Hetés Tibor - Makai Ágnes szerk.: A Hadtörténeti Múzeum Értesítője 2. (Budapest, 1987)
SÁGVÁRI GYÖRGY: Az atilla
GYÖRGY SÁGVÁRI DIE ATTILA Zusammenfassung Die Attila war seit der Reformzeit fast ein Jahrhundert lang ein markantes Element der ungarischen Herrenkleidung. Sie ist eine mit Brust-, Rückenund Armschnürung verzierte Rockart, deren Entstehung das Ergebnis der Modeänderung in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war. Besonders unter dem Provinzadel wurde sie ein beliebtes Kleidungsstück. Ihr Name wurde — basiert auf falsche geschichtliche Analogien — auf den hunnischen Fürsten Attila zurückgeführt; sie wurde für eine uralte ungarische (hunnische) Tracht gehalten. Wahrscheinlich spielte sie deswegen eine weitaus grössere Rolle in der ungarischen Bekleidungskultur, als ihre eigentliche Bedeutung es erfordert hätte. Sie kann auch als äusserliches Requisit, als Bekleidungssymbol des nationalen Erwachens der Ungarn betrachtet werden. Während sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der bürgerlichen Kleidung in den Hintergrund gedrängt, oder Teil der sogenannten „ungarischen Galatracht" wird, gewinnt sie in der ungarischen Uniformkleidung eine ausschlaggebende Bedeutung. Sie wird in erster Linie von den Husaren getragen, ist aber in der Bekleidungsstruktur der 1869 aufgestellten Königlich Ungarischen Honvedarmee bei fast allen Waffen- und Truppengattungen zu finden. Durch die Husaren wird sie auch in fremden Heeren zum Bestandteil von Uniformen. Wegen den grossen Änderungen in der Üniformkleidung wird sie immer mehr verdrängt; sie übergibt ihr Platz den praktischeren, den funktionellen Forderungen besser entsprechenden Rockarten, ihre Tragung wird aber erst in den 30-er Jahren unseres Jahrhunderts beendet. In ihrer letzten Tragungsperiode hat sie — zur Betonung des ungarischen Charakters — nur noch in der Gesellschaftskleidung (Festkleidung) eine Bedeutung. Die Studie beobachtet den Kultus des Bekleidungsstückes in chronologischer Reihenfolge, in erster Linie des Kultus' militärischer Beziehung. Sie befasst sich detailliert mit den Stilelementen der Attila und mit ihrem Platz im System der Uniformkleidung.