Balassa Iván szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1969-1970 (Budapest, 1970)
Török Katalin: A szántóföldek és a rétek aránya Magyarországon a XVIII. században
VERHÄLTNIS DER ACKERFLÄCHEN UND WLESEN IN UNGARN IM XVIII. JAHRHUNDERT KATALIN TÖRÖK Verfasserin führte eine bisher nicht verwendete Auswertungsmethode von zwei vielumstrittenen, oft gebrauchten Quellen der ungarischen Agrar- und Sozialgeschichte des XVIII. Jhs ein. Es handelt sieh um die erste Landeskonskription nach der Türkenherrschaft (1715/20) und um die von Maria Theresia verordnete Frondienstregulierung (1767 — 1773). Auf diesen beiden Gebieten wurde bisher nur mit den Daten der Flächengröße der einzelnen Ackerbauzweige (Ackerfläche, Rodung, Wiese) gearbeitet. Der Umstand, daß durch die Entstehungsumstände der beiden Konskriptionen (unfachmäßige Vermessung, teilweise Verleugnung der steuerpflichtigen Flächen, Mannigfaltigkeit und Ungenauigkeit der Maßeinheiten usw.) bedingt die konskribierten Flächen ungenau, mit geringerer Ausdehnung angegeben waren, als in der Wirklichkeit vorlag, belastet die Verwertung und der Gebrauch dieser konkreten Zahlen mit großen Fehlermöglichkeiten. Will man auf Grund von diesen fehlerhaften und ungenauen Zahlen die Ausdehnung der damaligen, unter Bebaung stehenden Felder bestimmen, so werden allenfalls fehlerhafte Werte gewonnen. Verfasserin ging von der Vorstellung aus, daß alle Quellen erfolgreich verwendet werden können; es ist nur einerseits die ihrem Charakter bestentsprechende Annäherungsmethode zu finden, anderseits aufzudecken, was überhaupt in ihnen enthalten ist, ohne etwas erzwingen zu wollen, was sie nicht beinhalten. Nach unserem Ermessen werden die Fehlermöglichkeiten wesentlich vermindert, wenn, statt der mangelhaft angegebenen, konkreten Flächenzahlen die Ermittlung der Proportionen das Verhältnis der einzelnen Ackerbauzweige zueinander angestrebt wird. Die Struktur des Wirtschaftslebens eines gegebenen Gebietes, oder einer Siedlung wird durch die auf diese Weise gewonnenen Prozentwerte zuverlässiger charakterisiert. Wir sind also nicht bestrebt, auf Grund der in den Quellen auffindbaren Daten den damaligen Umständen entsprechende konkrete Zahlen für die Flächen zu bestimmen; jene Daten zweifelhaften Wertes sind ja für diesen Zweck sehr wenig geeignet. Viel mehr sagt uns das Verhältnis der einzelnen Ackerbauzweige zueinander und seine Veränderungen in den beiden Zeitpunkten. Daraus kann nämlich — in Kenntnis der Gesamtflächen — darauf gefolgert werden, in welchem Maß sieh die einzelnen Ackerbauzweige ausgedehnt hatten und ob der Schwerpunkt auf dem Ackerbau oder auf der Tierzucht lag. In den Tabellen sind die Verhältniszahlen der Ackerbauzweige in den beiden Zeitpunkten zu finden. Die konkreten Zahlen der Flächen wurden hier nur mitgeteilt, damit die zur Basis der Berechnungen genommenen Werte nötigenfalls zur Verfügung stehen. Die hier dargestellte Methode der Verwertung der beiden Quellen ist nur als Versuch zu betrachten. Inwieweit sich die Verwendung dieser Methode für erfolgreich erweisen kann ist noch durch weitere Forschungen und Daten anderer Art zu bestätigen oder eventuell zu widerlegen.