Technikatörténeti szemle 25. (2001-02)

Papers of the Third International Conference on the History of Chemistry and Chemical Industry (Budapest, 2–4 July, 1999) – First Part - Varella, Evangelia A.: Die Destillation bei den antiken Griechen und Römern

EVANGELIA A. VARELLA* DIE DESTILLATION BEI DEN ANTIKEN GRIECHEN UND RÖMERN Der Fortschritt der chemischen Praxis - und anschliessend der naturwissenschaft­lichen Theorien - hängt eigentlich von der Entwicklung der experimentellen Proze­duren ab. Sollen die Extraktionsmethoden eine erste technische Gewandtheit vor­aussetzen, so sind es eigentlich die Sublimation und Destillation, die als Umwand­lungen des Materienzustandes eine echt komplizierte Appparatur benötigen. Natürlich wurde die Destillation als Kondensation der Dämpfe einer Flüssigkeit aus uralten Zeiten empirisch durchgeführt, insbesondere bei der Herstellung aro­matischer Öle oder dem Erhitzen von wässrigen Lösungen, wie Salzwasser oder Wein. Doch erst dem klassischen Hellas gelang es, dem Vorgang eine Erklärung und eine spezielle Instrumentation zu verleihen. Den aristotelischen Meteorológica ist die Annahme zu verdanken, das Phäno­men des Regens sei der Destillation zu vergleichen: denn die hohen Stellen der Berge sind hängenden Schwämmen ähnlich; sie kühlen die ansteigenden Dämpfe und bringen sie wieder zu einem wässrigen Zustand - oí yáp ópeivoí Kai út|jn,Aoí Tónoi, oíov anóyYoq nuKvóc, éniKpeuáuevoi... Tñv ávioúaav áxuíoa ÜJÚXOUOI raí auyKpívouoi náAiv eíq üöcop (B 350a 8). Weiterhin spricht der Philosoph von der Entsalzung des Meerwassers: wir sagen es aus eigener Erfahrung, dass der Dampf zum Trinkwasser wird und nicht auf Neuem zum Meerwasser - Ö'TI ös yívsToi óTuí^ouaa nóTiuoq raí OÚK sie, oáÁarrav ouyKpíveTai TÓ ÓTUÍ^OV, ö'iav ouvioTiíTai náAiv, neneipauévoi Aéyousv (B 358b 16). Im gleichen Sinne erinnert sich Plinius der ältere in seiner Historia naturalis der praktischen Seite des Prozes­ses : da die Seeleute oft an Trinkwassermangel leiden, werden wir zeigen, wie man es sich verschafft; um das Boot werden Tücher aus Wolle gehängt, die nass wer­den durch den Dampf des Meeres; beim Erpressen ergeben sie Süsswasser- quia saepe navigantes defectu aquae dulcís laborant, haec quoque subsidia demonstra­bimus. expansa circa navem vellera madescunt aeeepto halita maris, quibus dulcis umor exprimitur (XXXI 37). Spätere Kommentatoren erläutern den Fall, ohne doch auf die Technik der hel­lenistischen Zeit Rücksicht zu nehmen. So Alexander aus Aphrodisias in seinen Commentaria in Aristotelis meteorologicorum libri: wenn der Dampf des Meerwas­sers wiederum zu Wasser kondensiert, ist dieses süss und nicht salzig wie am An­fang; so gelingt es manchen, Trinkwasser aus dem Meer zu gewinnen; sie erhitzen nähmlich Kessel voll von derartigem Wasser, und zwar mit starkem Feuer von un­* Aristoteles Universität zu Thessaloniki, Griechenland

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