Tanulmányok Budapest Múltjából 19. (1972)

Bibó István: Klasszicista épületegyüttes a Belvárosban = Klassizistisches Ensemble in der Innenstadt 221-237

ISTVÁN BIBÓ KLASSIZISTISCHES ENSEMBLE IN DER INNENSTADT Der Artikel beschäftigt sich mit einer Episode aus der Geschichte des alten Pest, aus dem 19. Jahrhundert, d. h. mit der Baugeschichte dreier auch heute noch stehender Häuser, u. z, am Kristóf-Platz Nr. 7 und 8 und in der Váci Gasse Nr. 4. Die drei unmitterbar nebeneinanderstehenden und gegenwärtig unter Denkmalschutz stehenden Häuser wurden zwischen 1836 und 1840 erbaut und bilden eines der wenigen Ensembles, die uns in ihrer ursprünglichen Form zusammenhängend bewahrt blieben. Der hintere, nörd­liche Abschuß der drei Häuser war die mittelalterliche Stadtmauer, die, in die Feuermauer dieser Gebäude eingemauert, wahrscheinlich auch heute noch existiert. Die unregelmäßige Zich-Zack-Form der Baugrundgrenze zwischen Kristóf-Platz Nr. 8. und Váci Gasse Nr. 4 weist ebenfalls auf frühere, wahrscheinlich mittelalterliche Anfänge hin. Das älteste der drei Häuser ist Kristóf-Platz Nr. 7, das seine heutige zweistöckige Form 1836 erhielt: damals wurde auf das vorher einstöckige Haus ein zweites Stockwerk aufgezogen, und nach Plänen des Pester Baumeis­ters LÖrinc Zofahl eine neue Fassade errichtet. Der Besitzer des Hauses, der Bäckermeister Johann Neuhof fer, brachte an der neuen Fassade ohne Erlaubnis ein Aushängeschild der Zunft an, das nach einer Einsprache der „Ver­schönerungskommission" entfernt werden mußte, da es nach ihrer Meinung gefährlich sei und den ästhetischen Ansprüchen der Stadt nicht entspräche. Das Haus wurde am Anfang unseres Jahrhunderts durch Aufhebung des eigenständigen Toreinganges mit dem Nachbarhaus Kristóf-Platz Nr. 8. verbunden. Das Interessante an dem Haus Kristof-Platz Nr. 8 ist, daß es 1837 nicht nach Plänen eines Pester Meisters, sondern nach denen von József Dankó aus Buda errichtet wurde, wobei die Mauern des früheren einstöckigen Hauses teilweise bewahrt blieben. Der Entwurf zeigt ein zweistöckiges Haus, aber während der Ausführung wurde ein dittes Stockwerk hinzugefügt, indem man die „Hintertüren" der Bauregeln geschickt ausnutzte. Die Fassade des Houses bewahrt im wesentlichen auch heute noch ihre ursprüngliche Form. Das Haus Váci Gasse Nr. 4. wurde im Jahre 1830 nach dem Entwurf von József Hild erbaut. An seiner Fassade wurde später eine wesentliche Veränderung vollzogen: das in der Mittelachse befindliche Tor wurde im Jahre 1922 auf die linke äußere Achse des Gebäudes verlegt. Am Ende der fünfziger Jahre wurden die Fassaden der drei Häuser reno­viert, die die Gebäudeaufgliederungen verdeckenden Portale und Schilder entfernt und die sich nach außen öffnenden Fenster wieder hergestellt. Zur Zeit der Drucklegung dieser Studie ist die vollständige Renovierung dieser Häusergruppe ihrem Range eines baugeschichtlichen Denkmals ent­spechend im Gange. Bei der Erforschung der Geschicte dieser Gebäude konnten wir auch einen Einblick in die Arbeit der „Verschönerungskommission" und auch in das Alltagsleben der Stadtbewohner erleben. Mit einer detaillierten Bewertung dieser Beobachtungen schließt die Studie. 237

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