Technikatörténeti szemle 10. (1978)
A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉKEK AZ EMBER MŰVELŐDÉSÉBEN című konferencián Budapesten, 1976. április 27–30-án elhangzott előadások II. - Vámos É.–Szabadváry F.: A XV–XVI. századi délnémet kereskedőházak könyvelésében alkalmazott mértékekről
Balle, 2 Ballen 1 Saumlast aus. Eine Saumlast bedeutete im Allgemeinen 300 lokale Pfund, konnte aber auch 500 bedeuten. Verhältnismäßig weniger Waren wurden in Raummaßen gebucht. Von diesen wurde die Menge des Weines in Auffer und Barill, die des Messings und Zinks in Faß angegeben. Das kleinere Faß machte 5, das größere 25 Zentner aus. Die hier aufgeführten metrischen Äquivalente wurden auf Grund einer gemessenen oder allgemein angenommenen Größe, aus den in den zeitgenössischen Quellen angegebenen Verhältnissen berechnet. Bei Berechnungen an Hand solcher zeitgenössischer Zeichnungen und Proportionen (Meder: Handelbuch, Baumgartner) fand Aloys Schulte bei dem Vergleich der Ergebnisse mit Angaben aus der zweiten Hälfte des XIX. Jh. (Noback, Christian und Friedrich: Vollständiges Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtsverhältnisse, 1851; Martini, Angelo: Manuale di Metrologia, 1883) mitunter auch bedeutende Abweichungen. Aus den Quellen vom Anfang des XVI. Jh. ergab sich die Augsburger Elle zum Messen von Leinen und Barchend als 0,644 m, während dasselbe Maß aus Quellen von der Mitte des XIX. Jh. errechnet 0,586 m ausmachte. Desgleichen ergaben sich für die St. Gallener Leinen-Elle die Werte von 0,78 bzw. 0,735 m. Nach Schulte blieben die Nürnberger und Wiener Ellen unverändert. Beim Vergleich der Gewichte ergaben sich — den Nürnberger Zentner nach langer Beweisführung als konstant (50,999ü kg) betrachtet — solche Änderungen, wie z. B., daß der Frankfurter Zentner am Anfang der 1500-er Jahre dem Nürnberger gleich war, nach späteren Angaben aber kleiner wurde (50,534 kg). 22 Aus dem Gesagten geht hervor, daß die Anwendung von Tabellen, welche die Verhältnisse unmittelbar vor Einführung des metrischen Systems festlegen, bei wirtschaftsgeschichtlichen Berechnungen zu Fehlern führen können. Oft gibt, es jedoch keine andere Lösung. Eine noch größere Schwierigkeit besteht darin, daß in der Quelle die Stadt oft nicht angeführt wird, in deren Maßeinheiten gebucht wird. Bei solchen Gelegenheiten würde es als selbstverständlich erscheinen die Maßeinheiten derjenigen Stadt als Grundlage zu betrachten, in der die Quelle entstanden war, da Posten oft unter Bezeichnungen wie „Elle hiesig", „Zentner hiesig" angeführt wurden. 23 Jedoch müssen auch solche Bräuche berücksichtigt werden, wie z. B., daß in Lyon der von Fremden zur Messe gebrachte Safran nach Genfer Maßen verrechnet wurde oder die Seide in Leipzig nach Nürnberger Maß gemessen wurde, da sie von dort stammte. 24 Auf diese Weise scheint es die beste Lösung zu sein mit einem Durchschnittswert zu rechnen, z. B. die Mark als 1/4, den Zentner als 50 kg zu betrachten. Auf dieser Grundlage ergibt sich eine genau nicht bestimmte Elle als 65 cm. 25 Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß die im Großteil Europas über Faktoreien verfügenden süddeutschen Handelsgesellschaften gezwungen waren in ihrer Buchhaltung die Einheiten der an den verschiedenen Stellen des Kontinents gebrauchten vielerlei lokalen Maßsysteme zu verwenden. Das Handhaben derselben entwickelten sie zur Vollkommenheit, was eine der Voraussetzungen für die erfolgreiche Handelstätigkeit bedeutete. Der Forscher von heute, der an Hand der Geschichte dieser Gesellschaften die Anfänge und die Entwicklung des kapitalistischen Unternehmens studiert und hierzu den Jahresumsatz, die Produktion und den Gewinn errechnet, muß womöglich berücksichtigen, aus welcher Stadt die Maßeinheiten stammen, in denen die Menge der gegebenen Ware angeführt ist. Er wird jedoch keine allzu großen Fehler begehen, wenn er sich der Tabellen bedient, die die unmittelbar vor Einführung des metrischen Systems bestehende Lage widerspiegeln.