Matolcsi János szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1967-1968 (Budapest, 1968)

Warenproduktion und Exporttätigkeit einiger ungarischen Magnatengutshöfe im XVII. Jahrhundert

— der herrschaftliche Getreidebau ist nicht für den Markt, sondern für die Ver­proviantierung der feudalen Armee und der allodialen Bergbaubevölkerung be­stimmt. Trotz der vielen meierhöflichen Weingärten stammt nur 25 % des herrschaftlichen Wein­vorrates aus den Alloden und 75 % aus der S teuerwein-Einnahme. (In Kreis Muhr-Au, capiit bonorum Csáktornya). Die grundherrlichen Weinschenken — also der Binnen­markt — beanspruchten sehr viel Wein. Was aber die herrschaftliche Ausfuhr anbetrifft, spielen hier der allodiale Getreideanbau, Weinbau und Viehzucht nur eine bescheidene Exportrolle. d) Hinter den Zrinyi-Häfen (Buccari, Buccaricza, usw.) lagen in einer fast 100 Km. lan­gen Zone die dalmatischen Hinterlands-Domänen. Export : — die „ferrifodina et officina" von Chabar exportiert jährlich 3000 Wiener Zenter Eisenware. — Ausfuhr der dalmatischen Holzwaren ; 4 und 8 Klafter lange Balken, Galeerenruder, usw. Allein der Holzlagervorrat zu Buccari ist 12 000 Vene­diger Zechino wert. Import: — Meersalz-Einfuhr; herrschaftliches Depotnetz mit einer Lagerkapazität von 70 000 Kübel (annähernd 35 000 Doppelzenter) . — Textilien, Olivenöl und Majolikagefässe italienischer Herkunft, usw. e) Die Fronarbeit der Hörigen wurde grösstenteils für den Warentransport ausgenützt; es ergaben sich Fuhrfrone durch Wagen und auch durch Punte. Das Bauerntum der Domäne zu Grobnik transportierte das ganze Jahr hindurch die chabarische Eisenware nach den Adria-Häfen; jährlich ungefähr 170 Tonnen. f ) Die mehr als 4000 Leibeigenenfamilien der Zrinyi-Güter bildeten einen monopolisier­ten Binnenmarkt. Die Tätigkeit der Zrinyischen Handelsagentur in den Häfen brachte nach kameralischer Schätzung jährlich zirka 150 000 Florine ein. g) Gibt es eine Handelskapitalakkumulation? Statt der kaiserlichen Regierung waren es die Zrinyi, die Kroatien-Slawonien und Ungarn verteidigten. Sie waren also gezwungen gegen die Türken eine Privatarmee in Waffen zu halten und in Mehrzahl ihrer Güter wurden es 20—30 % der herrschaftlichen Einnahmen „pro servitiis militaribus eliberata"! Sie kontrollierten in einem ganzen Landesteil den Gross- und Fernhandel, sie verfügten über grosse Geldsummen, aus denen doch kein Handelskapital wurde, weil den Grossteil der Einkünfte die Militärausgaben verschlungen haben. II. Als Gegenbeispiel führen wir die Wirtschafts- und Handelstätigkeit eines anderen slawonischen Grossgrundbesitzers, Alexander Mikulich, vor. Auf seinen Gütern, die keine Militärlasten trugen, entfaltete sich eine blühende allodiale Warenproduktion, deren Handelsgewinn doch nur in Form von Thesaurierung, Luxusausgaben und Wucherleih­geschäfte realisiert wurde. III. a) Die W einwirtschaft des Grafen Stephan Csáky in Tarczal war ja viel kleiner, als sogar nur eine der Zrinyischen Domänen. Sie besteht insgesamt aus einem Weinberg und einem Marktflecken. Man darf aber nicht ausser Acht lassen, dass dieser für den Export angepasster Ort, in der Gegend der Weinbau-Monokultur von Tokaj liegt. Ausser dem Wein produziert dieser kleine Meierhof, — der mit sehr niedrigen Regiekosten auskommt — beinahe nichts, was für den Markt eine Bedeutung hätte. b) Die allodialen Weinparzellen wurden durch Lohnarbeit bebaut und der herrschaft­liche Wein macht 24,8 % der Gesamteinnahme aus. Durch verschiedene Formen des Steuer­weines bekam der Grundbesitzer 58,1 % seines Wein Vorrates und den letzten Teil (17,1 %) hess er auf dem Ortsmarkte ankaufen. c) Die Verteilung des herrschaftlichen W T einverbrauches im Durchschnitt der Daten­reihen von 5 Jahren : — Dispositio 18,8 % (Geschenkweine) — Export 25,1 % (6—10 000 Florine) — Taverna 40,1 % (4—5000 Florine) — Regie 6,2 % — Restanz 9,8 %

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