Weiner Mihályné szerk.: Az Iparművészeti Múzeum Évkönyvei 9. (Budapest, 1966)

IPARMŰVÉSZETI MÚZEUM — MUSÉE DES ARTS DECORATIFS - Héjj-Détári, Angéla: Der „Matthias Corvinus-Pokal" und Endres Dürer, der „Meister mit Rosette"

8. Das Innere des Matthias-Pokals und seines Deckels mit dem Wappen Aus all dem kann man darauf schließen, daß die aus dünnem Silberblech ausgeschnittenen und mit Kaltemail bemalten Zierden des Esterházyschen Matthias-Bechers weder im Stil, noch in der Technik und in der Konzeption mit den gegossenen, gotischen ornamentalen Elementen des Bechers überein­stimmen : man darf daher aussagen, daß sie nicht gleichaltrig sind ! Die bemal­ten Ornamente wurden später hergestellt, sie sind nachträglich auf den Gefäß ­körper angebrachte Applikationen. Die nachträgliche Verzierung des Bechers dürfte ihre Aktualität gehabt haben. Erinnert man sich an die Differenz zwischen den zwei zitierten Ester ­házy-Schatzinventaren — aufgenommen im Jahre 1645 bzw. 1725 — erhält man auch einen gewissen Stützpunkt für diese Annahme. Die ziemlich detail­lierten Beschreibungen der Objekte bzw. die Inventarposten, in denen die kennzeichnenden Züge der einzelnen Stücke gut beobachtet und treffend aufgezählt sind, mit denen wir den Matthias-Becher identifiziert haben, weichen im Wesentlichen darin voneinander ab, daß während die frühere Beschreibung kein Wappen auf dem Goldschmiedekunstwerk erwähnt, das Wappen im späteren Inventar eingehend beschrieben ist. Dieses Negativum ist gewiß nicht auf die Unpünktlichkeit oder Unaufmerksamkeit der einstigen Inventarisierer zurückzuführen, sondern auf die Tatsache, daß der Becher 1645 noch kein Wappen trug. Die Fachliteratur stellte bereits Ende des ver­gangenen Jahrhunderts fest, daß das ungarische Wappen im Inneren des Deckels — mit dem Ring haltenden Raben in der Mitte und der auf König Matthias hinweisenden Inschrift — im 17. oder 18. Jh. in Schmelztechnik hergestellt wurde 27 (Abb. 8). Interessanterweise hatte man aber hinsichtlich 27 Pulszky, a. a. O. Katalog aus dem Jahre 1884, a. a. O.

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