Tanulmányok Budapest Múltjából 22. (1988)

KÖZLEMÉNYEK – MITTEILUNGEN - Rajna György: Budapest köztéri és udvari díszkútjai = Zierbrunnen in Höfen und auf öffentlichen Plätzen in Budapest 539-556

aber nur noch dekorativen Charakter besaßen. Dies war auch der Fall bei den 32 Hofzier­brunnen, in Höfen der Népköztársasága Volksrepublik-) Allee. Die bedeutenden Gebäude in der früher Sugár-(Radial-) Allee genannten Straße entstanden ausnahmslos nach den siebziger Jahren, als diese repräsentative Straße bereits angelegt und die Errichtung des Wasserleitungsnetzes schon voll im Gange war. Einige der Zierbrunnen schmückten Schöpfungen namhafter Bildhauer (Gyula Donath, Alajos Stróbl). Was den Stil der Hofzierbrunnen betrifft, so waren sie überwiegend klassizistisch oder eklektisch. Auf­grund meiner Forschungen vermochte ich die Daten von etwa 380 solcher Hofzierbrun­nen festzulegen (siehe Beilage I). Die Brunnen auf öffentlichen Plätzen sind heute ausnahmslos dekorativen Charak­ters und reichen von den einfachen Träufel- und Springbrunnen bis zu Schöpfungen, die mit Skulpturen, Skulpturgruppen und Reliefs namhafter ungarischer Bildhauer ver­ziert sind. Dem Stil nach vertreten sie vom Klassizismus, Eklektizismus, der Sezession bis zur abstrakten und nonfigurativen Plastik die verschiedensten Richtungen. In Beilage II sind die Angaben von 130 derartigen Schöpfungen. Ein Teil der Hofzierbrunnen wurde im zweiten Weltkrieg dem Bedarf nach ent­sprechend noch benutzt. Heute spendet keiner mehr sein Wasser aus dem im Erdgeschoß gegrabenen Brunnen. Viele sind dem Leitungswassernetz angeschlossen. Sie sind leider in einem sehr schlechten Zustand. Es existieren heute kaum noch vollständig intakte Brun­nen, an denen außer dem Brunnenkranz und -körper auch die Zieh- und Ausgußvorrich­tung sowie das zur Unterbringung des Gefäßes dienende Gitter vorhanden sind. Die Me­tallbestandteile sind entweder verrostet oder abhanden gekommen. Ein Großteil der Brunnenkörper ist zerbrochen, unvollständig oder liegt eventuell in zerlegtem Zustand im Hof herum. Es wäre außerordentlich wichtig, wenigstens die bedeutenderen und noch restaurierbaren Hofzierbrunnen unter Denkmalschutz zu stellen. Dazu bieten die beiden beiliegenden Tabellen, die aufgrund einer überwiegend zur gleichen Zeit erfolgten Er­fassung erstellt wurden, eine Möglichkeit. In einigen Fällen ist die Restaurierung bereits im Gange. Einige öffentliche Brunnen wurden wieder an ihrer ursprünglichen Stelle aufgestellt (so z. B. der Nereiden-Brunnen am Anfang der Karolyi-Straße im V. Bezirk, dessen zer­störte Skulpturen durch neue ersetzt wurden), andere wurden wiederhergestellt und er­gänzt, so auch die fehlenden Teile einzelner Hofzierbrunnen (z. B. im V. Bezirk, Váci­Straße 4, im V. Bezirk, 6.-Oktöber-Straße 20, im V. Bezirk, Veres-Palne-Straße 11-13). Einige Brunnen in Höfen wurden abgetragen und an bevorzugten Stellen wiederauf­gestellt (z. B. die Hygieia-Skulptur des Brunnens vom Hause in der Vadász-Straße 34, im V. Bezirk in der repräsentativen Geschäftspassage der Pester Innenstadt und der Hofzierbrunnen vom Hause Majakowskij-Straße 86, im VI. Bezirk, neben dem am Gel­lért-Berg errichteten Wasserspeicher). An einigen öffentlichen Zierbrunnen wurden auch ortsgeschichtliche Gedenktafeln angebracht, auf denen die Geschichtes des Brunnens verewigt ist (z. B. an dem oben erwähnten Nereiden-Brunnen und dem Hofzierbrunnen auf dem Gellért-Berg). • 557

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