Technikatörténeti szemle 22. (1996)

Papers from the Second International Conference on the History of Chemistry and Chemical Industry (Eger, Hungary, 16–19 August, 1995) - Kerényi, István: Ungarische Chemie-Studenten im Auslande – Freiwillig und unter Zwang

ISTVÁN KERÉNYI* UNGARISCHE CHEMIE-STUDENTEN IM AUSLANDE­FREIWILLIG UND UNTER ZWANG Es waren immer Ungar-Jungen, die mit der Möglichkeit des Lernens im eigenen Lande nicht zufrieden waren, sondern, wenn sie es tun konnten, den gewählten Wissenschafts-Zweig an ausländischen Universitäten eigen machten, oder ergänzen wollten. Im Mittelalter konnten sie gar nicht anders tun, da - abgesehen von Ausnahmen, die nicht lange dauerten - kein Lehranstalt mit Universitäts-Charakter und bleibendem Dauer vorhanden war. Aus allen in Frage kommenden Schichten der damaligen Gesellschaft gingen sie zu Studien auf die ins Visier genommenen Universitäten und kümmerten sich garnicht um die Gefahren und Krankheiten, die schon unterwegs zum Sitz der Universität sie erreichen hätten; nach den zeit­genössischen Aufzeichnungen dauerte die Reise zu den zu Ungarn näher liegenden Universitäts-Städten gute anderthalb Monate, besonders in jenen Zeiten, wo es noch nicht einmal Post-Kutschen gegeben hat. Viele solche wissensdurstige Studenten legten die Reise zu Fuß zurück, nur die bemittelten konnten zu Pferde steigen und nur die hochadeligen, vermö­genden Eltern konnten für den Sohn auch noch eine Begleitung leisten. Obwohl mein Vortrag sich in erster Reihe auf die chemische Studien beschränken sollte, muß man feststellen, daß in der in Frage kommenden Zeitspanne die Chemie-Wissenschaft auf den berühmten oder weniger berühmten Universitäten keinen Lehrstuhl hatte. Von den Naturwissen­schaften stand die Medizin unserem Fach am nähesten, doch war meistens nicht Hauptziel das Medizinstudium. Nach der damaligen Aufteilung hatte man den sieben freien Künsten, dem Jus und der Philosophie den Vorrang gegeben und später, durch die Weiterentwicklung und Ausbreitung der ver­schiedenen Disziplinen konnten die Universitäten die der heutigen näher­liegenden Organisations-Form annehmen. * 1137 Budapest, Radnóti u. 38. (Ungarn)

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