese erste Schlußfolgerung betrifft indessen erst die Sachkultur und ist zu ergänzen durch Fragen nach den herrschenden Eß- und Trinksitten, dem Brauchtum, mit dem sie in Zusammenhang standen, sowie den Lebenshaltungskosten, um darzulegen, in welchen Kreisen und in welchen Mengen die einzelnen Speisen und Getränke konsumiert wurden. Sicher haben sich vom 14. bis zum 18. Jahrhundert nicht nur die städtische Gesellschaft und ihre Lebenshaltung, sondern in ebenso entscheidender Weise auch die bäuerliche Welt gewandelt. Bildete die Bauernschaft noch im 13. Jahrhundert einen geschlossenen Stand, einen eigen gearteten, von Adel, Geistlichkeit und Bürgertum scharf getrennten Lebenkreis, so trat sie später aus ihrer Stellung heraus und paßte sich allmählich den Anforderungen der neuen Zeit, der „kapitalistischen Wirtschaft", an. Daß in dieser Ubergangszeit in maßgebender Weise Stadtbürger, nämlich die Patriotischen Ökonomen, auf der Landschaft wirkten, ist gerade in unserem Zusammenhang von größter Bedeutung. Gerade sie waren es, die nicht nur gegen die Naturgebundenheit der altbäuerlichen Wirtschaft, sondern auch gegen die Traditionsgebundenheit der Bauern alten Schlages kämpften. Ebenso wirkte sich die Entstehung einer zum Teil selbständigen textilen Manufakturindustrie auf der Landschaft aus; sie änderte nicht nur die Existenzgrundlagen, sondern auch die Lebensweise der Landbewohner. Neben der Bauernschaft und dem Handwerkerstand entstanden damit als neue soziale Schicht eine eigentliche Arbeiterschaft sowie ein sich von der Stadt emanzipierendes Unternehmertum. ^Staatsarchiv Zürich. III AAb 1. Nr. 128. 4. Weinmonat 1649. ^Staatsarchiv Zürich. III Aab 1. Gedruckte Zürcher Mandate 1671—1700, Nr. 223.— STTJDER, J. Die Geschichte der Kirchgemeinde Bäretswil im Kt. Zürich. Zürich 1870. 200. — Staatsarchiv Zürich. III AAb 1. Gedruckte Zürcher Mandate 1671—1700, Nr. 261, 16. Mai 1689. ^Staatsarchiv Zürich. III. AAb 1. V Nr. 639. 1739, Brachmonat 24.