Tanulmányok Budapest Múltjából 18. (1971)

Felhő Ibolya: Mária Terézia úrbérrendezése a Buda és Pest környéki helységekben = Die urbariale Regulierung von Maria Theresia in den Ortschaften bei Buda und Pest 121-159

Békásmegyer; das ebenfalls unbewohnt gewordene und in 1717 wiederbesiedelte Csepel und schliesslich das sich gegenüber Csepel am rechten Donauufer aus einem Weinberg zwischen 1737—1739 zu einer Gemeinde gebildete Promontorium (Budafok). In diesen Ortschaften lief die urbariale Regulierung unter ruhigen Umständen ab, mit einer der Obudaer sehr ähnlichen Wirkung d. h. sie hat die Lage einzelnen Schichten der Hörigen innerhalb der Ortschaften auf verschiedene Weise verändert. So fiel die Regulierung z. B. in Békásmegyer zufolge des Wach­sens der Robotlast verhältnismässig für die Bauern am schlechtesten aus, für die Häusler und Insassen war die Veränderung weniger nachteilhaft. In Csepel verpflichtete das neue Urbárium die Bauern mit einem ganzen Grund zu einer viel grösseren Robotlast als die frühere, die Bauern mit einem halben Grund jedoch zu einer minderen. In Promontor — wo es überhaupt keine Felder und Wiesen und folglich auch keine Bauern mit Grund gab — verminderte sich die Last der Kleinhäusler in folge der Censurverminderung in einem viel grösseren Masse als die der Insassen. Die sieben übrigen Ortschaften: Hidegkút, Tétény, Rákospalota, Cinkota, Rákoscsaba, Rákoskeresztúr und Soroksár waren im Besitz verschiedener Guts­herren. Mit Ausnahme zweier Ortschaften — von Palota und Csaba — wurden auch diese Ortschaften während der Türkenherrschaft verwüstet, und erst nach den Befreiungskämpfen wieder besiedelt. Aus diesen sieben Ortschaften kam es in zweien, in Tétény und Soroksár zu einer Bauernbewegung. Soroksár begann sein neuer Gutsherr Antal Grassalkovics im Jahre 1741 zu besiedeln ; zufolge seiner Begünstigungen entwickelte sich die auch die Privi­legien eines Marktfleckens geniessende Siedlung schnell. Von den elf Ortschaften war das Feld- und Wiesengebiet hier das grösste und in Bezug seiner Bevölkerungs­zahl stand es unmittelbar nach Obuda.(Es hatte ungefähr eine halb so grosse Bewohnerzahl wie Óbuda.) Im Jahre 1769 verweigerten 106 Bauern in Soroksár das Verrichten von einem dreitägigen Robot in hoher Arbeitszeit und weit von der Ortschaft, deshalb wurden sie vom Gutsherrn mit einer schweren Stock ­und Geldstrafe bestraft, einige wurden auch vom Gebiet seiner Grundbesitzes ausgewiesen ; er hat sein Urteil — ganz regelwidrig — ohne höhere Genehmigung auch durchgeführt. Dieses Urteil hat später Maria Theresia verändern und die vertriebenen resp. zu einer Geldstrafe verurteilten Bauern entschädigen lassen. Die Handrobotlast der Häusler aber, die infolge der Nachrichten über die urbariale Regulierung an einer Robot Verminderung hofften, wuchs von den bisdortigen 12 Tagen auf 18 Tage. In Tétény, im Dorf von Joseph Rudnyánszky kam es zu einem blutigen Zusammenstoss zwischen dem Gutsherrn und den Bauern; die Ursache davon war die seit langer Zeit aufgehäufte Unzufriedenheit der Bauern. Hier mussten die Bauern nämlich, abweichend von den behandelten Ortschaften und den allge­meinen urbarialen Verhältnissen des Komitats Pest sehr viel Robot verrichten. Die urbariale Regulierung brachte in diesem Dorf eine wesentliche Minderung der Robotlast sowohl für die Bauern als auch für die Häusler mit sich; auch der Census wurde kleiner. So gelangte hier also jede Schicht der Bauern in eine vorteilhaftere Lage ; die grösste Besserung zeigte sich bei den Bauern mit Grund. Im allgemeinen können wir feststellen, dass die Robotlast in der meisten der elf Ortschaften gewachsen hat, dagegen wurde der Census überall kleiner und einheitlich; früher zahlten nämlich die verschiedenen Schichten der Bauern — unter ihnen auch die Insassen — unter dem Titel Census verschiedene Summen. Auch die verbotenen Gebühren hörten überall auf. Da das Wachsen der Robotlast durch die Minderung des Census und das Aufhören der Gebühren mehr oder weniger ausgeglichen wurde, hat die urbariale Regulierung in Hinsicht der Gesamtlasten der einzelnen Ortschaften meistens keine wesentliche Veränderung 158

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