Tanulmányok Budapest Múltjából 15. (1963)

Mezey László: Csútmonostor alapítástörténete és első oklevelei, 1264-1371 = Die Gründungsgeschichte und die ersten Urkunde des Stiftes Csútmonostor 7-42

L. Mezey DIE GRÜNDUNGSGESCHICHTE UND DIE ERSTEN URKUNDEN DES STIFTES CSÚTMONOSTOR Am Südrande des heutigen Groß-Budapest, auf der j etzt Háros genannten Donauinsel, stand einst die letzte Klostergründung der Árpádén (1264—1271), das von König Béla IV. zu Ehren des hl. Eustachius und Gefährten gegründete Prämonstratenserstift Csút, Bereits in den ersten Jahrzehnten der Türkenherr­schaft verschwand das Kloster spurlos, so daß selbst der Ort, wo es einst gestanden hatte, ungewiß blieb und erst nach langjährigen Forschungen auf die oben genannte Insel festgesetzt wurde. Es blieben aber noch andere wichtige Fragen zu beantwor­ten, da die Vorgeschichte der Gründung ebensowenig bekannt war wie der Um­stand, der den raschen wirtschaftlichen Verfall des laut seiner ersten Urkunden reich begüterten königlichen Stiftes verursachte, oder die Erklärung der drei »Gründungsurkunden«. Was die erste Frage anbelangt, kann urkundlich bewiesen werden, daß es bis zu den Gründungs jähren des Stiftes ein Archidiakonat von Csút oder von »St. Eustachius« in der Graner Erzdiözese gab. Die Beziehung der beiden zu einander ließe sich so ausdrücken, daß das Kloster, in gewisser Hinsicht, die Fortsetzung des Archidiakonats war. Dadurch tritt aber die Vorgeschichte des Prämonstra­tenserstiftes von Csút mit der Geschichte des ungarländischen Archidiakonates in eine ziemlich enge Beziehung. Somit gestaltet sich die Vorgeschichte des Eustachiusklosters von Csút wie folgt: Anfangs gab es eine Urpfarre auf der Insel Csút für die königlichen Familien­güter auf der nebenan liegenden Insel Csepel. Dann entwickelte sich diese zum Archipresbyterat, und endlich zum Archidiakonat derselben »Großen Insel« bzw. deren Komitates. In diesem Falle sollte aber als Gründer der Eustachiuskirche von Csút der erste König, Stephan der Heilige, betrachtet werden. In der Wahl des Patroziniums soll den König die Parallelität geleitet haben, die zwischen dem Hirschwunder­motiy der Eustachiuslegende und der Ursprungssage des ungarischen Volkes bzw. des Árpádenstammes besteht. Als Ursache der Zuweisung der neuen Stiftung an die Prämonstratenser sind unter anderem ihre besondere Marienverehrung und ihre große Mildtätigkeit erwähnt. * Das königliche Stift wurde von seinem Gründer reich begütert. Die Kloster­villa Csút, durch die Prämonstratenser mit verschiedenen Freiheiten gut ausge­stattet, entwickelte sich ziemlich rasch. Die Dörfer auf der Csepel-Insel waren schon vorher durch den König besiedelt worden. Eine größere Herrschaft war im Komitat Nyitra die sogennante Villa Nyárhid ; entvölkert und unbebaut. Zwei Jahrzehnte nach der Gründung wurde die Herrschaft dem Erzbischof von Gran veräußert. Ebenso gingen 70 »Curien«, das heißt adligen Hausareale in Gran in den Besitz des Erzstiftes über. Die größte Herrschaft war jene, die sich im Pester Komitat von Pakony —Ócsa bis Gyón und Sári ausdehnte, aber, zum Großteil aus Sump­wiesen und Wäldern bestand, die dem Kloster wenig Nutzen einbrachten. Der labor manuum der Chorherren selbst, die monastische Eigenwirtschaft, sollte nun als erster Schritt, zur allmählichen Nutzbarmachung jenes Teiles der Stiftsgüter getan werden. Da dies aber unterblieb, kam es zu einem raschen wirtschaftlichen Niedergang. Endlich hat der König Mathias Corvinus das Kloster den Pauliner­eremiten gegeben (1480—84). * Die drei Stiftungsurkunden stellen eigentlich verschiedene Phasen des Gründungprozesses dar. Die ersten zwei enthalten die Beschreibung der Güter. Acht Jahre später stellte der Sohn und Nachfolger Bêlas, Stephan V. das privilégium sollemne oder maius - anläßlich der Kirchenweihe - über den gänzlich vollzogenen Rechtsakt aus. Die nähere Untersuchung des Diktats deutet auf eine enge Zusam­menarbeit zwischen der Kanzlei und den Prämonstratensern. 42

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