Weiner Mihályné szerk.: Az Iparművészeti Múzeum Évkönyvei 11. (Budapest, 1968)
IPARMŰVÉSZETI MÚZEUM — MUSÉE DES ARTS DÉCORATIFS - Szabolcsi, Hedvig: Die Formentwicklung der Schreibschranktypen am Ende des 18. Jahrhunderts
Abb. 14. Meisterriss von A. G. Alfter, Mainz, 1794. an. 20 Hier können wir demnach neben der bisher geschilderten englischen und süddeutsch-österreichischen Abfassung einen in Frankreich entstandenen west-mitteldeutschen Typ, der sowohl in Osterreich als auch bei uns in Ungarn (und an mehreren Orten in Mittel- und Osteuropa) zu Ende des 18. Jahrhunderts anzutreffen ist, festlegen. Obwohl uns in Ungarn nicht viele diesbezüglichen Gegenstände erhalten geblieben sind, deutet das vereinzelte Vorkommen dieses Typs und die von den Zeichnungen der Kőszeger Tischler festgelegte Variante 21 (Abb. 12) klar auf die Herstammung des Vorbildes 22 (Abb. 13). So wie die bereits anderswo erörterten Meisterstücke und Zeichnungen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts überall im Lande die Vorschrift für den Typ des sog. „Frankfurter" Schrankes widerspiegeln, kann es kein Zufall sein, dass das Vorbild der beiden, von dem bisher beschriebenen Haupttyp abweichenden, mit Zylinderverschluss versehenen Schreibschränke, ebenfalls auf das mitteldeutsche Rheingebiet zurückgeführt werden kann und dies unterstützen wir — unter anderen — mit den erhalten gebliebenen Meisterrisse der Mainzer Tischler (Abb. 14) 23 . ™Huth, a. a 0. 17-19, Taf. 22-24. 21 Teil aus der Musterzeichnung des Zeichenlehrers Karl Schubert zu Kőszeg aus dem Jahre 1804, Abb. 10. Jurisich-Museum zu Kőszeg. 22 Abb. 11: IM. 60. 494. 1. 23 Abb. 12: Zeichnung des Schreibschrankes von Anton Jakob Alfter aus dehn Jahre 1794. Arens, F.: Meisterrisse und Möbel Mainzer Schreiner. Mainz 1955, auf den Tafeln 93, 94, 96, 100 ähnliche Schreibschranklösungen.