Tanulmányok Budapest Múltjából 18. (1971)

Nagy Lajos: A budai Vár topográfiája a XVII. század végén = Die Topographie der Budaer Burg am Ende des XVII. Jahrhunderts 81-119

LAJOS NAGY DIE TOPOGRAPHIE DER BUDAER BURG AM ENDE DES XVII. JAHRHUNDERTS Mit der Topographie der Budaer Burg befassen sich die Forscher der — vorwiegend mittelalterlichen — Geschichte der Stadt schon seit langen Jahrzehn­ten. Ihre Quellen sind dieselben: der Grundbuch-Zaiger aus dem Jahre 1696, der im Nachlass Rabatta gefundene Stadtplan, und in den letzteren Zeiten der Stadtplan von de Vigne, der nur das Strassennetz und die wichtigeren Gebäude (vorwiegend Kirchen) darstellt, die Grundstücke aber nicht. Die genaue Fixierung der Daten dieser Quellen wurde in den letzten Zeiten durch jene archeologischen Haus-Forschungen ermöglicht und in grossem Masse befördert, die nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges der Rekonstruierung der Kunst denk mal ­Gebäude der Burg beinahe immer vorangingen. Anlässlich dieser Arbeiten wurden 97 Häuser untersucht, und sie lieferten ausser den zur Kunstdenkmal-Herstellung nötigen Daten auch genaue Auskunft über das mittelalterliche Strassennetz. Auf Grund dieser Daten versuchten György Weidinger und Ferenc Horler im Jahre 1956 die Daten vom Ende des XVII. Jahrhunderts mit den des Mittelalters übereinzustimmen undzwar auf die Weise, dass sie die Angaben des Rabatta­Stadtplans mit den bei den Haus-Forschungen gewonnenen Daten wahrscheinlich machend diese auf einem heutigen 1:1000 Stadtplan abbildeten, wodurch sie auch für die künftigen Forschungen eine sichere Basis zu schaffen wünschten. Das Ergebnis — indem wir den Ausgangspunkt ihrer Arbeit als richtigen aner­kennen — ist tatsächlich imponierend: es ist ihnen gelungen fast alle Daten des Rabatta-Stadtplans auf dem modernen Plan zu fixieren, indem sie die Massunter­schiede durch geistvolle und zugleich sehr einfache Lösungen ausgeschaltet haben. Beim Kontrollieren ihrer Arbeit wirft sich jedoch immer wieder die Frage auf, ob sie vielleicht eine zu leichte resp. zu vereinfachte Aufgabe unternommen haben als sie zwischen zwei sichere Datengruppen (mittelalterliche Mauernüber­reste und moderner Plan) eine unsichere dritte (den Rabatta-Plan) einschaltend den Plan von Buda nach der Türkenherrschaft eigentlich aber den Plan vom mittelalterlichen Buda konstruieren wollten. Sie behaupteten nämlich, dass die Budaer Burg ,,ihre mittelalterliche Stadtstruktur bis auf heute" bewahrt hat und dies unterstützten sie noch damit, dass sie vom unsicheren Faktor, dem Rabatta-Stadtplan feststellten ,,er wider­spiegelt treu die mittelalterliche Stadtstruktur der Burg". Diese Behauptung konnten sie aber nicht beweisen. Es gibt gar keinen Beweis dafür dass die auf dem Rabatta-Stadtplan angedeuteten Grundstücke effektive Grundstücke gewesen wären, es ist viel mehr wahrscheinlich, dass die im Februar 1687 durch­geführte Vermessung der Stadt aus dem Zwecke geschah damit das Territorium dieser verwüsteten, zerstörten Stadt mit dem möglichst grössten Nutzen ver­wertbar sei. Dieses Stadtnetz widerspiegelt also keinesfalls die mittelalterliche Stadtstruktur der Burg, sondern eine Vorstellung auf deren Grund die Militär­resp. Kammerbehörden das Territorium der Stadt zu verwerten hofften. An eine Verwertung der auf dem Rabatta-Stadtplan figurierenden Grund­stücke kam es aber die Reihe nicht. Schon am Ende der 1680-er Jahre wurde das Territorium der Budaer Burg — seitens der Kammer — wieder berechnet, und das Ergebnis wurde auch wahrscheinlich in einem Grundbuch (Zaiger) 118

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