Technikatörténeti szemle 27. (2005-06)
Tanulmányok - †Endrei Walter: Textilien im Deutschland der Napoleonischen Kriege
Weibstuhl, wie oft unzutreffend behauptet wird, sondern die Walzendruckmaschine von TH(OMAS?) BELL (1783-1785), deren Verbreitung in England etwa ein Jahrzehnt benötigte. Anschließend können wir einen raschen Anstieg des Druckwarenexports beobachten: von Ausfuhren im Wert von 121.000 $ im Jahr 1784 auf 415.000 $ im Jahr 1794 und 3.012.000 $ im Jahr 1804. Interessant ist, daß der Anteil bedruckter Ware innerhalb des europäischen Kontingents im Jahr 1796 von 15% auf fast 50% im Jahr 1804 anstieg. Der wichtigste Importeur in Europa war zweifelsohne Deutschland, das zeitweilig fast vier Fünftel der englischen Baumwollwaren aufnahm. Mit der Produktivität der Walzendruckmaschine konnten es die Festlandmanufakturen nicht aufnehmen. Im Jahre 1808 wurde die Tagesleistung des Kattundruckes folgendermaßen geschätzt: Im Modelldruckverfahren bedruckte ein Arbeiter durchschnittlich 4 Stücke, mit dem Kupferplattendruck kam er auf 6 Stücke. Der Kupferwalzendruck ermöglichte eine Steigerung von 40 bis 50 Stücken. Die technische Innovation des Walzendrucks ermöglichte mithin eine Produktivitätssteigerung um das Sechs- bis Zehnfache. Zudem hatte sich die englische Drucktechnik auch anderweitig fortentwickelt. Hier sei an das Englischblau, weches das punktuelle Drucken von Indigoblau (statt des schwerfälligen Reserveverfahrens?) erlaubte und an die Erfindung des echten Gelb aus Quercitron durch BANCROFT (1785) und des Dampfes (seit 1790) erinnert. Der Schweizer Drucker RYHINER(?) betonte bereits 1766 die Üerlegenheit des englischen Kupferplattendrucks, der die Voraussetzung für die BELL'sche Erfindung darstellt. DIE MUSTERSAMMLUNG Das Deutsche Museum besitzt eine unscheinbare Pappschachtel, die etwa vierzig Briefe und Warenlisten enthält. Kostbar wirkt die ansonsten in Archiven nicht seltene Korrespondenz dieser Art durch die über siebenhundert Stoffmuster, die uns ein treffliches Bild des Warenangebotes im süddeutschen Raum in den Jahren der Napoleonischen Kriege, konkret zwischen 1795 und 1808, vermitteln, Es sind zwar überwiegend bedruckte Baumwollstoffe, aber auch buntgewebte und einfarbige Seidenartikel, Damaste, Baumwollpiques und einige Wollartikel sind vertreten. Die historische Textilwarenkunde befindet sich in der mißlichen Lage, daß zwar hunderte Warenbenennungen bekannt sind, und Archäologen und Museen Stoffe aller Artsammeln und bewahren, eine eindeutige Zuordnung letztlich jedoch selten vollzogen werden kann. Mehr oder weniger sichere Klassifizierungen und Datierungen kann man eigentlich nur vornehmen, wenn ein archivalisches Dokument den ursprünglichen Namen des beigefügten Musters anführt. Die Offerten und Musterkarten, die die lückenhafte Korrespondenz des Landschuter Handelsmannes THADDÄUS KAUFMANN enthält, vermitteln ein halbwegs klares Bild von etwa 20 Wartenarten mit - zum Teil - Dutzenden von Mustern. Aber auch die übrigen, rund 20 nicht näher benannten Artikel können teils identifiziert, teils einer Warengruppe zugeordnet werden.