Technikatörténeti szemle 14. (1983-84)
TANULMÁNYOK - Wolter, Helmut: Dr. med. Johann Joachim Becher, ein vielseitiger, hervorragender Gelehrter und Chemiker des 17. Jahrhunderts (1635–1837)
mente zur Torfverwertung. Nach Trocknen wird durch Erhitzen (Destillation) Teer und der Rückstand als verbesserter Brennstoff gewonnen. Zudem kamen Düngungszwecke infrage. Man dachte an Nutzung der Gebiete vom Dachauer und Erdinger Moos. Bedeutende Bücher Neben der Laborarbeit mit günstigeren Verfahren zur Metallgewinnung, vor allem von Gold und Silber, widmete er sich dem Studium und der Niederschrift neuer Bücher. Dazu gehörten „Methodus didacticus" und „Politischer Diskurs" worin Fragen des Zusammenhanges zwischen Wohlstand der Bürger und des Staates erörtert wurden (3). Ein bedeutendes Werk war „Chymisches Laboratorium oder untererdische Naturkündigung" (Physica subterránea). Ende 1667 war das Manuskript fertig, zwei Jahre später lag das Buch gedruckt vor, das einen grossartigen Einblick in die Natur und ihre Grundstoffe bietet. Hier bietet sich der Kristallisationskern zur Phlogistontheorie (4).' Den brennbaren Schwefel nannte Becher „Sulphurphlogiston". J. J. Becher hatte in gedanklicher Weiterentwicklung des Prinzips „Sulfur" von Paracelsus seine „terra ignescens" in Composito „inflammabilis" als einen Bestandteil der metallichen Körper vorgeschlagen (1669). G. E. Stahl wandelte diese abstrakte „terra" in ein brennbares Wesen oder „Phlogiston" (1687) um und lehrte, dass alles Brennbare den gemeinsamen Bestandteil „Phlogiston" enthalte und dass der Verbrennungsvorgang vom Entweichen des Phlogistons begleitet ist. Die Phlogistontheorie stellt den ersten Versuch dar, eine Systematisierung der Stoffe auf Grund ihres Verhaltens zum Feuer und zur Brennbarkeit und die Ursachen der Verbrennlichkeit einem Prinzip unterzuordnen (5). Am kaiserlichen Hofe in Wien Vom Münchener Hof kehrte Becher nach Wien zurück. Ihm wurden verantwortungsvolle Aufgaben zur wirtschaftlichen Besserung in den Ländern des Kaiserreichs zugewiesen. Viele grossartige Pläne für die Einrichtung von Manufakturen und anderer Unternehmen stiessen auf erheblichen Widerstand. Becher genoss das Vertrauen von Leopold I als Berater in wirtschaftspolitischen und chemischen Angelegenheiten (6). In der Wasserkunstbastei in Wien wurde ein neues Laboratorium errichtet. In einer Denkschrift von Mai 1674 lobt Becher die Alchemie als nützliche Forschung. Die neue Gewinnung von Metallen wie Blei, Silber und Gold sollte Geld in die erschöpfte Staatskasse bringen. Als Beweis seiner Erfolge liess Becher silberne Gedenkmünze prägen mit der Aufschrift „Anno 1675 mense Julio Ego J. J. Becher hanc unciam argenti finissimi ex plumbo arte alchemica transmutavi". Die Herstellung von mineralischen Farben, von Majolika-Geschirr und venezianischem Glas glückte in grösseren Mengen zum Vertrieb. Am 14. Juni 1675 erfolgte die Ernennung Bechers zum Hof kammerrat, der mit wirtschaftspolitischen Aufgaben betreut wurde. Die Einfuhr fremder Güter, z. B. aus Italien und Frankreich sollte gestoppt, die Produktion deutscher Ware gefördert werden. Dazu wurde das Reichsedikt vom 7. Mai 1676 erlassen, um