Tanulmányok Budapest Múltjából 19. (1972)

Cifka Péterné: Adatok Hofbauer János működéséhez, valamint a budai rajziskola történetéhez 239-250

FÜGGELÉK PROTOCOLL Uiber die mit Hoher königl. Ung. Statthalterey Decretation 5 ten Feb. 839 No 4904 an die kön. Landes Bau Ober Direction gelangten Recurse der betreffenden Indi­viduen und ihrer beygelegten Zeichnungsproben, bezüglich auf die Qualification der Selben zur Bekleidung der erledigten Zeichnungslehrers Stelle an der kön. Haupt Normal Schule zu Ofen. De der wesentlichste Zweck einer Zeichnungsschule die Bildung des Geschmackes der Handwerker, so wie die Verbreitung der Architectonischen Kentnisse ist, folglich auch jeder Zeichnungslehrer weniger ein ausgezeichneter Mahler, Lythograph oder sonstiger Zeichnungskünstler, als vielmehr ein möglichst vollkommen gebildeter tech­nischer Zeichner, welcher Vorzugs weise mit den Elementar — und Grundregeln der Architectur — und Ornamenten — Zeichnung genügend vertraut sein muss; so dürfte auch zu dem obgenannten Lehrersposten umso mehr vorzugsweise ein solches In­dividum, welches die ersterwähnten Kunstverzweigungen vereinigt mit den technolo­gischen Kentnissen am vollkommensten inne hat, fürgewähet werden; als noch über­dies der jeweitige Professor an der Ofner kön. Zeichnungsschule im Sinne der Hohen Statthalterey Verfügung 15 ten May 795 N° 9577 bey der Revision der von hier ... Studien Berzirsk Directionen einlangenden Probe-Zeichnungen zu interweniren hat. Am diesen Posten haben 10 Individuen Concurrirt, und theilweise Proben ihrer Geschicklichkeit im Zeichnungs Fache beygebracht, welche nunmehr der Reihe nach angeführt, und ihre Arbeiten einem unzartheischen Criterio unterzogen werden. 1. Johann Hofbauer 34 Jahr alt, verheurathet, spricht deutsch und ungarisch, ist gegenwärtig Lehrer der Zeichnungskunst an der Schule zu Raab. Seine beigebrachten Zeichnungs Proben, zeigen einen besonders routinirten Blu­men- und Landschafte Mahler so wie auch feinen und geschickten Tuschzeichner, Dessen Architectonische Stücke sind mit vielen Fleiss und vollkommener Reinheit getuscht, und sowie die Blumen und Ornamente correct und geschmackvoll gezeichnet, und können daher als vollkommen gelungen betrachtet werden. Die zeitweis ein­lagenden Zeichnungsproben der Raaber Schule welche bey der Kön. ung. Land. Bau Oder Direction in Verhandlung waren, und lobend erwähnt wurden, dienten zum Beweise, dass Recurrenten mit Fleiss und Geduld, seine Kentnisse den ihm anvertrau­ten Schülern beyzubringen im Stande sei; folglich seine Kunst gemeinnützig zu machen verstehe. Die vorligenden Figuren-Zeichnungen, so wie die Kupferschtiche und Lytho­graphien, beweisen die Geschicklichkeit des Recurrenten auch in diesem Zweige der schönen Kunst; können aber gegenwärtig, wo es sich um Besetzung der in Redestehen­den Zeichnungslehrers Stelle handelt, im wesentlichen weniger zum Criterio dienen, weil hier grösstentheils die Elementar- und Grundregeln der Architectur, so wie die Ornamenten — und Gewerk — oder Technologischen Zeichnungen als Haupt-Augen­merk hervorgehoben werden müssen. Obgleich nun diese Elementar Zeichnungen den eingereichten Probeblättern nicht beyliegen, so lässt sich doch mit Grund annehmen, dass der Recurrent diese so nothwendigen Grundregeln, oder die Analyse dem Zeich­nungs-Kunst vollkommen inne habe. 2. Karl Heldwein Zeichnungslehrer in Grosswardein durch 20 Jahre, spricht ungarisch, deutsch und latéin. ... Im Ganzen bleibt aber noch manches zu wünschen übrig. 3. Anton Pulpan Zeichner und Mahler zu Ofen. Dieser Recurrent soll eigentlich ein Oehlmahler sein, doch zeigen seine beyge­legten Oehlgemälde eine ohne Zeichnung, und Farbenwahl ausgefürhte, garkeine Kritik aushaltende schülerhafte Arbeit. Die architectonischen Zeichnungen sind Fehlerhaft, schlecht tuschirt, und weisen die gänzliche Enkenntniss des Recurrenten in diesem, bey der Zeichnungsschule zum Haupt Studium dienenden Fache nach. 4. Heinrich Dunaiszky Bildhauer und Privat Zeichnungslehrer in Pest. 26 Jahre alt, spicht deutsch, ungarisch, slavisch und lateinisch. Die beygebrachten architectonischen Stücke welche rein getuscht und regelrecht gezeichnet sind, zeigen den fleissigen und acuraten Arbeiter in diesem Fache, und berechtigen zu dem Schlüsse, dass Recurrent die Grundregeln dieser Kunst vollkom­men und um somehr eine habe, als er bey der Bildhauerkunst dieses Fachstets prak­tisch ausüben, folglich in allen Theilen genau kennen muss. Die Blumen- und Orna­248

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