Technikatörténeti szemle 9. (1977)

A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉK AZ EMBERI MŰVELŐDÉSBEN című konferencián Budapesten 1976. április 27–30-án elhangzott előadások I. rész - Hauser, W.–Klages, H.: A Physikalisch-technisches Reichsanstalt metrológiai feladatai

Die Reichsanstalt für Maß und Gewicht hat die Obhut über das Meter und das Gramm, die Physikalisch-Technische Reichsanstalt über alle anderen Maß­einheiten. Nach einer Angliederung wäre das gesamte gesetzliche Meßwesen in einer Hand, so wie die Schwesteranstalten der PTR, das National Bureau of Standards (NBS) in den Vereinigten Staaten und das National Physical La­boratory (NPL) in England von Anfang an für alle Maßeinheiten zuständig wa­ren. Die Verschmelzung würde erhebliche finanzielle Einsparungen, vor allem im personellen Bereich, zur Folge haben und infolge der Neugliederung der PTR in Fachabteilungen auch organisatorisch keine Schwierigkeiten bereiten. Das Kuratorium der PTR billigte im März 1923 den Plan einstimmig. Die Reichs­anstalt für Maß und Gewicht dagegen ersuchte den Reichstag dem Antrag nicht stattzugeben. Aber auch die Leiter des Eichwesens in Bayern, Württem­berg, Baden, Hessen und Sachsen und der Fachnormenausschuß des Deutschen Waagenbaues erhoben Einspruch. Sie befürchteten, daß „die rasche Abwicklung ihrer Geschäfte durch den Zusammenschluß mit der sehr freien, anders gegliederten und anders gerichteten, bisher mehr­fach nur wissenschaftliche Ziele verfolgenden Physikalisch-Technischen Reichsanstalt beeinträchtigt" werde, daß die Industrie schwer geschädigt werden könne und die Anpassungs­fähigkeit der Betriebe des Waagenbaues an volkswirtschaftliche Aufga­ben zum mindesten stark leide. (So das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht in einem Brief an das Bayerische Innenministerium.) (13) Der Antrag auf Verschmelzung beider Anstalten wurde dennoch durch­gesetzt, wobei die finanziellen Einsparungen (10 wissenschaftliche Beamte und 16 Verwaltungsangestellte) in der damaligen schwierigen Wirtschaftslage des Deutschen Reiches sicherlich keine geringe Rolle spielten. Der Sparkommis­sar des Reiches ist jedenfalls — so wird berichtet — „mit großer Energie der Frage der Verschmelzung näher getreten." Am 1. Oktober 1923 ist die Reichsanstalt für Maß und Gewicht als Abtei­lung I (Maß und Gewicht) in die Physikalisch-Technische Reichsanstalt einge­gliedert worden. Damit war die PTR für das gesamte Meßwesen im Deutschen Reich verantwortlich. Gleichzeitig entfiel die Trennung der Abteilungen in eine wissenschaftliche und eine technisch-wissenschaftliche Unterabteilung. Die neue Gliederung brachte zum Ausdruck, daß nicht mehr hier „reine" Wissenschaft und dort „technische" Wissenschaft betrieben wurde, sondern Metrologie auf allen relevanten Gebieten der Physik. In dieser Organisationsform hat die PTR bis zum Ende des Deutschen Reiches 1945 bestanden. Auch ihre Nachfolgeorganisation, die Physikalisch-Technische Bundes­anstalt Braunschweig und Berlin, hat diese Struktur übernommen und bis heu­te beibehalten. Sie wurde 1949 in Braunschweig zunächst als „Physikalisch-Technische Anstalt" für die zum „Vereinigten Wirtschaftsgebiet" zusammengeschlossene amerikanische, englische und französische Besatzungszone errichtet und nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland in Physikalisch-Technische Bundes­anstalt (PTB) umgenannt. Die neue Anstalt erhielt die metrologischen Auf-

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