Tanulmányok Budapest Múltjából 14. (1961)
Tóth András: Pest közterhei és városgazdálkodása a visszafoglalástól a Rákóczi-szabadságharcig = Die öffentlichen Lasten und der städtische Haushalt Pests in der Zeit von der Rückeroberung der Stadt bis zum Freiheitskrieg Rákóczis 213-240
die Städte entrichteten der Kammer den jährlichen Pachtbetrag von 1500 Gulden nebst weiteren 3000 Gulden für das im Brückendepot liegende Material. Bezüglich der Gestaltung der Stadteinnahmen und Ausgaben fehlen uns infolge der bereits erwähnten Dückenhaftigkeit der Quellen zusammenhängende Angaben. Wir sind in diesem Fall ausschließlich auf das aus dieser Zeit einzig erhalten gebliebene Kassabuch des Finanzjahres 1703/4 angewiesen. Im Verhältnis zu der Vielfältigkeit und Höhe der Steuerbürden war die Zahl der Einnahmequellen gering. Die rund 5200 Gulden betragenden Einnahmen der Stadt setzten sich gemäß dem Kassabuch aus folgenden Posten zusammen: 36% aus den Erträgnissen der Märkte, 37% aus Steuereinnahmen und 22% aus Pachtgeldern. Die sich in ähnlicher Höhe bewegenden Ausgaben entfielen auf die Posten: 26% Gebühren, 16% Rückständetilgungen, 14% Grundstückankäufe, 9% Schenkungen, 6% Dienstaufträge und 3% Begleichung von Hand Werkerrechnungen. Vergleicht man die aus den selben Jahren stammenden Jahresausweise der zwei Städte, so ersieht man daraus, daß Ofen wesentlich mehr für Gehälter und Dienstzulagen ausgegeben hat als Pest, und zwar 80% der Gesamtausgaben gegenüber den 32% die für dieselben Zwecke in Pest ausgegeben wurden. Zieht man dazu noch die sehr als Bestechung anmutenden Schenkungen in Betracht, so ist das Verhältnis sogar 88% : 41%. Diese Ziffern sind schon an sich hinreichende Beweise dafür, daß der städtische Haushalt Pests viel realer war: die nicht-persönlichen Posten beliefen sich etwa auf 60% der Ausgaben. Auf diese Weise war Geld für Grundankäufe, Handwerkerrechnungen usw. vorhanden. Pest schlug also von Anfang an den von Werlein bereits richtig erkannten, naturgegebenen Weg der Entwicklung ein, den Weg der Vermehrung des Einkommens aus Quellen, die mit dem Handel zusammenhingen. Die wichtigsten Stationen dieser Entwicklung waren: die Genehmigung der Jahrmärkte in 1690, die in 1692 erhaltene Pflastermaut und die in 1696 von der Kammer eingeleitete Untersuchung (bei der die Stadtleitung von den gegen sie erhobenen politischen und finanziellen Beschuldigungen volle Rechtfertigung erlangte). In 1704 flössen in Pest 36% des Gesamteinkommens aus den Markteinnahmen ein, gegenüber den 3% der Einnahmen ähnlichen Ursprungs der Stadt Ofen. Dank dieser Entwicklung erübrigte sich die Einführung einer städtischen Sondersteuer. Die viel gesündere Haushaltung der Stadt Pest gewährleistete die materielle Grundlage zu ihrer viel freieren politischen Entwicklung. .240