Technikatörténeti szemle 9. (1977)

A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉK AZ EMBERI MŰVELŐDÉSBEN című konferencián Budapesten 1976. április 27–30-án elhangzott előadások I. rész - Buchheim, G.: A Physikalisch-technisches Reichsanstalt szerepe az egységes mértékrendszer kialakításában

nahm die Reichsregierung das Projekt in ihre Regie. Mit dem Status der Reichs­anstalt waren nunmehr die Voraussetzungen gegeben, daß sich die Physika­lisch-Technische Reichsanstalt zu der vorgesehenen zentralen Institution für das Meß- und Prüfwesen entwickeln konnte. „Es ist auch einleuchtend", bemerkte Förster als damaliger Vorsitzender des Elektrotechnischen Vereins in seinem Brief vom 12. Februar 1885 gegenüber dem Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, „daß je früher und vollkom­mener das deutsche Reich derartige Einrichtungen begründet, desto größer bei dem künftigen Wettbewerbe mit den ähnlichen Institutionen anderer Länder, zumal in Hinblick auf den bereits hochentwickelten Zustand der deutschen Elektrotechnik die Aussicht sein wird, den internationalen Mittelpunkt und die letzte Instanz der elektrischen Maßbestimmungen nach Deutschland verlegt zu sehen, was natürlich auch für die gesamte deutsche Präzisionstechnik von größter Bedeutung sein würde". 2 Am 24. Juni verlieh Förster seinem Hinweis durch die vertrauliche Infor­mation Nachdruck, daß die französische Regierung „die Begründung eines in­ternationalen Depots für elektrische Urmaße in Verbindung mit dem interna­tionalen Maß- und Gewichtsbüro zu Paris" vorzuschlagen gedachte. 3 Im Ergebnis taktischer Überlegungen informierte die deutsche Reichsregie­rung andere europäische Staaten vom Plan einer Zentralstelle in Deutschland. Dieser Schritt trug dazu bei, daß Rußland, England und Österreich den fran­zösischen Vorschlag nicht akzeptierten und somit die französische Initiative vor­erst gescheitert war. In Deutschland aber konzentrierten sich die Bemühungen und die Konzipie­rung ihres wissenschaftlichen Programms. Dabei kam es vor allem darauf an, die zuvor erarbeiteten Konzeptionen, die ihrem Inhalt nach auf die vielfältige praktische Unterstützung von Mechanikerwerkstätten der Präzisionsmechanik ausgerichtet waren, auf die neuen Aufgaben zu orientieren. Nunmehr waren wissenschaftliche Untersuchungen gefragt, die im Zentrum der Entwicklung der Elektrodynamik standen und die als Grundlage für Entwicklung des elek­trischen Meßwesens erbracht werden mußten. Darauf aufbauend war gleicher­maßen auch die praktische Seite des elektrischen Meßwesens entscheidend zu fördern. Für die Durchsetzung dieser Aufgabenstellung engagierte sich vor allem Siemens. „Schon diese brennende Frage der elektrischen Maßeinheiten" — be­tonte er — „mache die möglichst beschleunigte Herstellung einer Organisation für wissenschaftliche Experimentaluntersuchungen mit geeigneten Lokalitäten und Einrichtungen zur unabweislichen Notwendigkeit". 4 Dementsprechend mach­te er auch seinen ganzen Einfluß in der Vorbereitungskommission geltend. Aus eigener Erfahrung als Unternehmer und als Wissenschaftler vertrat er die Meinung, daß das Entwicklungsniveau der naturwissenschaftlichen Forschung entscheidend für den Leistungsstand der Industrie eines Landes werden mußte. Daraus leitete er für den Staat die Aufgabe zielgerichteter Unterstützung der Forschung ab. Detailliert begründet wurde diese Forderung in der Denkschrift vom 16. Juni 1883 zur Gründung der Anstalt damit, daß es sich hierbei um die Lösung von Problemen handelte, „deren Bearbeitung privatwirtschaftlich nicht renta-

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